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Sonntag, 16. August 2015

Drax Files Radio Hour #81: Sansar Anxiety

Quelle: the drax files radio hour [with jo yardley]
Nach 12 Wochen Sommerpause ist die Drax Files Radio Hour am 14. August in ihre dritte Saison gestartet. Die Sendung Nr. 81 hat den Titel "Sansar Anxiety" ("Besorgnis wegen Sansar"), aber es gibt auch ein paar andere Themen. Neues über Sansar erfährt man in der Sendung nicht, aber die Diskussionsrunde ist trotzdem ganz interessant.

Da ich gerade keine anderen Meldungen parat habe, habe ich die Podcast-Sendung mal grob zusammengefasst. Gelungen finde ich auch das Banner zu dieser Sendung, denn es zeigt eine Collage aus dem bekannten Bild zu Sansar und einigen ebenso bekannten Avataren aus Second Life, die in Richtung Sansar aufbrechen (darunter Marianne McCann, Salazar Jack, Loki Eliot, Flufee und sogar Magellan Linden).

Das Intro wird von Björn Laurin (Bjorn Linden) gesprochen, der scheinbar wie Ebbe Altberg aus Schweden kommt und Leiter für Produktplanung bei Linden Lab ist. Er sagt, dass Linden Lab aufgrund seiner enormen Erfahrung, und vor allem wegen seiner großen Nutzerbasis, ideal dafür geeignet ist, so etwas wie Sansar zu entwickeln. Er sagt auch, dass sich niemand entscheiden muss, entweder in SL oder in Sansar aktiv zu werden. Da es zwei verschiedene Plattformen sind, kann man auch einfach beides machen.

Erstes größeres Thema der Sendung ist der Second Life Artikel auf Quartz vom 6. August 2015. Unter anderem wird dort auch Draxtor Despres (im Artikel Bernhard Drax) zitiert, der über die Unternehmen verärgert gewesen sein soll, die in der Hype-Phase Second Life in eine Marketing-Plattform verwandeln wollten. SL könne aber nicht als 3D-Werbetafel funktionieren. Stattdessen hat sich die Plattform in Richtung künstlerischer Spielplatz entwickelt. In der Radio Show sagt Draxtor nun, dass er das so eigentlich nicht gesagt hat, sondern dass es Interpretation der Autorin war. Unterm Strich war der Artikel aber in Ordnung, weshalb Drax sich auch nicht zu sehr aufgeregt hat.

Als nächstes kommt schon eine Musikeinlage, die sonst eher am Ende der Sendung platziert gewesen ist. Gespielt wird ein instrumentales Stück von Jana Kyomoon (im RL Jan Pulsford), die einige vielleicht von diversen Konzerten in SL kennen. Dazu gibt es auch noch ein SL-Video von Deceptions Digital, das mit der Musik von Jana unterlegt ist. In der Podcast-Sendung kann man Jana dann ab 11:19 min. hören.

Dann beginnt schon die große Gesprächsrunde mit Canary Beck (Leiterin der Basilique Performing Arts Company), Chaos Priestman (vom SL Cloud Streaming Dienst Bright Canopy) und Josh Farkas (CEO von Cubical Nijas). Jeder wird zunächst von Drax zu Dingen befragt, die das eigene Umfeld der drei Teilnehmer betreffen. Dann wird ein wenig über die Zukunft des Metaverse und über VR-Brillen diskutiert. Eine konkrete Vision hat aber keiner der Diskutanten. "Es könnte passieren, dass...", "Vielleicht wird man dann...", oder "Möglicherweise entwickelt es sich...".

Danach wird die Diskussion auf das Thema Sansar gelenkt. Zu Beginn werden nur Dinge aufgezählt, die allgemein schon bekannt sind, wie z.B. nur Maya Designer sind in der Alpha zugelassen, es gibt ein neues Geschäftsmodell bezüglich Landpreise und Verkaufsprovisionen, der Zugang mit einer Oculus wird vollständig unterstützt, Skalierbarkeit von Regionen, oder die Nutzerfreundlichkeit.

Chaos Priestman ist der Ansicht, dass es "das" Sansar-Erlebnis gar nicht geben wird, sondern dass verschiedene Leute ganz verschiedene Umgebungen erschaffen werden. Deshalb wird Sansar stark fragmentiert sein und es wird schwierig werden, dort Leute einfach so zu treffen, wie das heute in SL geht. Drax fügt dem noch hinzu, dass diese Fragmentierung noch durch neue, andere Plattformen wie High Fidelity verstärkt werden wird, denn Leute die dort sind, sind nicht gleichzeitig in SL oder Sansar.

Josh Farkas (als Nicht-SLer), spricht fast nur über Minecraft und Unity. Er ist der Ansicht, je komplexer eine Plattform ist, umso weniger haben normale Konsumenten ein Interesse daran, sich da reinzuarbeiten. Deshalb ist Minecraft so ein großer Erfolg. Josh sagt, dass auch so eine einfache Klötzchen-Sandbox im zukünftigen Metaverse eine Rolle spielen könnte. Damit Josh auch zum Sansar-Nutzer wird, müsste es ein nutzerfreundliches Content-Ersteller-System haben. Darunter versteht er die Möglichkeit zum schnellen Erstellen, Ausprobieren und Präsentieren von Kreationen.

Für Canary wäre es in Sansar wichtig, bereits am Anfang viele und gute Templates zur Verfügung zu haben. Zum Beispiel für Häuser, Kleidung, Pflanzen, usw. Denn wenn man inventarmäßig wieder bei Null anfangen muss und man nichtt alles neu kaufen will, benötigt man qualitative und zeitsparende Templates, mit denen man arbeiten kann. In Second Life ist das Equivalent dazu die Inventar-Library, die allerdings nicht gerade Top-Templates enthält. Und natürlich sollte in Verbindung damit auf jeden Fall ein Inworld-Bauwerkzeug vorhanden sein.

Dann wird Chaos Priestman gefragt, was notwendig wäre, damit Sansar eine Mainstream-Plattform wird. Chaos ist diesbezüglich eher skeptisch. Er sagt, dass das Fernsehzeitalter noch lange nicht vorüber ist und ein großer Teil der Menschen immer noch eher vor der Glotze hängt als in virtuellen Welten einzuloggen. Und diejenigen, die in virtuelle Welten einloggen, haben womöglich alle eine etwas andere Vorstellung von dessen Nutzung. Deswegen denkt Chaos, dass sich VR eher auf Tausende kleine Mikrowelten verteilen wird. Canary stimmt in diesem Punkt Chaos zu, während Drax eher das Snow Crash Prinzip mit einer großen virtuellen Welt für alle und vor allem mit nur einer Avatar-Identität bevorzugt.

Danach entsteht dann auch eine Diskussion, wie man einen gemeinsamen Avatar für alle virtuelle Welten umsetzen könnte. (Ich erinnere mich, dass das die IETF schon mal mit dem VWRAP-Projekt versucht hat, aber gescheitert ist). Jo Yardley meint dann sogar, Facebook (als Besitzer der Oculus Rift) könnte an sowas arbeiten. Drax bezweifelt das aber, aufgrund der beknackten Realnamen-Politik von Facebook. Und wer will schon einen universellen Avatar mit seinem realen Namen überm Kopf haben.

Dann ist die Diskussion zu Ende und eigentlich ist die eine Stunde, die eine "Radio Hour" eben so dauert, auch schon um. Aber Drax hängt noch acht weitere Minuten dran und bringt zunächst ein paar Kurzmeldungen.
  • Am Sonntag, den 16. August, gibt es auf der 1920 Berlin Region eine Gedenkfeier für die verstorbene Person hinter dem Avatar Adele Kling. Für diese Veranstaltung wird auch der Dresscode der RP-Region aufgehoben, so dass jeder in normaler Kleidung (oder anderen Avatarformen) an der Feier teilnehmen kann.
  • Am 8. August wurde die Windlight Gallery offiziell eröffnet.
  • Am 14. August wurde das MadPea Art Gacha Festival gestartet. Es läuft bis zum 30. August 2015.
  • Am 12. August erschien eine neue Folge der Drax Files: World Makers Reihe.

Und ganz am Ende der Sendung wird eine neue, wiederkehrende Serie gestartet, die "Second Life Origins" heißt. Darin werden bekannte Avatare gefragt, wie sie überhaupt zu Second Life gekommen sind. In der ersten Runde wird diese Frage Siddean Munro von Slink gestellt.

Siddean schaute sich Second Life bereits 2003 zum ersten Mal an, war aber zu dieser Zeit sehr tief mit EverQuest beschäftigt, so dass es beim Anschauen blieb. Ihren heutigen Account legte sie dann 2007 an, nachdem sie in ihrer Heimat Australien etwas über Second Life in einer populären TV-Show mit dem Namen 60 Minutes gesehen hatte. Begonnen hat sie dann mit dem Erstellen von Haaren und Kleidung. Zuerst nur als Hobby, nach anderthalb Jahren dann als Vollzeitberuf. Ein Jahr später hat dann sogar ihr RL-Ehemann seinen Job gekündigt, um dann als Skripter für Siddeans Produkte ebenfalls in SL zu arbeiten.

Hier kann man sich die Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:



Links:

Quelle: show #81: sansar anxiety

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