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Donnerstag, 9. Juni 2016

Einfach Genial Magazin - Juni 2016

Quelle: Einfach Genial
Am 8. Juni 2016 ist eine neue Ausgabe des Einfach Genial Magazins erschienen. Mit 108 Seiten dürfte diese Ausgabe die umfangreichste sein, die bisher zusammengestellt wurde. Und auch bei den Themen ist man mit 12 Artikeln ordentlich gewachsen. Dazu gibt es wieder das komfortable HTML5 Anzeigeformat, das ganz ohne Flash Player auskommt und vor allem bei der Skalierung der Seitengröße immer perfekt das Browserfenster ausnutzt.

Inhaltlich geht es los mit einem Reisebericht aus dem "Outer Garden". Danach folgen drei Artikel aus der Rubrik "Kunst und Kultur". Zuerst gibt es einen Bericht über die Fotoseite Flickr, mit einem Interview zwischen Alida und SL Fotografin Leonorah Beverly. Dann kommt ein kurzes Gedicht von Sanne Ellis. Und beendet wird der Kulturbereich mit einem weiteren, wirklich ausführlichen Interview, diesmal mit ClaireDiLuna Chevalier. Zu ihren vielseitigen SL Aktivitäten gehören Blogberichte schreiben, Machinima erstellen, Bühnen für Lesungen und andere Events aufbauen, Fotos schießen und noch so einiges mehr. (Ich glaube virtuell Einkaufen gehen, gehört auch zu ihren ausgeprägten SL-Tätigkeiten...^^)

Weiter geht es mit einem Artikel über Swank. Das ist ein Label, das Events organisiert. Aktuell läuft gerade der Monochromatic Juni Event. Anschließend folgt ein kurzer Beitrag zu den Modetrends für den Sommer 2016. Hätte man auch etwas länger machen können, um den einen oder anderen Avatar einzeln als Foto zu zeigen.

In der Rubrik "Technik in SL" folgen dann zwei weitere Artikel, die sich mehr an SL-Neulinge richten. Im ersten Beitrag wird ein Schneemann gebaut, im zweiten ein paar Grundlagenbegriffe zu LSL-Skripten erklärt.

Dann kommt etwas schwerere Kost von Koks Koolhoven (wusste gar nicht, dass er für das Magazin schreibt). Er kommentiert die soziale Entwicklung in Second Life im Allgemeinen und den Trend zum virtuellen Schönheitsideal im Besonderen. Ich kann zwar ein paar Gedanken nachvollziehen, aber die Frage, welches Gesellschaftsmodell wir in SL oder Sansar eigentlich wollen, ist eher von rhetorischer Natur. Wir haben in SL die Gesellschaft, die sich aufgrund des Verhaltens aller Nutzer gebildet hat. Wer es so für richtig hält, schwimmt mit dem Strom. Wer es nicht mag, versucht es anders zu machen oder zieht sich in Subkulturen zurück. Die Chance auf eine Revolution im Mainstream, sehe ich da eher nicht. Unabhängig davon, würde ich aber gerne auch in zukünftigen Ausgaben etwas von Koks lesen.

Die letzten beiden Artikel stammen dann aus der Rubrik "Lifestyle im Zweiten Leben". Zuerst berichtet Ette Hubbenfluff darüber, was man alles so mit einem Kinderavatar in Second Life erlebt. Und das sind nicht nur positive Dinge. Auch ich werde in ihrem Bericht erwähnt. Danke! Und nein, eigentlich liebe ich Kunst nicht. Aber ich mag gute, virtuell erstellte Objekte und Bilder. Man kann das als Kunst bezeichnen, oder als fantasievolle Umsetzung einer Idee, oder auch als technisch anspruchsvolles Bauprojekt. Ich unterscheide da nicht so genau. Zum Beispiel fällt für mich nicht alles, was auf den LEA Regionen zu sehen ist, in den Bereich Kunst. Aufregend finde ich dennoch vieles, wie zum Beispiel kürzlich die Demonstration der Möglichkeiten von Materialtexturen. Achja, zu sehen gibt es Fotos von Ettes Wohnparzelle in SL. Sieht nett aus.

Der letzte Bericht dreht sich dann um das deutschsprachige SL-Arbeitsamt *AS* von Aviva Sparta. Neben einer Skybox mit dem Hauptbüro, gibt es auch noch eine Zweigstelle auf dem GNC-Sim New Berlin.

Insgesamt hat das Einfach Genial Magazin mit dieser Ausgabe deutlich zugelegt. Nicht nur beim Umfang, sondern auch bei den Themen, dem Layout und den gut lesbaren Texten. Bitte weiter so!

Inhaltsverzeichnis Einfach Genial - Juni 2016:
  • Seite     6
  • Seite   14
  • Seite   26
  • Seite   30
  • Seite   52
  • Seite   66
  • Seite   70
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  • Seite   84
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  • Seite 101
  • Seite 106

Auf der Homepage kann man sich auch alle Ausgaben bis Magazin Nr. 8 als PDF-Datei runterladen. Auf dem Marketplace gibt es dagegen immer noch keine Aktualisierung. Dort sind nur die Ausgaben bis Nr. 5 verfügbar.

Online lesen:

Links:

Kommentare:

  1. ette hubbenfluff10. Juni 2016 um 12:39

    bei uns ist jeder besuch willkommen

    http://maps.secondlife.com/secondlife/Iceland/197/127/22

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    Antworten
    1. Anidusa Carolina10. Juni 2016 um 22:06

      Ette, ich werde Dich inworld kontaktieren und dir zwei, drei LMs von Shops geben die Meshkleidung für Kinderavatare machen, und zwar NICHT für die gängigen Meshkinder sondern für ganz normales Systemavatar Kids. Das Schöne daran ist, das es dort auch relativ viele Freebies gibt. :)

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  2. Die Ausgabe habe ich komplett gelesen. War sehr interessant. Auch Der Beitrag von ette war sehr gelungen fand ich :-)

    Einfach Genial macht sich.

    De Niki

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  3. > Ich kann zwar ein paar Gedanken nachvoll-
    > ziehen, aber die Frage, welches Gesell-
    > schaftsmodell wir in SL oder Sansar ei-
    > gentlich wollen, ist eher von rhetorischer
    > Natur. Wir haben in SL die Gesellschaft,
    > die sich aufgrund des Verhaltens aller
    > Nutzer gebildet hat.

    Aber dieses Verhalten ist doch nicht zwangsläufig unabänderlich. Reflektieren genügend Personen über den Ist-Zustand, können sie zu der Einschätzung gelangen, dass man sich als Gesellschaft in eine falsche Richtung bewegt und dann ihr Verhalten auch umstellen. Jeder individuell für sich und dann in Summe auch kollektiv.

    Daher ja auch dieser leichte “J’accuse-Unterton“ in meinem Kommentar - gegen Ende freilich nicht ganz ohne Pathos, aber ein Meinungsbeitrag sollte auch nicht zu glatt daherkommen ;-).

    Natürlich muss in einem Medium, das so sehr von der visuellen Stimulation wie Second Life lebt, die Optik eine zentrale Rolle einnehmen, das räume ich in meinem Kommentar ja auch ein. Trotzdem beschleicht mich oft das Gefühl, dass das inzwischen einfach ein wenig „too much“ ist. Das andere Aspekte des Miteinanders im virtuellen Raum zunehmend an den Rand geschoben werden.

    > Wer es so für richtig hält, schwimmt mit
    > dem Strom. Wer es nicht mag, versucht es
    > anders zu machen oder zieht sich in Sub-
    > kulturen zurück. Die Chance auf eine Re-
    > volution im Mainstream, sehe ich da eher
    > nicht.

    Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass auch der Mainstream irgendwann zu der Erkenntnis gelangen wird, dass es auf Dauer recht eintönig ist, wenn in SL nahezu jeder ein Gesicht hat, das nicht älter als 20 oder 25 Jahre ist, dass der Reiz von weiblichen Brüsten gerade darin besteht, dass sie eben nicht perfekt symmetrisch sind, dass männliche Geheimratsecken sicherlich nicht der Inbegriff von Sexappeal darstellen, aber vielleicht doch eine gewissen altersbedingten Grad an Reife suggerieren, usw. usf.

    Und ja, vielleicht reicht es völlig, wenn sich vorgenannten Trends zu mehr Vielfältigkeit und Natürlichkeit, in einigen Subkulturen durchsetzen und am Mainstream einfach vorbeigehen. Meine Befürchtung ist nur, dass eine gesetzte Normästhetik irgendwann als Exklusionsmechanismus funktioniert (das „richtige“ Erscheinungsbild wird vorausgesetzt, um gesellschaftliche Akzeptanz zu finden). Dieser Prozess könnte vom Mainstream auch in die Subkulturen hineinwirken, sie immer weiter marginalisieren. Wünschenswert wäre es daher, wenn die Vielfältigkeit in den Subkulturen umgekehrt irgendwann in den Mainstream sickern würde, ihn verändert.

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    Antworten
    1. Anidusa Carolina10. Juni 2016 um 21:41

      Koks, normalerweise bin ich ein Plappermaul.
      Heute nicht, da möchte ich Dir einfach nur eine Frage stellen:

      Glaubst Du das der Ansatz der Hermetiker "wie innen so außen, wie im Makrokosmos so im Mikrokosmos" etc. pp. -- nicht auch für Second Life gilt?

      Ich meine, so löblich Dein Ansatz auch sein mag, (jaa auch ich würde mir weniger mainstream im Erscheinungsbild der Avatare wünschen, von daher war eine kürzliche Entdeckung eine riesige Freude für mich, siehe mein BLog hier: https://freebiesundgifts.wordpress.com/2016/05/29/tonic-fine-beauty-der-meshbody-bei-dem-die-brust-auch-klein-sein-darf/ )
      dennoch bezweifele ich sehr, dass die Menschheit die es im RL schon mehrheitlich nicht schafft sich den Schönheitsidealen des Zeitgeists zu entziehen es in Second Life schaffen kann. Denn da erfindet sich ja jeder neu. Und da wir wissen, das mindestens 80% der Bevölkerung von durchschnittlicher bis minderer Attraktivität sind (nein nein, nicht nach meiner Wahrnehmung aber eben gemessen an besagtem Ideal), strebt natürlich Hinz und Kunz danach endlich mal sexy und attraktiv zu sein.

      Und die Hersteller? Die wollen Lindens verdienen. Angebot und Nachfrage. Klar.
      Es gab einmal einen kleinen Laden, dessen Besitzer stellte Frauenskins im besten Alter her, soll heissen zwischen vierzig und sechzig Jahren. Er verschwand sehr schnell wieder. Diese Nische schien nicht lukrativ gewesen zu sein.
      Schade.

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    2. Anidusa Carolina10. Juni 2016 um 21:56

      PS:
      Jetzt muss ich DOCH plappern, lach.
      In den Grundgedanken Deines Artikels stimme ich Dir zu. Allerdings beschäftigt mich viel mehr als die Überästhetisierung der Avatare die Frage ob und wenn ja wie sehr selbige mit dem Verfall der Gesprächskultur zusammenhängt.
      Ich vermute auch hier ist es wie im RL auch: Je mehr social media, je mehr die Menschen auf Selbstdarstellung gepolt sind, um es provokant zu sagen je mehr "Special Snowflake Rampensäue" auftauchen, die eigentlich nichts anderes möchten als ihr Ego gepinselt zu kriegen, umso weniger wird es einen wirklichen Austausch, eine gute Kommunikation geben.
      Ich habe permanent das Gefühl mit meiner Suche nach Menschen mit denen ich mich einfach mal auf meiner Veranda niederlassen und philosophische Diskurse einläuten kann extrem alleine zu sein.
      Zeit, Ruhe, Entspanntheit, am Ende gar Selbstreflektiertheit und eine gewisse im Normrahmen liegende Allgemeinbildung?
      Fehlanzeige.
      Was hier jetzt wie ein Rant klingen mag ist gar nicht als solcher gemeint.
      Ich vermute nämlich, es ist schlicht wiederum unserem vielzitierten Zeitgeist geschuldet, dass die Menschen ohne Ende Aufmerksamkeit suchen. Auf der Arbeit bekommen die meisten heutzutage wenn überhaupt, eher negative Aufmerksamkeit. Wann und in welchem Unternehmen wird ein "gut funktioniernder Arbeitnehmer" denn mal gelobt? Nee, funktionieren ist selbstverständlich, das bedarf keiner besonderen Erwähnung. Und Familie wird immer kleiner und rarer, Singletum ist angesagt. Last not least müssen wir ob der steigenden Kosten immer mehr und länger arbeiten, wo soll da auch die Zeit bleiben um viel zu unternehmen? Also ab nach SL, das kann man im Schlafanzug und ungekämmt vom Schreibtisch aus besuchen. Und dann versuchen, so viel Applaus wie möglich zu ernten.

      Am Ende noch ein ganz anderer Gedanke: Ich bin ja schon heilfroh, das der Trend wieder vom sog. "Angry Raccoon Face" weggeht. Als nächstes wünsche ich mir das Verschwinden der überbreiten Hüften und Popos.......denn gegen diese beiden Phänomene erscheint mir eine Überästhetisierung deutlich das kleinere Übel zu sein ;)

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    3. ette hubbenfluff10. Juni 2016 um 22:11

      das koks wird leider so nicht hinhauen. alle wollen jung, schlank, vollbusig sein. natürlich nach dem neuesten trend geschminkt und finger- und fussnägel von der pediküre usw. usw. alles das, was viele in rl nie bekommen werden, hier können er/sie das haben für wenige linden.

      ich kann mich noch gut an die zeit erinnern als ich eine grosse frau war, ich wurde schräg angesehen, weil ich falten hatte (die ich lange habe suchen müssen) weisse haare hatte und eine "normale"figur. ich konnte mich nie an diesen schönheiten gewöhnen, kann es heute noch nicht. aber auch als dickes kind ist mein leben nicht einfacher aber für mich normaler als die ewig bleibende schönheit.

      sehe ich mal frauen die keine schlauchbootlippen oder aufgeblasene brüste haben, bin ich begeistert und kuck mir die avatare genau an. bei den männern ist der ebenfalls makellose taint und dann noch die muskeln und tatoos auf dem makellosen körper. ich gestehe das sich mir bei solchen avataren immer das kopfkino einstellt und das ist dann keineswegs mehr schmeichelhaft.

      und anidusa hat recht mit, die hersteller machen das was von der mehrheit gefragt ist, ansonsten ist der verdienst essig und der rest kuckt dumm aus der wäsche.

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    4. @Koks:
      Ich sehe das ähnlich wie Anidusa. SL ist in weiten Teilen ein Abbild des RL. Das sieht man nicht nur an den Avataren im Covergirl-Look, sondern auch an den Wohnhäusern, Landgestaltungen und Events. Und da es in SL wesentlich leichter ist, die Ideale und Träume aus dem RL zu verwirklichen, wird dies eben mehrheitlich auch gemacht.

      Insgesamt haben wir in SL aber auch viele der erwähnten Subkulturen, die ich für ausgeprägter halte als im RL. Zumindest nehme ich es so wahr. In diesen Gruppen sehe ich auch ein stärkeres interlektuelles "Miteinander" und weniger Fashion-Wahn.

      Vielleicht zieht ja der Mainstream im nächsten Jahr weiter in Richtung Sansar und die Künstler, Kreativen und kulturell Interessierten bleiben in SL. Dann könnte ich mir vorstellen, dass es wieder mehr in Richtung Anfangszeiten von SL geht, als alle Avatare noch mit den inworld Schiebern geformt wurden und die Kommunikation im Vordergrund stand..

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  4. Bitte, ausgerechnet die sollen beim Layout zugelegt haben? Das ist nach wie vor grauenvoll, anders kann ich es nicht beschreiben!

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    1. Natürlich haben sie zugelegt. In den ersten Ausgaben waren die Texte oft auf farbigem Hintergrund, so dass man sie kaum lesen konnte. Bis zur neunten Ausgabe konnte man das Magazin ohne Flash Player noch nicht mal gescheit öffnen. Jetzt passen sich die Seiten stufenlos an jede Fenstergröße an.

      Für mich ließ sich das Ganze jedenfalls erst ab der neunten Ausgabe ordentlich lesen. Klare und große Schrift auf weißem Hintergrund, die einzelnen Artikel sind direkt über Links erreichbar und sogar die Suche funktioniert, was ich bei den Magazinen auf issue.com oder Calaméo nicht so kenne.

      Für ein Hobby-Magazin, mit bunt zusammengewürfelten Autoren, hat dieses Magazin seit seiner Erstausgabe auf jeden Fall zugelegt. Natürlich kann man immer etwas verbessern, aber deswegen so einen Aufriss zu veranstalten, ist wirklich lächerlich. Alles, was du da aufzählst, habe ich beim Durchlesen nicht im geringsten so wahrgenommen.

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    2. Anidusa Carolina12. Juni 2016 um 08:27

      och Maddy, lass ihn doch!
      *muss lachen*
      Wer Bart lange kennt der weiss, dass er nicht glücklich ist wenn er nicht ranten kann! Er braucht das einfach ;)
      *winkt mal grinsend zu Bart

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    3. Ich kenne Abizeitungen, die ein deutlich besseres typographisches Niveau erreicht haben als die Einfach Genial - und die sind nunmal nur Einmalveranstaltungen.

      Ein Aufriss wäre es, wenn meine Kritikpunkte nicht zutreffen würden; das tun sie aber nunmal. Die EG ist typographisch gesehen die katastrophal.

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    4. Klar, man kann alles verbessern. Nichts ist perfekt. Aber wie Maddy schon darstellte ist EG jetzt wesentlich besser zu lesen als die ersten Ausgaben. Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass es die Autoren aus Freude und ohne Bezahlung in ihrer Freizeit machen. Und das rechne ich schon hoch an.

      Die Niki

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  5. Verfall der Gesprächskultur

    Zum von Anidusa erwähnten Verfall der Gesprächskultur: Der geht sicherlich mit einer Überfokussierung auf die Optik einher. Wenn es irgendwann nur noch - oder fast nur noch - darum geht, die perfekte Windlight-Einstellung zu finden, sich die neusten Mesh Gadgets zu kaufen und den eigenen Avatar zu perfektionieren, kreisen auch die Gespräche entsprechend um diese Themen.

    Bubble Butts und Dad Bods

    Ich weiß nicht, ob ich den von Anidusa erwähnten SL-Trend zu breiten Hüften und voluminösen Hinterteilen bei weiblichen Avataren so negativ sehen würde. Klar, ab einem bestimmten Punkt ist es dann so übertrieben, dass es auch nur noch lächerlich wirkt (siehe z.B. auch das Musikvideo zu “Bubble Butt“ von Major Lazer, in dem das so überzogen dargestellt wird, dass es nur noch grotesk wirkt ;-). Auch werden diese Avatare dann ja oft auch bewusst auf „Bitch“ getrimmt, sie wirken nicht sinnlich, sondern einfach nur „gross“ wie der Angelsachse sagt. Jedoch ist es vielleicht schon ein Fortschritt, dass man überhaupt von dieser 90-60-90 Standardformel wegkommt.

    Im RL gibt es bei Männern den viel gehypten „Dad Bod“ Trend, dass also der Herr von Welt sich ganz bewusst eine kleines Bäuchlein zulegt und dies als ästhetisch und natürlich empfunden wird. Vielleicht kommt das auch irgendwann in SL, einfach nur deshalb weil in einer Welt in der jeder mit einem Sixpack rumläuft, der Sixpack irgendwann ziemlich langweilig wird.

    Angebot und Nachfrage

    Ja, die Hersteller produzieren, was sie am besten verkaufen können. Dennoch würde ein Meshbody-Hersteller der auf den „All-Natural-Look“ setzt und dies auf technisch hohem Niveau umsetzt vielleicht dennoch gutes Geld verdienen, einfach weil es da draußen in SL mehr Leute als gedacht gibt, die sich einen solchen natürlich wirkenden Body zulegen würden, wenn er denn angeboten würde. Auch hier, weil sich die Leute irgendwann an perfekt symmetrischen Körpern und Gesichtern satt gesehen haben.

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  6. Toleranz im RL und in SL

    Gerade weil im RL nur eine Minderheit tatsächlich die Schönheitsnormen aus der Werbung und den Modemagazinen erreicht, sind wir toleranter gegenüber allen, die diesen Normen nicht entsprechen. Denn uns ist klar, dass diese Normen größtenteils unrealistisch sind.

    In SL hingegen, wo der perfekte Körper nur ein paar Lindens und Mausklicks entfernt ist, reagieren die Menschen m.E. deutlich schneller mit Unverständnis auf Personen, die sich dem widersetzen bzw. dieser Norm nicht entsprechen. Da heißt es dann schnell, „das geht ja nun gar nicht“.

    Subkulturen

    Ich stimme Maddy durchaus zu, dass die Subkulturen in SL sehr stark sind, stärker als im RL. Aber reicht das, sich dem Mainstream und seinem Diktat einer Sollästhetik zu entziehen? Tatsächlich finden sich diese Normen doch auch in vielen Subkulturen. Ein männlicher Furry läuft ja z.B. im Regelfall auch nicht mit einer Plauze durch die Gegend, sondern legt sich auch einen Sixpack zu.

    Die Überfixierung auf das Erscheinungsbild - eine Frage des Alters?

    Interessanterweise scheinen wir hier ja nur unterschiedlicher Meinung hinsichtlich der Frage zu sein, inwieweit auch die breite Masse in SL an den Punkt gelangen könnte, an dem sie etwas mehr Varianz beim optischen Erscheinungsbild zulässt und die technischen Möglichkeiten nutzt, um konventionelle Schönheitsnormen aus dem RL zu überwinden anstatt sie immer nur zu adaptieren.

    Konsens scheint hingegen zu sein, dass es diese Überfixierung auf die aus dem RL übernommene Normästhetik gibt und dies nicht unbedingt positiv zu werten ist.

    Für selbstverständlich halte ich das nicht. Gerade bei den sog. Millennials („Generation Y“), also bei SL-Nutzern die im RL in den 90er Jahre geboren wurden und das alte Second Life gar nicht kennen, sondern es erst in den letzten Jahren betreten haben, habe ich oft den Eindruck, dass es für sie das Normalste der Welt ist, dass man auf eine möglichst perfekte Optik achtet und im nächsten Schritt dann konsequenterweise auch nur mit anderen Nutzern interagiert, die das ebenso halten.

    Klar ist der Trend Schönheitsidealen auf dem RL hinterherzurennen generationsübergreifend, mir scheint er nur bei den Jüngeren noch massiver verankert zu sein, vielleicht gerade weil sie das alte SL nie kennengelernt haben.

    Insofern kommt mir inzwischen auch oft der Gedanke, dass ich vielleicht einfach zu alt für diese Show geworden bin, der berüchtigte Zeitgeist mich abgehängt hat ^^. Und dass man im Alter zunehmend einen Hang zu kulturpessimistischen Positionen bekommt, ist sicherlich auch „common sense“ (obgleich sicherlich nicht unbedingt schmeichelhaft ;-).

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  7. Ich, für meinen Teil, finde es immer interessant einen Avatar zu treffen, der nicht dem Mainstream bezüglich Anmut und Schönheit entspricht. Damit meine ich nicht überdimensionale Brüste oder superbepackte Muskelmänner, sondern ein Avatar, den man sein fortgeschrittenes Alter ansieht. Sie sind selten, aber es gibt sie. Ein Beitrag zur Vielfalt in SL.

    Aber SL ist eben eine Welt, in der man auch seine Träume aus RL überträgt. Das RL ist hart, viele von uns entsprechen nicht dem Schönheitsideal dieser Tage, die uns die Werbung, die Filme, das Fernsehen suggeriert. Doch in SL kann man eben dieses Schönheitsideal erreichen, hier wird die virtuelle Attraktivität von anderen wahrgenommen und man erhält Zuspruch. Das zweite Leben kompensiert eben Wünsche und Träume des ersten Lebens, dem RL. Das, so meine ich ist nicht naiv, sondern es ist eben ein Punkt, für den SL u.a. auch geschaffen wurde. Eines darf nur nicht passieren, dass sich RL und SL verwischen. Dann würde Realitätsverlust drohen. Aber das ist eine Gefahr, die nicht nur bei SL bestehen kann, sondern auch bei Computerspielen, Fernsehen und jetzt auch dem sich immer weiter vergrößernden Social Networking.

    Somit empfinde ich es auch normal, dass ich in SL überwiegend gut aussehenden Avataren begegne. Letztlich steht auch hinter jedem Avatar eine Persönlichkeit aus dem RL. Und die ist entscheidend, ob der Avatar für mich in SL sympathisch ist. Denn die Persönlichkeit kann man in SL nicht verändern, wie das Äußere. Auch der Avatar in SL ist in seiner RL-Persönlichkeit "gefangen".

    Soweit ein paar Gedanken von mir zu diesem Thema :-)

    Die Niki

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  8. Anidusa Carolina13. Juni 2016 um 15:22

    Also wenn ich nun die kompletten Kommentare lese, beginne ich daran zu zweifeln, das die Gesprächskultur in Second Life am Sterben ist. :)
    Hier sind nun jede Menge User die eine extrem anregende Unterhaltung führen, und ich muss schon sagen, das lässt meine Hoffnung wieder aufkeimen.

    @Koks
    ich meinte nicht einfach nur ein wenig zu breite Hüften und einen dicken, runden Allerwertesten. Ich meinte im Gegenteil Auswüchse wie dies hier (das einem leider zunehmend oft begegnet): http://images.google.de/imgres?imgurl=https://slm-assets0.secondlife.com/assets/11159787/lightbox/Mia_-_Red_board.jpg%3F1424975825&imgrefurl=https://marketplace.secondlife.com/p/CoCoChes-Mia-Red-OMEGA-TMP-Lolas-BraziliaDollPhatAzz-etc-Slink-Wowmeh-Physique-Eve-Lena-Lush-app/6575145&h=385&w=700&tbnid=c7tJi3CwzTKGsM:&tbnh=90&tbnw=164&docid=HjaqU_PaZTQjiM&usg=__auEr32BWC95_N0Y5oHumpV8fVfE=&sa=X&ved=0ahUKEwietc_EiKXNAhUTlxQKHQfCA64Q9QEILzAC
    sorry für den langen Link aber etwas besseres fand ich auf die Schnelle nicht.
    Es geht mir also nicht darum zu sagen ein SL Avatar ist nicht mehr natürlich wenn er ein Moppelchen ist. Sondern vielmehr finde ich immer mehr Avatare die man eigentlich im RL niemals sehen könnte weil diese Menschen schon längst in einem Pflegebett lägen oder verstorben wären aufgrund ihrer körperlichen Gegebenheiten.
    Auch Anidusa ist jung und sie ist schön. Und ich genieße es ohne Ende einmal schlank sein zu dürfen, was ich im RL keine Sekunde meines Lebens war, nicht mal in der Kindheit. Ja. Wir erfüllen uns Träume.
    Dennoch mag ich es wenn wir dabei realistisch bleiben. (Ausgenommen vom Realismus sind für mich Fantasy Avatare und Furries, denn das ist m.E. eine völlig andere Baustelle.)
    Und neben meiner "Alltags - Anidusa" habe ich auch einen alten Mann, eine alte Oma und ein Kind im Inventar. Ferner ein ziemlich dickes Moppelchen. Nicht drall. Dick. Unschön dick. Desweiteren gehören zu meinen Alts einige Hermaphroditen. Und bei vielen Avataren muss diese Symmetrie die Du ansprichst, nicht sein, das hat doch jeder User über die Shape Slider selbst in der Hand, eine Nase kann schief, ein Mund asymmetrisch sein. Etc.

    Eine Überfixierung ist für mich keine Frage des Alters......aber was Deine Beobachtung zur Generation Y angeht, bin ich völlig d'accord. Nur ist das für mich ursächlich ein Zeitgeist Problem. Und zwar weil der Zeitgeist dazu geführt hat, dass diese Generation generell sehr sonderlich erzogen wurde, sehr konsumorientiert, unkonzentriert, ungeduldig, bespassungs-süchtig. Und DAS äussert sich dann natürlich auch in SL bei der Frage wie man die Optik des Gegenübers und die eigene gewichtet.

    Oh ich könnte noch so viel weiterplappern, lach, aber ich bin nicht hier um Euch Romane zuzumuten. Und natürlich frage ich mich auch
    @Bart
    was Bart nun zu meiner Tippselei sagen würde, ich habe tatsächlich einige sehr unangenehme "Drucksatz-Eigenarten".
    Lieber Bart, ganz ehrlich, ja du hast korrekt detektiert was dort nicht "korrekt" ist.
    Dennoch, es ist kein professionelles Magazin, es ist KEIN SL Ableger der FAZ und auch keiner der Bams, weder der Yellow Press noch eines Satire Magazins. Es ist schlicht und ergeifend etwas das Leute produzieren weil es ihnen Spass macht. Vermutlich haben sie im Gegensatz zu Dir auch nicht den Anspruch, "satz-technisch" professionell zu sein. Ich würde Deinen Ärger darüber ja durchaus verstehen wenn sie Geld für ihr Magazin verlangen oder sich selbst als professional publishers bezeichnen würden.
    Oder wenn Du aus der Druckerbranche oder Verlegerbranche wärest.
    Da dem meines Wissens aber nicht so ist, würde ich mir einfach nur wünschen das Du Deinem chronisch erhobenen Zeigefinger manchmal auch einfach einen kleinen Urlaub gönnen könntest. Ich bin sicher, auch Du hättest jede Menge Vorteile davon :) Bussi!

    @ Niki
    Deinen Beitrag unterschreibe ich vollumfänglich, liebe Niki!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Anidusa:
      Der von dir verlinkte Avatar Body ist ja noch super ästhetisch im Vergleich zu den weiblichen SL Bodybuildern. Vor zwei Monaten wurde von Dev & Lanfer wieder ein neue Body veröffentlicht und gemessen an der Anzahl der Aufrufe und Likes auf YouTube, ist der bei vielen wohl sehr beliebt:
      >> SL Female Muscle: New Body by Dev & Lanfer (Tigersan)

      Welche abstrakten Formen dieser Muskelwahn annehmen kann, sieht man hier bei einem Treffen der "kräftigen Damen":
      >> SL Muscle Beauties: Tribute 2016

      Bei diesen SL-Nutzern brauchen wir wohl nicht über Mainstream diskutieren.^^

      @Koks:
      "Aber reicht das, sich dem Mainstream und seinem Diktat einer Sollästhetik zu entziehen?"

      Ja. Ich denke, jeder, der in SL dieses Diktat nicht mitmachen will, findet irgendwo eine Community mit Gleichgesinnten. Ich vermute, dass der Mainstream in SL in der Breite auch gar nicht so ausgeprägt ist, wie es vielleicht erscheint. Es ist nur so, dass diejenigen, die sich mit ihrem Schönheitsideal beschäftigen, auch diejenigen sind, die sich damit in sozialen Medien (Flickr, Facebook, Foren, usw.) präsentieren. Deshalb kommt einem das gefühlt so massiv vor.

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    2. Anidusa Carolina14. Juni 2016 um 10:07

      Der letzte Punkt ist ein interessanter Gedanke, Maddy. Klar, genau die Personen denen es extrem wichtig ist sind auch diejenigen die sich dann massiv selbst ins Rampenlicht stellen.

      Die Muskelfrauen sind mir bekannt, grins, die sind aber für mich so derart jenseits von Eden das ich sie bei der Frage wo nun für mich die Grenze zum Natürlichen liegt absolut nicht mehr erwähnenswert fand.
      Was mich an denen bloß erschreckt wenn ich eine sehe ist ein ganz anderer Gedanke: Es gibt ja nunmal auch weibliche Bodybuilderinnen im RL. Die meisten Menschen finden das nicht sehr schön, einige lieben es, auf jeden Fall polarisieren diese RL sehr bemuskelten Damen. Und ich frage mich wenn ich die aus SL sehe, ob einige der RL Bodybuilderinnen mit ihrem Körper so ein Ideal anstreben würden (wenn es denn die menschliche Physis bloss zuließe!)
      Und wenn nur ein Mensch auf diese Frage mit "Ja" antworten würde dann .........naja dann bekäm' ich Angst, grins. Ernsthaft.
      Also wie gesagt, der von mir verlinkte Body war für mich ein Beispiel wo die Grenze zum halbwegs natürlichen Körper für mich verläuft/endet.

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