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Samstag, 31. Dezember 2016

Simtipp: Basilique

Fast ein ganzes Jahr lang gab es von Canary Beck und ihrer Second Life Region "Basilique" kein Lebenszeichen. Doch am 28. November hat Canary ihre Auszeit beendet und einen langen Blogpost geschrieben. Der Inhalt deutet darauf hin, dass sie sich in den letzten Monaten viel mit Umweltschutz und alternativen Energien beschäftigt hat. Bezogen auf ihre früheren Aktivitäten in Second Life, würde ich sogar behaupten, dass sie einen kompletten Lebenswandel in diesen zehn Monaten Pause vollführt hat.


Ich kam auf die Idee, nun auch mal Canarys Sim Basilique hier vorzustellen, weil mich vor ihrer Rückkehr zwei meiner Leser angeschrieben haben, um mich darauf hinzuweisen, dass sie eben seit Anfang 2016 aus Second Life verschwunden war. Zuvor war Canary eigentlich ziemlich aktiv und gehörte zu den bekannteren Bewohnern von SL. Vor allem wegen ihrer aufwendigen Tanz-Performance Paradise Lost, die erst im Basilique Theater aufgeführt wurde und danach als Video angesehen werden konnte. Mein Link hier öffnet eine Seite, auf der man das Video durch Anklicken des Pfeil-Buttons am rechten Bildschirmrand starten kann.


Neben den Aktivitäten rund um das Basilique Theater, machte Canary auch noch durch ihre Arbeit als Managerin des Firestorm Community Gateways auf sich aufmerksam. Diese Arbeit beendete sie jedoch im Januar 2016, ohne dazu irgendwie Stellung zu nehmen. Selbst engere SL-Freunde von ihr wussten nicht, warum sie so plötzlich untergetaucht war.


Was Canary nun in ihrem neuen Blogpost schreibt, kann ich hier nicht annähernd wiedergeben. Wie für sie üblich, hat sie einen sehr langen Beitrag geschrieben. Aber ich kann ihre Einleitung und den TL;DR Absatz grob zusammenfassen. Der Titel ihres Themas lautet Basilique goes green.

Sie schreibt, dass sie in den letzten Monaten alles über den Klimawandel gelernt habe und das sei entsprechend zeitaufwendig gewesen, was ihre Aktivitäten in Second Life sehr eingeschränkt hätte. Außerdem arbeitet sie jetzt auch als freiwillige Helferin in einer Non-Profit Organisation, für etwa 20 Stunden pro Woche, um das Thema Klimawandel auch denen näherzubringen, die davon noch nichts gehört haben. Aktuell nimmt Canary dann auch noch an einem Universitätskurs teil, der sich mit der wissenschaftlichen Seite des Klimawandels auseinandersetzt.


All ihre neu gewonnenen Erkenntnisse zum Klimawandel, haben Canary dazu gebracht, Second Life nicht mehr als wichtigste Beschäftigung in ihrem Leben zu sehen, sondern sie will sich nun aktiv daran beteiligen, die aus ihrer Sicht kommende Klimakatastrophe doch noch irgendwie zu verhindern. Sie schreibt, wenn das nicht gelingt, dann würden Milliarden von Menschen sterben. Und zwar früher als es ohne diese Katastrophe der Fall wäre.


Ein Mittel, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist der Umstieg auf die Nutzung alternativer Energien. Und anhand ihres gelernten Wissens zum Thema, hat nun Canary auf der Basilique Region virtuell die Infrastruktur installiert, die notwendig wäre, um eben genau diese Region zu 100% mit alternativer Energie zu versorgen.

Sie geht dabei von 12 Haushalten mit 30 bis 40 Bewohnern aus. Dazu noch die notwendige Energie für Straßenbeleuchtung, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen. Bei den Bewohnern rechnet Canary zum Beispiel einen jährlichen Verbrauch von 5.159 kWh pro Person, was sehr hoch ist. Allerdings sind diese Daten von der Weltbankgruppe, die für fast alle Länder solche Statistiken sammelt.


In ihrem TL;DR Absatz fasst Canary nur kurz zusammen, was sie anschließend noch ausführlicher beschreibt. Insgesamt würde ihre SL-Region etwa 61.908 kWh pro Jahr verbrauchen. Das würde bei einem Energieanbieter etwa 17.334 US-Dollar kosten (oder auch 0,28 US-Dollar pro kWh).

Um die gleiche Menge an Solarenergie zu erzeugen, wären eigentlich nur etwa 300 m² Solarzellen notwendig gewesen. Canary hat aber alle in Frage kommenden Dachflächen ihrer Gebäude genutzt, was dann 794 m² Solarzellen ergeben hat. Wie das aussieht, ist auf dem nächsten Foto zu sehen. Und die Solarzellen gibt es hier auf dem Marketplace.


Ausgehend vom (virtuellen) Standort der Basilique Region, die einen Ort am Gardasee in Norditalien darstellen soll, könnte man mit den installierten Solarzellen nun 145.565 kWh pro Jahr erzeugen. Auch wieder basierend auf der durchschnittlichen Sonnenscheindauer in der erwähnten RL-Region in Norditalien.

Die Kosten für die Solarzellen wären nach etwa fünf Jahren amortisiert, da man den Strom ja nicht mehr von einem Anbieter kaufen muss. Diagramme und Rechenbeispiele dazu, hat Canary dann in ihrem ausführlichen Teil des Blogpost aufgeführt.


Zusätzlich gibt es auch noch sechs Windturbinen auf Basilique. Auch die würden für sich allein schon den Energiebedarf der Region mit 40 Einwohnern decken. Windturbinen sind jedoch in der Anschaffung und Wartung teurer als Solarzellen, was im Beispiel von Basilique neun Jahre brauchen würde, um die Anschaffungs- und Unterhaltskosten zu amortisieren.


Okay, jetzt habe ich doch wesentlich mehr aus Canarys Beitrag zusammengefasst als ich wollte. Die Region zu erkunden, macht auch ganz ohne dieses Energieprojekt Spaß. Die Gebäude sind detailliert eingerichtet. Es gibt verschiedene Bars und Cafés. Eine Bar heißt zum Beispiel "Bar Moderna Apertura!" und ist eine gute Designstudie. Ein Foto kann man hier über diesem Absatz sehen.

Die Basilique Kathedrale ist ebenfalls sehenswert. Zwar etwas zu viele Prim-Lichtstrahlen, aber das Gesamtbild ist schon beeindruckend. Zu sehen auf dem letzten Foto.


Zum Schluss noch die Info, dass der Basilique Sim unter Adult eingestuft ist. Nicht nur wegen den nackten Tänzern bei der Paradise Lost Aufführung, sondern es gibt auch einige Akt Kunstwerke in 2D und 3D. Und aktuell ist es auf der Region Winter, wie man sicher unschwer auf meinen Fotos erkennen konnte.

>> Teleport zu Basilique

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