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Sonntag, 31. Dezember 2017

Mein kleiner Jahresrückblick 2017

Eines meiner persönlichen Highlights: Der M28 von Anhelo
Ich wollte dieses Jahr eigentlich keinen Jahresrückblick schreiben. So was kostet viel Zeit, obwohl man als Blogger eigentlich nur zusammensucht, was man selbst (oder andere) im Laufe des Jahres geschrieben haben.

Dennoch gab es in 2017 auf Second Life bezogen, ja doch ein paar erwähnenswerte Punkte, auch wenn die nicht immer nur positiv waren. Also habe ich mich dazu entschieden, ohne Konzept und vor allem nicht tabellarisch, einige wenige Themen noch einmal herauszukramen.

In den ersten drei Monaten des Jahres, hatte ich insgesamt nur 20 Beiträge in diesem Blog geschrieben. Eigentlich wollte ich das auf Dauer so durchziehen, doch schon im April habe ich wieder mehr gebloggt. Ab Mai war ich dann bereits wieder auf meinem alten Niveau. Warum das so gelaufen ist, kann ich heute gar nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß nur noch, dass es damit begonnen hat, dass viele meiner Google+ Kurzinformationen nicht für andere sichtbar waren. Also habe ich diese Infos nach und nach in meinen Blog kopiert. Dann kamen noch neue Meldungen hinzu und schwupps, lief der Blog wieder in alten Bahnen.

Okay, nun einige Low- und Highlights zu Second Life und Sansar. Zu den anderen virtuellen Welten, die ich auch im Laufe des Jahres besucht habe, schreibe ich inhaltlich nichts. Ich war allerdings insgesamt wesentlich mehr in den "anderen" virtuellen Welten unterwegs als in den Jahren zuvor. Das liegt daran, dass sie alle ein wenig aufgeholt haben. Es kommt zwar keine an die unglaublich vielen Möglichkeiten von Second Life heran, aber jede hat für sich gesehen einzelne Features, die ich gut finde und die SL nicht hat.

Meine Liste von virtuellen Welten / 3D-Plattformen, die ich mehr als einmal besucht habe:
  • Second Life
  • High Fidelity
  • Sinespace
  • Sansar
  • Outerra Anteworld

Second Life in 2017

Im Januar wurden die Ortsseiten eingeführt. Mit einigem Aufwand hatte ich dann im April eine solche Seite erstellt. Im Mai hat dann Linden Lab irgendwas völlig vermurkst, was die Ortsseiten unbrauchbar machte. Daraufhin hatte Linden Lab eine von vielen Entschuldigungen für gemachte Fehler veröffentlicht, die 2017 zur Gewohnheit bei LL wurden. Ich habe mir aber trotzdem nicht noch einmal die Arbeit für eine neue Ortsseite gemacht.

Meine ehemalige Ortsseite
Am 14. März hat Linden Lab die Community Webseiten für Second Life auf eine neue Plattform migriert. Die Einstiegsseite dazu ist hier. Einiges davon finde ich gelungen, anderes nicht so sehr, wie zum Beispiel die zu große Kopfgrafik, die mich auf manchen Unterseiten die wichtigen Infos erst nach dem Scrollen sehen lässt.

Am 21. März gibt Linden Lab die Einstellung von Bing Gordon als neues Vorstandsmitglied bekannt. Seitdem hat man von ihm nichts mehr gehört. Gordon sollte Linden Lab ja beim Start von Sansar beratend zur Seite stehen.

Die neue SL Community Webseite
Im April erhöht Linden Lab das Limit für die maximale Anzahl von Avataren auf einer Region. Allerdings nur für Premium Nutzer. Seitdem kommt man als Premium Nutzer leichter und als Basic Nutzer fast gar nicht mehr auf eine schon volle Region.

Im Mai stellt Linden Lab ein neues SL-Projekt zur Einführung von animiertem Mesh vor. Seitdem befindet sich das "Animesh" genannte Feature in der Entwicklung. Auf dem Beta Grid kann es bereits getestet werden.

Ebenfalls im Mai verkündet Linden Lab, dass die Community Gateways wieder gestartet werden. Allerdings sind meines Erachtens seit dem Start kaum neue Gateways hinzugekommen. Es sind weitgehend die Communities enthalten, die zuvor schon in der Testphase mitgemacht haben (z.B. das Firestorm Gateway). Dazu kommt, dass Linden Lab die alte Wiki Seite zu den Community Gateways nicht aktualisiert hat. Und so ist es schwer herauszufinden, wie viele Gateways es heute gibt.

Animesh Beispiele - Second Life



Am 13. Juni gibt Linden Lab den ersten Teil einer merkwürdigen Gebührenerhöhung für den Geldtausch bekannt. Wer Linden Dollar kauft, sollte pro Transaktion 0,60 US‑Dollar statt 0,40 US‑Dollar bezahlen. Die maximale Gebühr pro Transaktion beim Auszahlen, wurde von 15 US‑Dollar auf 25 US‑Dollar angehoben.

Der zweite Teil folgte dann am 2. November. Da verkündet Linden Lab eine weitere Gebührenerhöhung, verbunden mit einigen Lobpreisungen, welche tollen Funktionen SL in Zukunft noch erhalten wird. Nun beträgt die Gebühr beim Kauf von Linden Dollar 0,99 US‑Dollar und beim Rücktausch in reale Währung sind nun 2,5% der Umtauschsumme ohne ein Maximum fällig. Als Begründung wird das Gleiche geschrieben, wie schon bei der ersten Erhöhung. Für mich der Tiefpunkt des Linden Lab Jahres. Deshalb habe ich einige Reaktionen der SL-Nutzer auch noch mal gesondert hervorgehoben.

Die "Stage Left" aud dem SL14B
Am 23. Juni wird Second Life 14 Jahre alt. Die Partyregionen auf dem SL14B sind wie immer, ziemlich gut besucht. Beste Installation war für mich die "Stage Left" (hier links zu sehen).

Ebenfalls im Juni, wird das Environment Enhancements Projekt von Linden Lab angekündigt. Damit können Windlight-Einstellungen in Zukunft über das SL-Inventar verwaltet werden. Außerdem gibt es verbesserte Optionen bei den Einstellungen (z.B. einen 24-Stunden Tag). Das Projekt ist zur Zeit noch in der Entwicklung.

Im Juli präsentiert Linden Lab mal wieder neue Start-Avatare. Ansonsten gab es im Juli nur noch ein Update für die Nutzungsbedingungen, die so umformuliert wurden, dass auch Sansar in die Regeln reinpasst (hier eine Zusammenfassung). Der Rest vom Juli und der gesamte August war dann Sommerloch. Zumindest in SL, da sich Linden Lab ab dem 31. Juli fast nur noch um Sansar gekümmert hat.

Das Highlight von Linden Lab im August, war eine weitere Entschuldigung für einen Netzwerkausfall. Kurz darauf folgte im September noch eine Entschuldigung für einen fehlgeschlagenen Software Fix.

Tyrah und der Fluch der magischen Glytches
Im September gibt Linden Lab den Start von "Tyrah und der Fluch der magischen Glytches" bekannt. Das ist ein Inworld-Spiel, das auf vielen Regionen im Grid gespielt werden kann. Von der Resonanz her ist es jedoch ein Flop. Ich habe es auch zwei Tage lang gespielt und was ich da mitgeschrieben hatte, reichte nicht einmal für einen interessanten Blogpost. Das Konzept war bei mir bereits nach zwei Tagen ausgelutscht.

Wie oben schon erwähnt, gibt Linden Lab im November im Zuge einer Gebührenerhöhung offiziell bekannt, dass man 2018 Second Life auf Cloud Server von Amazon umziehen will. Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber ich bezweifle, dass Linden Lab dieses Projekt in 2018 tatsächlich hinbekommt. Vor allem, weil nur wenige Tage nach dieser Ankündigung die nächste Entschuldigung für einen SL-Ausfall erscheint.

Im Dezember ist dann nicht mehr viel passiert. Linden Lab hat am 12. Dezember klargestellt, dass sie die Netzneutralität unterstützen, die bisher in den USA gesetzlich verankert war. Am 14. Dezember wurde das Gesetz vom US-Senat jedoch aufgeweicht. Welche Folgen das für SL oder Linden Lab haben wird, lässt sich jetzt noch nicht erkennen. Ich hoffe, es müssen nicht noch einmal irgendwelche Gebühren erhöht werden. Denn SL ist bei weitem die teuerste 3D Freizeitplattform, wenn man etwas Serverplatz (virtuelles Land) haben will.

Am 23. Dezember veröffentlicht Linden Lab dann seinen eigenen kleinen Jahresrückblick. Wie immer, mit mehr Optimismus als es aufgrund der eigenen Leistung eigentlich angesagt wäre.

Zum Thema Bento habe ich hier nicht viel geschrieben. Es wurde ja offiziell schon 2016 eingeführt. Was mir aber in Erinnerung geblieben ist, sind die Bento-Pferde, die 2017 erschienen sind. Die kann man sich als Attachment anziehen und sie bieten ein wesentlich besseres Reiterlebnis als die alten Sculpty- oder Mesh-Pferde. Für alle Nutzer eines Bento Mesh-Avatars, liegen die Highlights zum Thema Bento sicher in anderen Bereichen. ;-)

Allgemeines zu Server und Viewer

Das Main Grid
Die wöchentlichen Server Updates sind in diesem Jahr für Nutzer völlig uninteressant geworden. Linden Lab hat etwa 90% der Updates als "interne Fehlerbereinigungen" bezeichnet. Eigentlich ein cleverer Zug, denn dann merkt niemand, wenn LL zum Beispiel nur ein paar Zeilen geänderter Code oder evtl. auch mal gar nichts in die Updates reingepackt hat. Das einzige Projekt, das in 2017 wirklich erkennbar auf die Server aufgespielt wurde, war das HTTP2-Projekt, das nun den Download aller Inventar-Assets über HTTP statt über UDP bewerkstelligt

Bei den Viewern sieht es nicht besser aus. Es gab 2017 so wenige Updates für den offiziellen Viewer wie nie zuvor. Der 360 Grad Snapshot Viewer, dessen Entwicklung schon 2016 begonnen wurde, hat in 2017 nur ein einziges Update im Juni erhalten. Der 64-Bit Viewer wurde sogar schon Anfang 2016 gestartet. Er hat zwar in 2017 mehrere Updates erhalten, aber dennoch ist er immer noch nicht bereit für den generellen Einsatz. Etwas wirklich Neues an Funktionalität, wurde in 2017 nicht in den  SL-Hauptviewer hinzugefügt.

Zum Thema Sansar in 2017

Am 7. März zeigte Linden Lab das erste offizielle Video zu Sansar und am 31. Juli wird die Virtual Reality Plattform mit einer Pressemitteilung geöffnet. Sie läuft seitdem als "Creator Beta", ist also noch nicht für den Massenmarkt vorgesehen. Wobei ich bezweifle, dass es den je erreichen wird.

Ich schreibe bei Sansar bewusst "Plattform", denn eine virtuelle Welt ist es nicht. Das hat Linden Lab zwar auch immer wieder im Vorfeld betont, aber so richtig wahrhaben wollte es niemand (ich eigentlich auch nicht). Doch nachdem ich nun gut 50 Mal in Sansar eingeloggt war, halte ich das auch nicht mehr für eine virtuelle Welt. Wenn ich meine Nutzung dieser Plattform in einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich schreiben: "Fünf Minuten auf das Laden der Experience warten und danach schauen, ob etwas geboten wird, das mich mehr als eine Minute dort bleiben lässt."

Sansar - Created Reality



Nicht nur ich, sondern viele Nutzer fragen sich, wie es mit Sansar im nächsten Jahr weitergeht. Es fehlt noch sehr viel Funktionalität, um aus Sansar tatsächlich eine "Social VR-Plattform" zu machen, wie Linden Lab es immer bezeichnet. Animationen, Skript-Interaktionen, Inworld etwas Rezzen oder ein Windlight/Wetter System, wären nur die grundlegendsten Dinge, die noch fehlen. Man kann den Avatar zur Zeit noch nicht einmal irgendwo draufsetzen.

Ich wünsche mir schon, dass Sansar noch eine erfolgreiche Plattform wird. Denn das sichert auch die Zukunft von Second Life. Aber wenn Linden Lab nicht bald etwas einfällt, um dieser Plattform Leben einzuhauchen, sehe ich das eher pessimistisch.

Eigene Highlights

Mein Sim Exploring Highlight des Jahres war natürlich das Erkunden der Regionen mit Kirschblüten im Frühling 2017. Ist ja bald wieder soweit. :) Mein Vehikel des Jahres ist der das M28 Cycle Car von Anhelo. Das Foto zu Beginn meines Postings war von meiner großen Mainland Rundfahrt mit diesem Vehikel. Ich könnte jetzt noch mehr Highlights aufzählen, aber ich will diesen Beitrag noch 2017 abschicken und es wird gerade etwas knapp. :)

Interne Information

Ich werde auch 2018 weiter bloggen. Aber ich beginne am 15. Januar beruflich ein neues Projekt. In den ersten Monaten werde ich da auf mehrere Dienstreisen gehen. Zwar immer nur nach Berlin (ich selbst wohne in Frankfurt), aber ich werde in dieser Zeit meinen Blog ruhen lassen. Denn neben langen und anstrengenden Workshops, werde ich Abends dann eher die Stadt erkunden als mich im Hotel an mein Notebook zu setzen. Es wird also mit meiner Blogfrequenz im ersten Halbjahr 2018 etwas nach unten gehen.

Zum Schluss wünsche ich allen meinen Lesern
einen guten Rutsch und ein

Frohes, Gesundes und Glückliches Neues Jahr 2018!


Kommentare:

  1. Da gibt es selbst im orginal Sansar-Forum eindeutige Aussagen ... https://help.sansar.com/hc/en-us/community/posts/115011860046-I-only-know-one-truth-its-time-for-Sansar-to-end- ... und ich schließe mich dem voll an.

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    1. Hui, da hat ja jemand ganz schön Frust abgelassen. Aber zum Teil kann ich die Kritik nachvollziehen. Immerhin hat Torley Linden zu einigen Punkten Besserung in Aussicht gestellt.

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