Sonntag, 14. April 2013

Second Life als Killer-App für Oculus Rift?

Zero Style
Quelle: Flickr: iQLia SLunce
Im Augenblick machen einige Artikel von Design-Berater Jon Brouchoud die Runde, der sich schon seit 2006 mit den Möglichkeiten der virtuellen Architektur befasst. Unter anderem betreibt er die Seite ARCH Virtual und war Mitbegründer des Studio Wikitecture.

Jon hat gleich auf mehreren Webseiten etwas zu der in Entwicklung befindlichen 3D-Brille Oculus Rift geschrieben, von der aktuell die ersten Dev-Kits an Soft- und Hardware-Entwickler ausgeliefert werden. Auch Brouchoud hat vor einigen Tagen sein Exemplar erhalten und schreibt (wie viele andere Tester auch), dass diese Brille eine neue Dimension in virtuelle 3D-Umgebungen bringen wird. Die sogenannte "Killer-App" ist also kein negativer Begriff, sondern gemeint ist, dass Oculus Rift für Second Life und OpenSim ein Zugpferd werden könnte, das viel neues Publikum anziehen wird.

Laut den bisherigen Beschreibungen, soll das immersive Gefühl mit dieser Brille unglaublich sein und der Nutzer wird so tief in die 3D-Umgebung einbezogen, dass man die virtuellen Objekte mit der Hand berühren möchte. In den Handel soll Oculus Rift wohl erst nächstes Jahr kommen und dann etwa 300 US$ kosten. Zur Finanzierung der Entwicklung wurde 2012 mit einem Kickstarter Projekt nach Geldgebern gesucht. Als Ziel wurde damals 250.000 US$ angestrebt. Am Ende wurden es dann knapp 2.5 Mio. US$.

NOMOS Action Roleplay Game in Gothic Futuristic City
Quelle: Flick: Liqueur Felix
In seinem Artikel hat Jon Brouchoud nun 10 Gründe genannt, warum diese Brille für Second Life wie geschaffen ist. Dabei beschreibt er die Vorzüge von SL auf eine Weise, die schon fast einer Hommage gleichkommt. Für Brouchoud durchaus ungewöhnlich, denn eigentlich hatte er sich seit einiger Zeit mehr für Unity3D und WebGL interessiert.

Seine Auflistung hat Brouchoud dann mit wirklich sehenswerten Fotos aus SL ergänzt, von denen ich zwei auch hier im Beitrag zeige, denn sie stammen aus der Best of SL Flickr-Gruppe. Der Artikel selbst wurde einmal auf Arch Virtual und einmal auf Hypergrid Business gepostet. Beide enthalten jeweils unterschiedliche Fotos, wobei mir persönlich die auf HB wirklich gut gefallen.

Hier die beiden Links:
Arch Virtual:
>> 10 Reasons Second Life is a Killer App for Oculus Rift, and why OpenSim will get there first
Hypergrid Business:
>> Second Life is a killer app for Oculus Rift

Die Frage ist nun, ob Linden Lab überhaupt mit der Idee spielt, eine Schnittstelle zur Oculus Rift Brille für Second Life zu entwickeln. Brouchoud ist der Ansicht, dass eine solche Schnittstelle wohl als erstes für OpenSim bereitstehen wird, da die Open Source Gemeinde keine firmenpolitischen Entscheidungen treffen muss, sondern einfach drauf losentwickelt. Ich denke, Brouchoud will mit seinem Artikel auch einfach LL etwas anspornen, in dieser Sache ihren Hintern zu bewegen. So oder so dürfen wir gespannt sein, ob und wann Second Life und OpenSim diese Brille unterstützen wird.

Weitere Links:

2 Kommentare:

  1. Fritzfranz Fride14. April 2013 um 08:58

    Na ich will mal hoffen das LL diese Möglichkeit sobald als möglich unterstützen wird. Aus einer 3D-Onlinewelt die bisher mit wenigen Ausnahmen für Otto Normaluser leider nur in 2D wahrgenommen werden kann eine richtige 3D Wahrnehmung zu machen wäre phantastisch.
    Bisher benutze ich für eine 3D-Wahrnehmung den Kisten Viewer mit seiner Möglichkeit anaglyph darzustellen, leider nur mit der bekannten rot-cyan-Brille. Diese Technik hat deutliche Nachteile und ist nur für bestimmte Situationen in SL gut geeignet (z.Bsp. Fotos ohne viel Rot- oder Cyan-Anteil), für das normale Bewegen in dieser Welt leider nicht so sehr.
    Ob das dann für viele denn auch so erstrebenswert sein wird bleibt abzuwarten... Textchat ist dann kaum mehr möglich und den bevorzugen noch sehr viele SL-User, ebenso braucht man dann zusätzlich geeignetere Möglichkeiten der Avatar- und Kamerasteuerung sofern die Sicht auf die Tastatur nicht mehr möglich ist ohne "die Brille" abzunehmen.

    Warten wir mal ab ob sich da was bewegt, ich bin gespannt drauf und hoffe das mein neuer PC dann noch einigermaßen mit den neuen Hardwareanforderungen mithalten kann.

    Gruß Fritz

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    1. Zum Chatten ist diese Brille eher nicht geeignet. Für mich wäre sowas für Sim-Erkundungen, Vehikel-Ausflüge und Besuch von virtuellen Museen und Kunstgalerien interessant.

      Zur Steuerung des Avatars könnte man den Leap Motion-Controller nehmen, für den es sogar einen Quellcode-Viewer von LL gibt. Die Kamera wird ja über Kopfbewegungen von der Oculus Rift gesteuert. Nur das freie Platzieren für Fotos o.ä. geht damit wohl nicht.

      Überhaupt ist diese Brille nur was für Leute, die gerne ihren Avatar in der Egoperspektive bewegen. Wenn sich jemand ohne Hinteransicht seines digitalen Vertreters unwohl fühlt, dann ist diese Brille nicht geeignet. :)

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