Sonntag, 29. März 2015

Künstlerin LaTurbo Avedon nutzt SL für ihre Skulpturen

Quelle: New Sculpt - LaTurbo Avedon
Im britischen Wired ist am letzten Dienstag ein interessanter Artikel über die Künstlerin LaTurbo Avedon erschienen. Das Besondere an ihr ist, dass sie ausschließlich als Avatar im Internet existiert. Wer hinter dem virtuellen Charakter steht, ist laut Wired nicht bekannt. Ich kannte bis heute noch nicht einmal den virtuellen Charakter, aber nach etwas Googeln bin ich dann überall im Web auf diesen Namen gestoßen. Unter anderem auf Instagram, Tumblr, Facebook, Twitter, LinkedIn, Soundcloud und Ello.

Inhaltlich berichtet der Artikel über die Projekte von LaTurbo, die sich um Videospiele, Virtual Reality und Interaktionen zwischen Künstlern und Publikum drehen. Sie kreiert mit Hilfe von Rendering Software und CG-Werkzeugen kristalline Skulpturen, die sie sowohl in virtuellen als auch realen Ausstellungen präsentiert und die inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden sind. Dabei kommuniziert sie mit anderen ausschließlich über ihren Avatar und verwendet dazu eine vom Computer generierte Stimme.

Ihre ersten Berührungen mit virtuellen Umgebungen hatte LaTurbo auf Onlineportalen für Rollenspiele. Und obwohl es heute umfangreiche Action-Games mit endlosen Handlungssträngen gäbe, waren es diese Anfänge im Bereich digitaler Welten, die zu ihren erinnerungswürdigsten Erlebnissen zählen. Als weiteres Beispiel nennt sie die Dschungelstimmung in den Tomb Raider Spielen. Bei solchen Spielen sind es oft die aufwändig strukturierten Umgebungen, durch die man sich als Spieler bewegen muss, die LaTurbo besonders gefallen. Und durch diese Strukturen inspiriert, hat sie dann auch eine Reihe von Skulpturen geschaffen, die sie in ihrer Serie New Sculpt präsentiert.

Das Interessante ist nun, wie LaTurbo diese Skulpturen erstellt. Sie "missbraucht" die in Second Life verfügbaren Baufunktionen, indem sie absichtlich kaputte Sculpt-Maps als Texturen auf normalen Standardprims verwendet. Jeder, der schon mal mit Sculpt-Maps in SL experimentiert hat, wird diese Kornflakesstrukturen kennen. Oft sehen sie so aus, als wäre das Innerste nach außen gekehrt worden. Im Grunde reicht es, wenn man einfach eine ganz normale Textur oder ein Foto in das Sculpt-Map Fenster zieht. Wie man auf ihrer New Sculpt Seite sehen kann, nutzt sie dann wohl auch noch einen 3D-Drucker, um ihre digitalen Skulpturen in physische Objekte zu verwandeln.

Quelle: New Sculpt - LaTurbo Avedon
Ein weiteres Projekt von LaTurbo nennt sich Panther Modern. Das ist eine Webseite, auf der andere Künstler ihre digitalen Kreationen ausstellen können. Und ein paar davon sehen wirklich aufregend aus. Zum Beispiel Room Seven von Pussykrew.

Im Januar 2015 war LaTurbo Avedons Projekt "Commons" auf der Transmediale in Berlin zu sehen. Darüber wurde dann sogar im deutschsprachigen Wired berichtet. Wer sich noch mehr über die virtuelle Dame informieren möchte, sollte diesen kurzen Artikel auch lesen.

Bei den Links zu LaTurbo Avedon liste ich nur ein paar wenige auf. Sie ist im Web so breit vertreten, dass man alle Bezüge sowieso nicht auflisten könnte. Allerdings scheint ihr Facebook-Account nun gelöscht zu sein, auch wenn noch viele Links dorthin verweisen. Tja, Avatare und Facebook, das ist so eine Sache... :)

Links:

Quelle: [Wired] - 'Avatar' artist crafts sculptures from pure technology

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