Montag, 20. April 2020

Simtipp: "Skyscrapers" von Gem Preiz

Über ein Foto von Holter Rez auf Flickr habe ich mitbekommen, dass am 19. April eine neue, simweite Installation von Gem Preiz eröffnet wurde. Eigentlich erstellt Gem ja bevorzugt fraktale Kunstwerke. Seine Modellstadt "Skyscrapers" hat mit Fraktalen allerdings nicht viel zu tun. Eine Besichtigung ist aber trotzdem interessant.


Der Landepunkt ist in einer Skybox mit vielen Informationen. Das ist fast ein bisschen zu viel, aber wenn man etwas Spaß haben will, sollte man sich das Ganze dennoch durchlesen. Ich fasse das kurz zusammen.

Zuerst die Grafikeinstellungen:
  • Schieber zwischen High und Ultra oder ganz auf Ultra einstellen.
  • Das Erweiterte Beleuchtungsmodell sollte aktiviert sein.
  • Wenn jemand bei der Besichtigung Lag verspürt, dann kann man Schatten deaktivieren.
  • Sichtweite auf 500 bis 800 Meter einstellen.
  • Partikel mindestens auf 3.000.
  • Als Windlight "Mitternacht" oder "Sonnenuntergang" nutzen.
    Empfohlen wird jedoch "TOR NIGHT Under a Yellow Moon".

Ich habe für meine Fotos die Einstellung mit "TOR NIGHT..." verwendet.


Dann werden drei Vorschläge gemacht, wie man die Stadt besichtigen soll.
  1. Einfach: Mit dem Avatar ganz normal durch die Stadt laufen. Dazu den Button "Teleport to the City" anklicken.
  2. Mittel: Mit einem unsichtbaren Avatar ganz normal durch die Stadt laufen. Dazu erst auf den Button "Invisible Alpha" klicken. Das Alpha-Objekt anziehen und danach alle noch sichtbaren Attachments am Avatar ausziehen. Dann ebenfalls den Button "Teleport to the City" anklicken.
  3. Komplex: Mit einem unsichtbaren Avatar auf einem Vehikel durch die Stadt fliegen. Dazu die Schritte aus Punkt 2 durchführen und dann Button "Teleport to Vehicles" auf Tafel Nummer 4 anklicken.
Will man die komplexe Besichtigung absolvieren, findet man nach dem Teleport drei Vehikel auf dem Boden. Davon eines anklicken und losfliegen. Die Steuerung wird in Kurzform im Chat ausgegeben. Wie üblich, steuert man die Richtung über Corsor- oder WASD-Tasten. Die Höhe wird über die "Bild hoch" bzw. "Bild runter" Tasten eingestellt.



Ich bin mit einem Vehikel losgeflogen. Warum das die beste Wahl ist, wurde mir erst am Ende klar, nachdem ich vom Vehikel abgestiegen bin und wieder meinen sichtbaren Avatar geladen hatte. Der Maßstab der Stadt ist im Verhältnis zum Avatar sehr klein, nämlich 1:10. Jeder Meter in SL sind im RL also 10 Meter. Das sieht man aber ohne Avatar nicht. Im Gegenteil, ich habe mehrfach überlegt, ob das wirklich nur eine Region ist, denn die Stadt wirkt ohne Avatare mega riesig.

Das wird noch verstärkt durch das Flugvehikel, dessen Größe an den Maßstab der Gebäude angepasst wurde. Auch hier hätte man mit einem sichtbaren Avatar dann gesehen, dass der Avatar etwa doppelt so groß wie das Vehikel ist. Ich empfehle dennoch, am Ende kurz mal mit dem (sichtbaren) Avatar durch die Straßen zu laufen. Das ist ein lustiges Erlebnis im Stil von Angriff der 50-Meter-Frau.


Die Stadt ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, die jeweils einen eigenen Baustil haben. Das Ganze erinnert auch stark an die Modelle von Architekten, wenn sie ihre Pläne einem Publikum präsentieren. Doch trotz der extrem vereinfachten Gebäude ist ein Flug durch die Häuserschluchten einfach cool und beeindruckend. Die meisten Gebäude sind auch nicht frei erfunden, sondern beruhen auf einem existierenden Bauwerk irgendwo auf der Welt.


Hier ist ein Teil des Inhalts der Notecard von Gem Preiz, die man am Landepunkt bekommt.
Skyscrapers

Ich liebe das unendlich Große und das unendlich Kleine. Ich liebe Sterne und Atome. Ich liebe Wolkenkratzer und Grashalme. Ich habe in Second Life schon sehr große fraktale Bilder präsentiert, in denen es von winzigen Details wimmelt. Diese Größenunterschiede sind einer der Hebel des immersiven Gefühls.

Die Stadt, die ich gebaut habe, ist ein Projekt mit zwei Zielen:

Das erste ist rein architektonischer Natur und hängt mit meiner Faszination für die Wolkenkratzer zusammen, moderne Kathedralen, die eine Synthese aller Techniken ihrer Zeit darstellen und den kollektiven Bestrebungen ihrer Erbauer gewidmet sind. Unglaubliche technologische Herausforderungen, die zunehmend die Suche nach einer Ästhetik integrieren, die ihre Wirkung verstärkt. Sie müssen schön sein, denn sie werden immer zahlreicher werden, um die Fläche des Ackerlandes oder der für die Ökosysteme reservierten Flächen zu begrenzen, die für die menschliche Wohnungsbau benötigt werden. Viele Bauten in der Stadt, die ich euch vorstelle, sind mehr oder weniger plump, mehr oder weniger getreue Nachbildungen oder Wiedererweckungen bestehender Gebäude oder Projekte, die noch vorhanden sind oder aufgegeben wurden (Liste im Anhang zum "Googeln"); andere beruhen auf Künstlerzeichnungen und auf meiner eigenen Fantasie.



Das zweite Ziel für mich war, ein stärkeres Gefühl des Eintauchens in Second Life zu erzeugen. Wie kann man die 256-Meter-Grenze einer Region überschreiten und einer Stadt ihre natürliche Dimension im Vergleich zu unserem Avatar verleihen? Die Lösung, die ich gefunden habe, besteht darin, im Maßstab 1:10 zu bauen und den Avatar unsichtbar zu machen, scheinbar eingeschlossen im Cockpit eines Flugzeugs, dessen Größe und Geschwindigkeit mit dem Maßstab der Gebäude in Einklang gebracht wurde. Man bewegt sich also in einer Stadt von 2,56 km Seitelänge, was der Fläche von 100 normalen Regionen entspricht. Der Offsim-Hintergrund betont diesen Skalierungseffekt noch mehr, da diese hundert Meter hohen Hügel hier wirklich wie Berge erscheinen, welche die Wolkenkratzer noch überragen.


Vor allem zum Spaß habe ich dieser Stadt verschiedene Skulpturen oder sogenannte Denkmäler hinzugefügt, die den Anschein eines Freilichtmuseums im Park erzeugen, eine Ausstellung von Mini-Fraktalen, von denen einige bereits in meinen früheren Ausstellungen zu sehen waren und einige futuristische Charaktere, die unter den Kirschbäumen oder auf den Straßen wandern.

Etwa 11.000 Prims, 500 Konstruktionen von mehr als 100 verschiedenen Designs, 6 Transportröhren von insgesamt 20 km Länge (im Maßstab), 6 Brücken; eine Vielfalt und Maßlosigkeit, die an die Megastädte unserer Zeit erinnert, aber nicht mit ihnen gleichkommt. Ich hoffe, dass euch der Besuch dieser Stadt so viel Freude bereiten wird, wie ich sie in den 6 Monaten ihrer Realisierung hatte.

Ein herzliches Dankeschön an Akiko Kinoshi, die mir die Gelegenheit gab, die Stadt unter idealen Bedingungen zu errichten.

Gem Preiz


Und hier die Liste der verbauten Modelle aus dem RL:
  • Burj al Khalifa (Dubaï, Vereinigte Arabische Emirate)
  • Marina Creek (Dubaï, Vereinigte Arabische Emirate)
  • Oper Sydney (Sydney, Australien)
  • Geode (Paris, Frankreich)
  • Das Interlace (Singapur)
  • Abu Dhabi Plaza (Astana, Kasachstan) (Konkurrierendes Projekt, nicht ausgewählt)
  • The One (Colombo, Sri Lanka)
  • Die Ansprache (Dubaï, Vereinigte Arabische Emirate)
  • Lodha World Towers (Mumbaï, Indien)
  • Ecocity (Tianjin, China)
  • ADNOC-Hauptsitz (Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate)
  • Etihad-Türme (Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate)
  • Hyatt-Regentschaft (Xuzhou, China)
  • Sheraton (Huzhou, China)
  • 900 Biscayne Bay (Miami, USA)
  • WFC-Turm (Shangai, China)
  • St.-George-Kaiserturm (London, UK)
  • Sky Mile Tower Tôkyô-Bucht (Tôkyô, Japan) (Projekt wurde nie gebaut)
  • Wynn Hotels (Las Vegas, USA)
  • Central Park Tower (New York, USA)
  • Pullman-Hotel (Roissy CDG, Frankreich)
  • Grand Rama 9 (Bangkok, Thailand)
  • Brautturm (Bassorah, Irak) (Projekt wurde nie gebaut)
  • Lincong-Brücke (Huashan, China) (Projekt von Santiago Calatrava)


Uff, das ist mit dem Notecard-Text nun doch ganz schön lang geworden. Wie lange die Installation stehen bleibt, habe ich nirgends lesen können. Bei Gem Preiz sind es meisten so sechs bis acht Wochen, bis er seine Bauten wieder entfernt.

>> Teleport zu Skyscrapers

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