Sonntag, 30. Juni 2019

Simtipp: North Brother Island

Nur drei Tage, nachdem Serene Footman und Jade Koltai ihre Region Ukivok geschlossen haben, wurde heute, am 29. Juni, schon die nächste Installation mit dem Namen "North Brother Island" eröffnet. Dazu hat Serene wieder einen ultralangen Blogpost geschrieben.


Wie von Serene und Jade gewohnt, wurde mit North Brother Island wieder ein verlassener Ort aus dem RL nachempfunden. Jedoch diesmal nicht weitab jeglicher Zivilisation, sondern mitten im East River von New York City, in Sichtweite des Stadtbezirks Bronx und nicht viel weiter entfernt von Manhattan, dem wirtschaftlichen Mittelpunkt der Metropole.


Die North Brother Insel war bis 1885 unbewohnt. Dann wurde das Quarantäne-Krankenhaus "Riverside Hospital" dort untergebracht. 1904 machte die Insel dann Schlagzeilen, weil der riesige Raddampfer General Slocum brennend die Insel anlief und dort fast völlig ausbrannte. Damals starben 1021 Menschen auf dem Schiff. Die meisten von ihnen waren Deutschamerikaner.


Im weiteren Verlauf wurde die Insel noch für ein Wohnprojekt ehemaliger Soldaten und für ein Drogenentzugsprogramm genutzt. Gegenwärtig ist die Insel unbewohnt und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die verfallenen Gebäude sind zugewachsen. Die geschützte Lage begünstigt eine große Kolonie von Nachtreihern. Und wer meinen Link weiter oben zur Wikipedia-Seite von North Brother Island geöffnet hat, wird merken, dass ich meinen Text dort entnommen habe. Ich bin heute ziemlich träge und mache mir das Leben etwas einfacher. :)



Im Blogpost von Serene steht noch wesentlich mehr über die New Yorker Insel. Er muss ziemlich lange recherchiert haben, bis er all die Informationen und Bilder zusammengesucht hatte. Die Karte mit der Lage der Insel hat Serene wahrscheinlich sogar selbst angefertigt.


Von den Gebäuden, die im Laufe der bewohnten Geschichte auf North Brother Island gebaut wurden, stehen heute nur noch die Ruinen. Die sind sowohl im Furillen Blog als auch in der Google Bildersuche gut dokumentiert. Wie schon bei seinen anderen Projekten, hat Serene einen Großteil der Gebäude (bzw. Ruinen) in Second Life selbst nachgebaut. Und verglichen mit den RL-Fotos hat er wieder hervorragende Arbeit geleistet. Zum Beispiel der Anlegesteg für die Fähre, der auf meinem nächsten Foto in virtueller Form zu sehen ist.


Der Landepunkt in Second Life ist am westlichen Rand der Insel auf einem verwitterten Steinplattenplatz. Man sollte nicht gleich loslaufen, sondern sich mal kurz umdrehen. Dann sieht man schon gleich die erste RL-Referenz. In einem Baum sitzen viele der Nachtreiher, die im Wikipedia-Text erwähnt werden (nächstes Foto). Und auch die Ufer rund um die Region, bieten immer wieder kleine Szenen, die man mit der Kamera kurz abzoomen kann.


Geht man vom Landepunkt in Richtung der ersten Ruine, kommt man auch gleich zum größten Gebäude, dass es auf der Insel gab. Das war früher das Quarantäne-Krankenhaus und wenn man dort die Zimmer untersucht, findet man noch an vielen Stellen Überbleibsel aus dieser Zeit.


Das vorgegebene Windlight ist neblig und dunkel. Ich hätte auf den meisten anderen Regionen wahrscheinlich ein anderes ausgewählt. Aber bei Serene und Jade ändere ich das nicht. Diese Nachbauten von RL-Orten sind ein Gesamtkonzept, zu dem das Windlight aus meiner Sicht dazugehört. Was bei diesem Windlight nicht geht, sind Aufnahmen aus großer Entfernung, denn ab etwa 50 Meter verschwimmt alles in einem Einheitsgrau.


Serene und Jade haben auch wieder einen sehr dichten Umweltsound überall auf der Region erzeugt. Je nach Position, hört man mal den Specht lauter, mal die Krähe oder auch ein paar Frösche. In den Hausruinen können auch mal andere Geräusche zu hören sein, die dann nicht so leicht zuzuordnen sind. Insgesamt sind die Geräusche ähnlich denen von der Installation Black Bayou Lake.


Ich bin mit dem Avatar die meiste Zeit außen am Ufer entlanggelaufen und habe mit der Kamera in das Innere der Region gezoomt. Denn der Wald abseits der Ruinen auf der Region ist so dicht, dass man beim Durchlaufen kaum etwas sieht. Auf der südlichen Seite, dort wo der Fähranleger im Wasser steht, sind am Ufer große Farn-Flächen. Das hat mir gut gefallen, denn Farne sehe ich ganz gern.


North Brother Island ist auf einer Homestead-Region untergebracht, auf der bei meinem Besuch nur noch 2 Prims frei waren. Die beiden haben mal wieder alles aus der Region herausgeholt, was möglich war. Die Einstufung ist unter Generell, was bedeutet, dass man dort auf Aktfotos verzichten sollte.


Insgesamt kann ich mich bei jeder Installation nur wiederholen. Was Serene und Jade da seit einigen Jahren in Second Life machen, ist Weiterbildung auf ganz hohem Niveau. Zumindest für die Leute, die sich für die Geschichte der Orte interessieren, die von den beiden ausgewählt werden. Im Fall von North Brother Island sollte man eigentlich im New York Historical Society Museum einen leistungsstarken PC aufstellen und den Besuchern in Second Life einen 3D-Einblick ihrer eigenen Geschichte anbieten.

>> Teleport zu North Brother Island

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