Samstag, 6. Februar 2021

Informationen vom TPV-Treffen am 5. Februar 2021

Quelle: Pantera Pólnocy / YouTube

Am Freitag, den 5. Februar 2021, gab es ein weiteres Treffen der TPV‑Entwickler in Second Life. Es dauerte etwas mehr als 28 Minuten. Das ist in etwa die durchschnittliche Dauer eines normalen Treffens.

In dieser halben Stunde wurden allerdings wesentlich mehr Themen angesprochen als vor zwei Wochen bei dem doppelt so langen Meeting. Deshalb habe ich heute etwas länger mit der Zusammenfassung gebraucht.

Die Informationen hier im Beitrag stammen wie immer aus dem Video von Pantera Pólnocy, das am Ende auch eingebettet ist. Die Themen sind weitgehend in der Reihenfolge aufgelistet, in der sie während dem Treffen angesprochen wurden.

Viewer Updates


Generelle Kommentare zu den RC- und Project-Viewern

Der Offizielle SL Viewer hat nach knapp drei Monaten Winterschlaf am 1. Februar 2021 ein Update erhalten. Übernommen wurde der Code aus dem Maintenance RC Viewer mit dem Codenamen "Dawa". Dies ist auch das erste Update des offiziellen Viewers, seit Second Life in der Cloud läuft. In die Release Notes wurde allerdings am 3. Februar noch nachträglich auf einen Fehler aufmerksam gemacht, der nun im offiziellen Viewer vorhanden ist. Er lautet:
"SL-14520 - Der Mac Viewer Updater stürzt mit Big Sur 11.1 ab (der Workaround ist ein Update auf Big Sur 11.2 oder die manuelle Installation des Second Life Viewers)."

Der Jelly RC Viewer hat am 5. Februar ein Update erhalten. Darin wurde der neuste Code aus dem offiziellen Viewer übernommen. Damit ist dies voraussichtlich auch der nächste Viewer, der in den Hauptviewer aufgenommen wird.

Der Key Mappings RC Viewer ist ein Release Kandidat (mehr sagte Vir Linden dazu nicht^^).

Der LMR5 Project Viewer ist auf einem Stand, mit dem er in die Gruppe der Release Kandidaten aufgenommen werden kann. Es sollen keine weiteren Fixes zu JIRA-Reports mehr hinzugefügt werden.

Der Simple Cache Project Viewer ist ebenfalls in einem Zustand, mit dem er bei den Release Kandidaten aufgenommen werden kann.

Der Legacy Profiles Project Viewer hat mal wieder ein Problem. Bei den letzten beiden Treffen hatte Vir noch gesagt, er wäre bereit für die Übernahme in die RCs. Eigentlich sagt er das nun schon seit über einem Jahr. Doch nun gibt es "Diskussionen, weitere Änderungen an der Benutzeroberfläche vorzunehmen". Deshalb ist sich Vir plötzlich nicht mehr sicher, wie bald dieser Viewer hochgestuft werden kann. Mein persönliches Gefühl sagt mir, dass Linden Lab es bis 2030 aber irgendwie hinbekommen wird.

Zu den restlichen Project Viewern sagte Vir nichts.

In Kürze sollen ein oder zwei neue Maintenance Viewer unter den Release Kandidaten erscheinen.

Abschließend sagte Vir noch, dass ein Viewer für Apple MacOS in Arbeit ist, der die Apple-Beglaubigung für Apps unterstützen soll. Diese Anforderung wurde vor etwa einem Jahr mit MacOS 10.14.5 bei Apple eingeführt.


Kommende Änderungen beim Viewer-Login

Oz erzählte, dass er aktuell an einem Projekt arbeitet, mit dem in Zukunft ein Login im Viewer verhindert werden soll, wenn das Inventar des entsprechenden Nutzers defekt ist.

Laut Oz ist diese Änderung notwendig, da man in letzter Zeit öfter einen "schlechten Mix der Verantwortlichkeiten zwischen Server und Viewer in Bezug auf die Wartung des Inventars" erlebt hätte. Und einer der Schritte, die man als Verbesserung durchführen will, ist es zu verhindern, dass ein defektes Inventar auf dem Server an einen Viewer übertragen wird, da dies die Situation noch verschlechtert.

Ein Nutzer mit einem defekten Inventar erhält dann in Zukunft die Meldung, dass das Inventar ein Problem hat und man den Support kontaktieren soll. Zusätzlich sollen in der Fehlermeldung weitere Informationen enthalten sein, die man bei seinem Kontakt mit dem Support angeben soll.

Oz sagte dazu, dass diese Neuerung zwar ein paar zusätzliche Login-Fehler produzieren wird, aber dafür würde man viele Inventar-Fehler verhindern können. Oz bittet die TPV-Entwickler die Funktion zu testen. Er hofft, dass er bis Ende Februar die Viewer-seitigen Updates bereitstellen kann.

Vir Linden ergänzte noch, dass das Problem mit einem doppelten "Meine Outfits"-Ordner eines der Dinge ist, die man mit dieser Änderung in den Griff bekommen will.


Diskussion zum Jelly RC Viewer

Auf die Frage, was sich mit dem aktuellen Jelly RC Viewer in Bezug auf die Darstellung und Berechnung der vereinfachten Avatare ändert, erklärte Vir noch einmal die Neuerungen. In erster Linie soll vor allem die Performance der aktuell noch farbigen "JellyDolls" noch einmal verbessert werden.

Dazu gehört, dass zukünftig die Attachments eines JellyDoll nicht mehr dargestellt werden. Heute ist es noch so, dass solche Attachments (Mesh-Kleidung, Mesh-Body, Haare, usw.) trotz einheitlicher Färbung dennoch vom Viewer berechnet und angezeigt werden. In Zukunft soll nur noch ein einfacher menschlicher Körper dargestellt werden. Selbst wenn der Avatar zum Beispiel als Tier oder Fantasiewesen unterwegs ist. Das soll die Grafik im Viewer noch einmal beschleunigen und weniger Grafikspeicher verbrauchen.

Die zweite sichtbare Änderung ist die Darstellung der JellyDolls in einheitlichem Grau. Bisher wurden die Jellys ja alle in zufällig festgelegten Farben angezeigt. Ich denke, Grau ist besser, denn wenn ich zum Beispiel auf einem Event mein ARC-Anzeigelimit sehr klein gestellt habe, fand ich die bunten Avatare um mich herum zu ablenkend. Grau wird wohl etwas zurückhaltender sein.


Offene Probleme nach Cloud-Migration

Eine Teilnehmerin beim TPV-Treffen fragte, wie der Stand bei den noch nicht gelösten Problemen sei, die durch die Migration in die Cloud entstanden sind. Oz sagte dazu, dass die defekte Anzeige der Weltkarte (Viewer Map) eines der Probleme wäre, die durch die Migration verursacht wurden. An der Behebung dieses Problems werde aber gearbeitet.

Ein weiteres Problem sind die Chat-Server, die nun häufiger neu gestartet werden müssen, um den Gruppenchat einigermaßen in Gang zu halten. Linden Lab hat noch nicht herausgefunden, warum das so ist. Man will das Problem aber weiter untersuchen.

Dann räumte Oz auch noch ein, dass das Teleport-Problem, bei dem man gelegentlich eine Fehlermeldung bekommt, das Ziel sei eine falsche oder ungültige Adresse, ebenfalls durch die Migration entstanden ist. Auch dieses Problem wird von LL aktiv untersucht.

Was Oz nicht aufgezählt hat, ist der immer noch defekte Land Store (also der Verkauf von Regionen), der aus geschäftlicher Sicht eigentlich für LL das größte Problem sein sollte.

Am Ende seiner kleinen Erklärung sagte Oz, dass trotz alledem Second Life in der Cloud doch sehr gut läuft.


Probleme mit dem Marketplace

Bei einer Diskussion über die jüngsten Probleme mit dem Marketplace (Probleme beim Kauf von 0 L$ Artikeln, Bearbeiten von Anzeigen nicht möglich, etc.) sagte Oz, dass der Marketplace von vielen Infrastrukturdiensten abhängig wäre. Linden Lab führt aktuell mehrere Änderungen an diesen Diensten durch. Zusätzlich gibt es auch noch Anpassungen für die Migration in die Cloud. Dadurch entstehen gelegentlich Probleme, die man aufgrund der Größe und Komplexität des Marketplace nicht in einem Testsystem abfangen kann.

Deshalb lassen sich die Anpassungen nur am Live-System testen. Der bessere Weg wäre es, den Marketplace einige Wochen abzuschalten und komplett zu überarbeiten. Doch dann würde er für die Nutzer in dieser Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Also geht das nicht. Alle Anpassungen würden nur dazu dienen, in Zukunft einen stabileren Marketplace zu haben, den man leichter warten kann.


Dies und Das

  • Oz Linden sagte, dass Linden Lab aktuell einige Änderungen am SL-Gesamtsystem vornimmt, mit denen zukünftige Updates in der Amazon Cloud-Umgebung (AWS) besser eingespielt werden können. Wenn Linden Lab seine Arbeit richtig gemacht hat, sollten die SL-Bewohner keine Änderungen bemerken.
  • Es wurde gefragt, ob man auch ein globales ARC-Limit einführen könnte, zusätzlich zum ARC-Limit für einzelne Avatare. Grund: Bei vielen Avataren, die alle nur knapp unter dem Limit liegen, wäre die Belastung im Viewer immer noch sehr hoch. Vir Linden antwortete, dass man generell besser Kontrollen für die Performance entwickeln will. Möglicherweise würde dann eine solche Funktion dabei herauskommen.
  • Es wurde gefragt, warum man nur Meshes mit maximal 110 Skelettknochen im Viewer hochladen kann, obwohl der Bento-Avatar 159 Knochen enthält. Vir antwortete darauf, dass dies eine Beschränkung für ältere Grafikkarten sei, die mit mehr als 110 Knochen pro Mesh nicht zurecht kommen. Diese Einschränkung betrifft aber nur Sub-Meshes. Ein Modell mit mehreren Sub-Meshes kann dennoch hochgeladen werden. Oder man kann inworld einem Avatar mehrere hochgeladene Sub-Meshes anhängen, womit die maximal unterstützte Anzahl von 159 Knochen ebenfalls genutzt werden kann.
  • Bei einer kurzen Diskussion über den Legacy Profiles Project Viewer wird erwähnt, dass Linden Lab die "Feed"-Registerkarte im "Web"-Bereich nicht entfernen will, weil dieser Feed eine kleine aber treue Fangemeinde hat.
  • Es gibt aktuell keinen Einführungstermin für das Premium Plus Paket (Premium Abonnement mit zusätzlichen Vorteilen), das bereits für 2020 angekündigt war.
  • Oz sagte gegen Ende des Treffens, dass nach der Migration das gesamte System von Second Life stabiler laufen würde als zuvor, was zum größten Teil an der moderneren Hardware liegt, auf denen die Infrastruktur nun installiert ist. Und als weiteren Vorteil nennt Oz den Amazon Support von AWS, der Tickets von Linden Lab sehr schnell bearbeitet und das gemeldete Problem löst.
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Hier das Video vom TPV-Treffen:

Second Life: Third Party Viewer meeting (5 February 2021)



Quelle: [YouTube] - Second Life: Third Party Viewer meeting (5 February 2021)

3 Kommentare:

  1. unter DIES UND DAS
    "Bei einer kurzen Diskussion über den Legacy Profiles Project Viewer wird erwähnt, dass Linden Lab die "Feed"-Registerkarte im "Web"-Bereich nicht entfernen will, weil dieser Feed eine kleine aber treue Fangemeinde hat."

    Maddy, weißt du,
    was damit gemeint ist?

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    1. Jepp,
      mit dem Legacy Profiles Viewer soll das alte Profilfenster wieder zurück in den offiziellen Viewer gebracht werden. Das heutige Profil ist ja webbasiert. Das heißt, alle angezeigten Daten werden von >> dieser Webseite << geladen. Das Legacy Profil wird dagegen direkt vom Server in das Profilfenster geladen und dargestellt. Also ohne Daten von einer Webseite. Doch bei der "Feed"-Registerkarte will Linden Lab eine Ausnahme machen. Denn dort haben viele SL-Nutzer ihre Fotos gespeichert oder Unterhaltungen geführt. Und sie legen wert darauf, diese Daten zu behalten. Deshalb versucht Linden Lab, den Feed aus dem Web-Profil in das Legacy Fenster einzubauen. Das ist wohl der Grund dafür, dass dieser Project Viewer nun schon seit Juni 2019 in Entwicklung ist.

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    2. Ich glaube, jetzt verstehe ich wieder mal so allerhand.
      Ich danke dir, Maddy!

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