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Montag, 21. März 2016

Second Life und Sansar in der IBTimes

Quelle: IBTimes
Bereits letzte Woche ist in der International Business Times (kurz IBTimes), einer Wirtschaftsplattform mit weltweit 50 Mio. Lesern, ein Artikel über die Blockchain-Technologie erschienen. Das ist der Datenblock, mit dem bei Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin, die gesamte Kette aller Transaktionen gespeichert wird, bis zurück zum Start der Währung. Besser wird es hier in der Bitcoin Wiki erklärt.

Der Artikel in der IBTimes betrachtet nun die mögliche zukünftige Nutzung von Kryptowährung auf Blockchain-Basis in virtuellen Welten. Und ein nicht unerheblicher Anteil des Artikels dreht sich dabei um Second Life und Sansar. Um SL in erster Linie als Beispiel, wieviel Geld inzwischen in virtuellen Welten umgesetzt wird. Sansar dann als möglicher Kandidat für eine digitale Währung auf Blockchain-Basis. Ebbe Altberg, der offenbar dem Wirtschaftblatt für Fragen zur Verfügung stand, äußerte sich dazu allerdings nicht direkt. Nur dass er persönlich die Blockchain-Technologie für interessant hält und man das zukünftig für alle möglichen Dinge nutzen könnte. Das beschränke sich nicht nur auf die Übertragung von Geld oder Werten, sondern man könne auch Verträge oder Rechte an geistigem Eigentum damit verwalten.

Nachdem Ebbe auf der VWBPE 2016 vor kurzem gesagt hat, dass Sansar mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den Linden Dollar als virtuelle Währung nutzen wird, könnte das ein Wink sein, auf welcher Technologie die Sansar-Währung basieren könnte. Denn wenn es nicht der Linden Dollar sein soll, dann wird Linden Lab sicher nicht das Rad noch einmal erfinden und stattdessen auf basierende Systeme zurückgreifen (wie zum Beispiel Ethereum).

Auch interessant ist eine Grafik im IBTimes-Artikel, nach der die Nutzung virtueller Welten irgendwann anteilsmäßig höher sein wird als die Nutzung der realen Welt. Unter der Grafik sind dann Gründe genannt, warum das so sein wird. Ich persönlich halte solche Aussagen für etwas gewagt, aber ein paar der aufgezählten Gründe sind nicht von der Hand zu weisen. Wie zum Beispiel Sicherheit (keine physische Gewalt möglich), günstiger (Arbeiten und Verreisen ohne Fahrtkosten), gerechter (keine Diskriminierung aufgrund von Minderheiten, Armhut, Behinderung, usw.). In der Liste wird noch einiges mehr aufgezählt. Für SL-Nutzer alles alte Hüte, aber für Außenstehende ist das noch echte Science Fiction.

Ansonsten wird bezüglich SL im Artikel noch erwähnt, dass inzwischen pro Jahr mehr als 500 Mio. US-Dollar an Geld in der SL-Wirtschaft umgesetzt wird und eben in diesem Jahr mit Sansar eine neue virtuelle Welt von Linden Lab gestartet wird. Außerdem hätte Linden Lab eine einzigartige Erfahrung im Umgang mit einer virtuellen Wirtschaft, in der zum Beispiel der Banken-Crash schon vor der großen Bankenkriese in der realen US-Wirtschaft eingetreten ist (gemeint ist das Verbot der SL-Banken im Jahr 2008).

Ebbe erklärt auch, dass es den meisten Betreibern von Spielen und virtuellen Welten nicht gestattet sei, Spielwährung in echte Währung einzutauschen. Linden Lab ist da eine von wenigen Ausnahmen. Und dies war nur durch viel Arbeit im Compliance-Bereich machbar gewesen, die sich jahrelang hingezogen hätte. Nun könnten Second Life Nutzer ihre virtuelle Währung in voller Übereinstimmung mit den Gestzen nutzen, unter denen Linden Lab agieren muss.

Quelle: Gaming the blockchain IV: Do virtual bankers dream of digital currency?
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Anm.:
Mir ist der Artikel vor allem ins Auge gesprungen, weil eine topaktuelle Grafik von der SL-Homepage verwendet wurde. Das sieht doch gleich ganz anders aus als mit den drei Damen vom Grill aus dem Jahr 2007. Und bezüglich der Linden Dollar Währung in SL, festigt sich nach diesem Artikel meine Ansicht, dass das Verbot der weltweiten Tauschbörsen einfach sein musste, um überhaupt weiter diese Währung betreiben zu dürfen.

Bei Sansar habe ich dagegen ein paar Zweifel. Sollte wirklich dieses Blockchain System von Bitcoin genutzt werden, dann ist es mit einer über Jahre gleichbleibend stabilen Währung vorbei. Dazu werden diese Systeme viel zu sehr als Spekulations- und Zocker-Möglichkeiten genutzt, was zu ständigen Schwankungen führt.

Kommentare:

  1. Anidusa Carolina22. März 2016 um 18:34

    hm, ich gestehe mich nie viel mit dem Thema Währungen in virtuellen Welten befasst zu haben. Ausser Second Life ist mir eigentlich nur eine einzige weitere Welt bekannt, und zwar diese "Entropia" SciFi Wirtschaftssimulation. Allerdings habe ich mich dort nie angemeldet und keine Ahnung, welches System die nutzen und wo die Macher zuhause sind, sprich: Welches Land mit seiner Gesetzgebung für die Betreiber Gerichtsort wäre.

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    1. Bei Entropia Universe gibt es den PE-Dollar. Den kann man auch wieder in US-Dollar zurücktauschen und zwar im Verhältnis 10:1 (also 1 US-Dollar für 10 PE-Dollar).

      Bei den meisten anderen Plattformen gibt es auch irgendeine Währung. Jedoch kann man die nicht wieder zurück in echtes Geld tauschen.

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  2. "Bei Sansar habe ich dagegen ein paar Zweifel. Sollte wirklich dieses Blockchain System von Bitcoin genutzt werden, dann ist es mit einer über Jahre gleichbleibend stabilen Währung vorbei"

    und dazu die verträumte Grafik im IBTimes Artikel
    multi identities
    non-human
    und mit den Kryptowährungen,wie immer die heißen mögen,ist damit der Abzockerei Tür und Tor geöffnet,SL ist ein virtuelles Leben und kein Zockergame
    ich hoffe LL lässt die Finger von diesem undurchsichtigen Geschäft,andernfalls kann es ein das Sansar die Bühne bald wieder verlässt

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    1. Das Dumme dabei ist, dass viele Finanzexperten diese Kryptowährungen für zukunftsträchtig halten. Wahrscheinlich, weil man damit genauso das Wirtschaftssystem korrumpieren kann, wie mit der Börse und den RL-Banken. ;-)

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  3. Anidusa Carolina23. März 2016 um 11:56

    ja die sehen es als Riesengeschäft. Dabei steht doch zu vermuten das diese Kryptowährungen am Ende eine typische Seifenblase sind. Eine Weile werden sie existieren und vor allem auch an Wert zulegen, aber der Crash ist sozusagen vorprogrammiert. Nur wann er kommt weiss kein Mensch.

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