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Freitag, 18. Mai 2018

[Dokumentation] - Our Digital Selves: My Avatar is me

Quelle: Draxtor Despres
Letzte Nacht wurde die offizielle Dokumentation "Our Digital Selves: My Avatar is me" von Draxtor Despres auf YouTube veröffentlicht. Ich hatte zu dieser Doku schon mehrere Blogposts geschrieben. Daraus entnehme ich noch einmal meine Kurzerklärung.

Die Dokumentation dreht sich um eine dreijährige Studie, die von der National Science Foundation finanziert und von der University of California, Irvine (UCI), sowie der University of Oregon umgesetzt wurde. Die Leitung der Studienrecherche hatten Tom Boellstorff von der UCI und Donna Z. Davis von der Universität aus Oregon. Der Titel der Studie lautet "Virtual Worlds, Disability and New Cultures of the Embodied Self", was übersetzt so in etwa "Virtuelle Welten, Behinderung und neue Kulturen des verkörperten Selbst" bedeutet. Es geht im Wesentlichen darum, wie körperlich und geistig behinderte Menschen virtuelle Welten nutzen und welche Vorteile sich daraus für sie ergeben.

Nachdem ich ansonsten schon viel zu den einzelnen Teasern geschrieben habe, will ich das nicht auch noch einmal wiederholen. Stattdessen übersetze ich den offiziellen "Blurb" (englischer Begriff für Cover- oder Buchklappentext), den mir Draxtor per E-Mail zukommen ließ.

"Unser digitales Selbst: Mein Avatar bin ich!" erzählt die Geschichte von 13 globalen Bürgern und ihren Avataren, die durch künstlerischen Ausdruck ihre unterschiedlichen Behinderungen überwinden und im VR-Metaverse ein Zuhause finden.

Der Filmemacher Bernhard Drax reiste von Kalifornien bis in den ländlichen Süden Englands, um zu erkunden, warum eine heterogene Gruppe von Menschen zwischen 24 und 92 Jahren in einem von Nutzern geschaffenen digitalen Wunderland Trost, Inspiration und tiefe Freundschaft findet, die nur in ihren Computern existiert.

Drax schickte seinen unerschrockenen Dokumentaristen-Avatar Draxtor Despres in die virtuellen Universen von Second Life, sowie in die VR-Plattformen der nächsten Generation, wie High Fidelity und Sansar. Neben vielen anderen Abenteuern findet er heraus, warum ein 40-jähriger Einwohner aus Chicago sich am besten von einem farbenfrohen Gecko repräsentiert fühlt, komplett mit Superhelden-Umhang. Oder warum Cody LaScala, der sein ganzes Leben an den Rollstuhl gefesselt ist, der Ansicht ist, dass sein Avatar genauso aussehen sollte wie er.


Quelle: Draxtor Despres
Der Film verfolgt die Wissenschaftler Tom Boellstorff und Donna Davis bei der Leitung von Diskussionsgruppen und wie sie eine tiefe Verbindung zwischen realen Menschen in der Virtualität ermöglichen. Wir folgen ihnen auf ihrem Weg ins Silicon Valley, um herauszufinden, wie die führenden Technologen die Zukunft für Menschen mit Behinderungen gestalten wollen.

Während Boellstorff und Davis ihre 3-jähriges Studie abschließen, die durch ein Stipendium der National Science Foundation ermöglicht wurde (mit dem Titel "Virtuelle Welten, Behinderung und neue Kulturen des verkörperten Selbst"), kommt der Film als komprimiertes Kompendium und visueller Leitfaden für die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten von grenzenlosen menschlichen Interaktionen.

"Our Digital Selves" ist eine einzigartige erzählerische Herangehensweise und verbindet physische und virtuelle Cinematografie, indem die Hintergrundgeschichten der Protagonisten mittels Machinima-Technik - Echtzeitanimation - in der virtuellen Welt und in VR-Plattformen der nächsten Generation nachgespielt werden.

Der Film wird ab 18. Mai kostenlos auf YouTube erhältlich sein und wurde für die Saison 2019 bei Filmfestivals auf der ganzen Welt eingereicht.

Our Digital Selves: My Avatar is me [full feature film]




Für das Verständnis dieser Dokumentation sollte man zumindest etwas Englisch verstehen. Doch auch schon über das Visuelle kann man erkennen, dass Second Life, Sansar und High Fidelity die Lebensqualität dieser Menschen verbessert. Sie unterliegen dort nicht den Vorurteilen und Beschränkungen der physischen Welt. Und das lässt sie wesentlich unbeschwerter agieren. Bei den meisten würde man anhand ihres Avatars und ihrer Interaktionen noch nicht einmal vermuten, dass es sich um behinderte Menschen handelt. Ich kenne selbst zwei der Protagonisten, da ich schon mit ihnen einen Chat geführt habe. Mir war bis zu diesem Film nicht bewusst, dass diese Menschen im RL körperliche oder psychische Einschränkungen haben.

Quelle: Draxtor Despres
Um die Linkliste hier unten nicht zu lang werden zu lassen, gibt es noch zwei Links zu Blogposts des Produktionsteams in Textform. Draxtor hat nach langer Zeit mal wieder einen Beitrag geschrieben, der viele Fotos aus der Produktionsgalerie enthält. Von dort habe ich auch meine drei Fotos hier im Beitrag herausgesucht. Unter anderem schreibt er, dass er für die Aufnahmen zu dieser Doku fast ein Jahr durch das Metaverse und die physische Welt gereist ist.

Der zweite Artikel wurde schon im März von Donna Z. Davis geschrieben und ist im Platypus Blog erschienen. Sie schreibt unter anderem, dass auf der Second Life Region Ethnographia ein großer Teil der inworld Studien durchgeführt wurde. Diese Region diente als Treffpunkt für Gruppenaktivitäten. Auch jetzt ist die Wahrscheinlichkeit noch hoch, dass man einen der Protagonisten dort antrifft.

Insgesamt ist das eine sehr ambitionierte Dokumentation, die entfernt an "Login 2 Life" erinnert, das 2011 erschienen ist. Bei dieser Doku hatte Draxtor übrigens auch schon mitgewirkt. Our Digital Selves zeigt in eindrucksvoller Weise, dass Second Life und andere Welten eben keine Plattformen für Realitätsflüchtlinge sind, sondern eine sinnvolle Erweiterung des physischen Lebens sein können.

Bleibt noch zu hoffen, dass vielleicht auch eine Version mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen erscheinen wird.

Links:

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