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Mittwoch, 7. September 2016

[High Fidelity] - Bryn Oh, ein paar Selfies und 3D-Audio

Quelle: High Fidelity / Facebook
Ich habe schon länger nichts mehr über High Fidelity (kurz HiFi) geschrieben, der virtuellen Welt von Second Life Erfinder Philip Rosedale. Da in den letzten zwei Tagen zwei Artikel im HiFi-Blog veröffentlicht wurden, nehme ich das zum Anlass, mal wieder einen Beitrag zu schreiben

Seit April 2016 befindet sich HiFi in der offenen Beta und seitdem haben die Aktivitäten auch ein wenig zugenommen. Dennoch ist diese Plattform immer noch weit davon entfernt, richtig Fahrt aufzunehmen. Immerhin sind jetzt so im Schnitt etwa 70 sogenannte "Worlds" online. Eigentlich könnte man zu diesen Worlds auch schlicht Regionen sagen, denn viel größer als ein Second Life Sim ist so eine World meist auch nicht.

Zunächst noch eine kurze Info aus dem Blog von Bryn Oh, Sie schrieb am letzten Samstag, dass sie vor einem Monat von Lemondrop Serendipity in Second Life angesprochen wurde, ob sie nicht beim HiFi Creators Programm teilnehmen möchte. Lemondrop ist im RL Caitlyn Meeks, die Leiterin für Content in HiFi. Was ich bisher auch nicht wusste: Die Firma High Fidelity, Inc. bezahlt scheinbar bekannte Ersteller dafür, dass sie neuen Content in HiFi erzeugen. Jedenfalls wurde das Bryn gesagt, und sie sagte zu, etwas in HiFi zu machen.

Bryn hat daraufhin auch mit Cica Ghost gesprochen, die nun auch eine Installation in HiFi erstellen will. Diese beiden Namen könnten, zumindest für SL-Nutzer, schon ein Grund sein, sich in HiFi einzuloggen, um die Kreationen dieser Künstler anzusehen. Das war damals ähnlich, als Claudia222 Jewell eine Region in Cloud Party gestaltete.

Mein neuer Avatar in der HQ Sandbox
Bryn schreibt aber auch, dass sie HiFi noch für etwas fehleranfällig hält. Die Mitarbeiter, mit denen sie zu tun hat, bezeichnet sie dagegen als eifrige Helfer.

Ich wollte selbst schon mal schauen, ob ich das Projekt von Bryn in HiFi finden kann. Leider war ich nicht erfolgreich. Es ist überhaupt ziemlich schwer, in HiFi irgendwas inworld zu finden. Ansonsten hat sich der Viewer aber ein Stück weit verbessert, seit ich das letzte Mal in HiFi gewesen bin.

Was immer noch absolut frustrierend ist, ist die Kontrolle der Kamera. Irgendetwas für ein Foto heranzoomen oder auch nur einen guten Bildausschnitt auswählen, ist mit dem Standard-Viewer unmöglich. Zum Glück hat David Rowe (CtrlAltStudio Viewer) ein Skript geschrieben, mit dem man im HiFi Viewer eine hakelige Kamera-Steuerung im Second Life Stil erzeugen kann. Solche Skripte lassen sich einfach über einen Menüpunkt im Viewer starten, indem man die URL zum Skript hineinkopiert.

Riesige Szene in der HQ Sandbox - der blaue Punkt in der Mitte ist mein Avatar
Meine Fotos hier im Beitrag, habe ich gestern erstellt. Einmal auf der HQ Sandbox und einmal in einer neuen World mit dem Namen "Gotham" (Batman lässt grüßen). Grafisch geht es schon ein wenig voran, vor allem, weil das Windlight nun auch Tag und Nacht abwechselt und man die World-Sphären von innen mit sehr hochauflösenden Texturen versehen kann. Damit ist die geile Skyline von Gotham realisiert worden, die ohne irgendwelche sichtbaren Fehler, fast wie eine echte 3D-Stadt aussieht.

Die World "Gotham"
Nun noch zu den beiden neuen Artikeln aus dem HiFi Blog. Der erste wurde am 6. September von Ken Cooke gepostet. Er stellt die neuesten Entwicklungen zum Thema 3D-Audio vor, was im Englischen Spatial Sound genannt wird. Damit lässt sich auch über einen Stereo Kopfhörer (also nur zwei Lautsprecher) ein Raumklang erzeugen, mit dem es möglich ist, anhand eines Geräusches die Richtung und Entfernung der Quelle annähernd zu bestimmen. Selbst mit geschlossenen Augen.

Die HiFi Entwickler haben nun einen serverseitigen 3D Audiomixer erstellt, der über einen ebenfalls selbst entwickelten VR Audio Codec einen Stream zum Nutzer erzeugt, der wiederum mit einer neuen Umgebungshall-Berechnung für den 3D Effekt aufbereitet wird.

Und noch mal Gotham, weil es einfach geil aussieht
Der 3D Audiomixer vereint dabei die Geräusche vieler Nutzer, die in Hörweite versammelt sind. Das wird für jeden Nutzer individuell berechnet, denn an jedem Standort klingt der Sound ja anders. Und das Ganze wurde serverseitig implementiert, weil das auf den Rechnern der Nutzer sonst zu viel Performance kosten würde. Der Codec komprimiert den kombinierten Audiostream aller Nutzer auf eine kleinere Datenmenge und dann wird der Stream an den zugehörigen Viewer geschickt. Aktuell ist ein HiFi-Server in der Lage, den Stream für 50 Avatare gleichzeitig zu berechnen und zu verschicken.

Und noch einmal ein Foto aus der HQ Sandbox
Beim Audio-Codec geht Ken Cooke tief in die technischen Einzelheiten, was ich hier nicht zusammenfasse. Der Umgebungshall wird dann erst beim Nutzer vom Viewer auf dem Rechner hinzugefügt. Diese Engine berechnet anhand von 3D Objekten, die sich in der näheren Umgebung des Avatars befinden, die Streuung und Reflektionen der Schallwellen mittels Raycasting. Das klingt alles sehr komplex und das ist es auch.

Es gibt ein kurzes Beispielvideo, in dem das demonstriert wird. Der echte 3D-Effekt ist nur zu hören, wenn man das Video mit einem Kopfhörer anhört.

High Fidelity's 3D Audio in Virtual Reality



Der blaue Alien Avatar ist übrigens ein Freebie vom HiFi Marketplace. Den habe ich mir auch geholt, weil der so schön einfach ist. Man muss sich nicht um Kleidung oder Haarfarbe kümmern.^^

Quelle: [HiFi Blog] - 3D Audio for Shared VR

Bozo Bop Bag von Caitlyn
Der zweite neue HiFi Blogpost ist von Caitlyn Meeks und wurde heute erst veröffentlicht. Sie berichtet über ein weiteres Freebie, das sie selbst als Spielzeug zum Ausprobieren erstellt hat. Es nennt sich "Bozo Bop Bag" und war in den 1950'ern in den USA ein sehr beliebter Zeitvertreib.

Das ist eine Art Boxsack, der aber nicht an einem Seil hängt, sondern auf dem Boden steht und am tiefsten Punkt ein schweres Gewicht eingebaut hat. Boxt man nun gegen den Sack, fällt er nach hinten um und richtet sich gleich wieder auf.

Das hat nun Caitlyn als HiFi Objekt, inklusive des physikalischen Verhaltens gebaut. Auf ihren Fotos vom 3D-Modell, sieht das Teil aus, wie ein reales Objekt. Vor allem, weil sie durchgehend Materialtexturen verwendet hat.

Die Physik wird über Skripte erzeugt. Dazu gibt es Boxhandschuhe mit einer Kollisionshülle für den Avatar. Ein Video, wie das in HiFi dann aussieht, hat Caitlyn leider nicht im Blog gezeigt. Aber das Freebie kann man sich hier holen und es selbst ausprobieren.

Quelle: [HiFi Blog] - Let's make a punchin' clown

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