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Dienstag, 29. Mai 2018

Ebbe Altberg im Interview mit Designing Worlds (Teil 1)

Ebbe und Saffia / Quelle: Designing Worlds Blog
In Folge 370 der Designing Worlds Show, gab es im Rahmen des zehnjährigen Bestehens dieser Show, und zum fünfzehnjährigen Bestehen von Second Life, ein Interview mit Ebbe Altberg, CEO von Linden Lab. Geführt wurde das Interview von Saffia Widdershins bereits am 15. Mai 2018, allerdings hinter verschlossenen Türen und mit ein paar eingeladenen Gästen.

Gestern, am 28. Mai, wurde das Interview dann im Rahmen der Designing Worlds Show auf der Region "Garden Of Dreams" vorgeführt. Zeitgleich ist auch auf verschiedenen Webseiten das Video veröffentlicht worden.

Schon im Vorfeld wurden die Second Life Nutzer dazu aufgefordert, Fragen einzureichen, die man Ebbe Altberg während der Show stellen könnte. Im Grunde lief es ähnlich ab wie beim Town Hall Meeting vom 20. April 2018, bei dem Ebbe auch auf Fragen der SL-Nutzer geantwortet hatte.

Im Mittelpunkt des Interviews standen Fragen in Bezug auf den Fahrplan von Linden Lab für die zukünftige Entwicklung von Second Life. Dieser 15‑Punkte Fahrplan wurde im März in einem Blogpost von Linden Lab grob vorgestellt. Zu vielen der Fragen, die Saffia stellt, ist es deshalb ratsam, sich vorher noch einmal diese 15 Punkte durchzulesen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man nicht weiß, was mit der Frage gemeint ist.

Ebbe Linden (Ebbe Altberg) mit Linden Lab Infografik  / Quelle: Designing Worlds
Das Interview von Designing Worlds dauerte 1 Stunde und 51 Minuten. Ich habe mir gestern schon die erste Hälfte angehört. Etwa die Hälfte von dem, was Ebbe sagt, hat er so bereits beim Town Hall Meeting erzählt. Deshalb dachte ich, dass meine Zusammenfassung nur kurz wird. Aber obwohl ich Aussagen weggelassen habe, die Ebbe schon im April gemacht hat, wurde es dennoch so lang, dass ich das jetzt auf zwei Teile splitte.

Heute gibt es den ersten Teil, der im Video bis zur Minute 59:00 geht. Den Rest versuche ich morgen zu posten. Außerdem gibt es heute auch keinen weiteren Blogpost von mir. Das Video zum Interview ist am Ende dieses Beitrags eingebettet.


Aussagen von Ebbe Altberg in der Designing Worlds Show 370 (Teil 1)

Nach der Begrüßung und dem gegenseitigen Lobhudeln, hält Ebbe seine übliche Einleitung mit "Wir arbeiten hart daran, Second Life zu verbessern. Die Kreativität der Bewohner ist unglaublich. Wir freuen uns darauf, mit Second Life noch lange weiterarbeitet zu können."

Saffia: Ihr habt im April eine Infografik zu Second Life veröffentlicht. Gab es darauf etwas, das dich überrascht hat?
Ebbe: Ja, die Information, dass Second Life Ersteller im letzten Jahr fast 70 Millionen US‑Dollar in SL verdient haben. Es zeigt, dass die Community lebendig und dynamisch ist. Auch die Menge der kreativen Arbeiten ist enorm. Es gibt fünf Millionen virtuelle Güter auf dem Marketplace. Wobei einiges davon sicher entfernt werden sollte, aber dazu kommen wir später.

Ausschnitt aus LL-Infografik / Quelle: Designing Worlds


Saffia: Zurück zu eurem Fahrplan für Second Life. Ihr habt da einige interessante Umstrukturierungen vorgestellt.
Ebbe: Generell denken wir, dass Land zu teuer ist. Auf der anderen Seite haben Händler diese unglaublich hohen Einnahmen erzielt. Es gibt eine Anzahl von Nutzern, denen wir zu viel abnehmen und eine Anzahl von Nutzern, denen wir zu wenig abnehmen. Also werden wir in dem Maße, in dem wir Land günstiger machen, die Gebühren für Kauf und Verkauf von Waren, Umtausch und Transfer von Linden Dollar, sowie die Premium Gebühren anheben. Wir haben bereits die ersten Schritte dazu vorgenommen mit dem "Buy-Down"-Programm für Estate Regionen vor einigen Jahren und der Reduzierung der Mainland-Gebühren vor einigen Monaten. Diesen Weg werden wir weiter vorsichtig beschreiten und Anpassungen in der SL-Ökonomie vornehmen.

Saffia: Wie erfolgreich war die Änderung der Mainland-Gebühren? Wurden damit neue Premium Mitglieder generiert?
Ebbe: Wir sind sehr zufrieden mit der Reaktion auf die Änderung. Wir haben viel zu tun, um die Nachfrage nach zusätzlichem oder neuem Mainland zu bedienen. Aktuell ist die Belegung des Mainlands wieder auf einen Stand zurückgekehrt, den wir vor ein paar Jahren einmal hatten. Das ist gut und das motiviert, weitere Dinge in diese Richtung durchzuführen.

Auch die Anzahl der Premium-Nutzer ist gestiegen, inklusive der mit einem Jahresabo. Wir sind noch dabei auszuwerten, wie viele Nutzer nun mehr Mainland zugekauft haben, wie viele nur ihr erhöhtes freies Land in Anspruch genommen haben und wie viele bisher noch kein Land in SL hatten und aufgrund der Anpassung nun zu Landbesitzern wurden.

Saffia: Wie werden sich diese Änderungen auf die Kosten von Estate Regionen auswirken?
Ebbe: Das diskutieren wir immer noch. Wir wollen alle Änderungen in kleinen Schritten durchführen und nach jedem Schritt erst einmal beobachten, wie sich das auf unser Geschäft auswirkt. Wenn man zu viel gleichzeitig macht, lassen sich die Auswirkungen nicht mehr genau zuordnen. Generell soll aber Land in SL günstiger werden.

Saffia: Wird es eine Vorschau auf die Änderungen geben, die für die Linden Homes durchgeführt werden sollen? Werden bestehende Linden Homes in Mesh konvertiert?
Ebbe: Ich glaube nicht, dass wir bestehende Linden Homes konvertieren werden. Bei den neuen Linden Homes wird es aber Mesh Varianten geben und diese werden zum Teil auch an die neue Landgröße von 1024 Quadratmetern angepasst sein, die Premiums nun kostenfrei nutzen können. Es wird aber auch noch die alten, kleinen Häuser geben. Denn manche Leute wollen lieber ein kleines Haus. Das Ganze soll Ende 2018 kommen. Patch Linden und sein Team werden dies vielleicht vorher in einer Show einmal vorstellen.

Saffia: Wie soll das mit dem Verkauf von eigenem Land auf Auktionen laufen? Werden das auch Estate Besitzer nutzen können?
Ebbe: Zu Beginn wird man nur Mainland auf Auktionen anbieten können. Jeder mit einer Parzelle, kann diese auf einer Auktion anbieten. Und jedes Premium Mitglied kann für dieses Land bieten. Das Geld wird bei einem Treuhänder Konto hinterlegt und wenn jemand die Auktion nicht gewinnt, bekommt er sein Geld zurück. Somit vermeiden wir, dass jemand bietet, der das Geld dazu gar nicht hat. Obendrauf werden wir eine kleine Gebühr für die gesamte Transaktion einbehalten.

Ebbe und Saffia / Quelle: Designing Worlds

Saffia: Wird es eine Möglichkeit für Community Support auf den neuen themenbasierten Learning Islands geben? Und welche Themen werden ausgewählt? Denkt ihr auch an Support für die bestehenden Community Gateways?
Ebbe: Der Hauptgrund für die neuen Themen-Islands ist eine bessere und spezifischere erste Nutzererfahrung. Wenn jemand eine Werbung aus SL im Web zu einem bestimmten Thema sieht und beschließt, sich das anzusehen, soll der gesamte Anmelde- und Login-Prozess und der Ankunftsort in SL zu diesem Thema passen. Heute landen Erstnutzer meist auf einer generischen Learning Island und müssen sich dann selbst den Weg zu ihrem Wunschthema suchen. Aktuell sind wir noch am Ausprobieren, was bei diesem neuen Vorgehen funktioniert und was nicht. Erst wenn wir das alles wissen, werden wir uns um die Themen kümmern.

Zur anderen Frage: Wir haben in der Vergangenheit schon Tests mit persönlichen Ansprechpartnern auf Learning Islands durchgeführt. Das hat keine bessere Wiederkehrrate gebracht als bei neuen Nutzern, die nicht von einem Greeter begrüßt wurden. Die meisten neuen Nutzer möchten nicht bei ihrem ersten Login von jemandem angesprochen werden.

Was die Community Gateways angeht, unterstützen wir diese mit unserem Community Gateway Programm bereits. Sie laufen nun seit über einem Jahr und unsere Aufgabe ist es, Bewerber auf ihre Qualifizierung zu prüfen. Insgesamt machen die CGs einen guten Job, aber sie generieren nicht viele neue Nutzer für SL. Mit einer Ausnahme eines brasilianischen CGs, das in Zusammenarbeit mit einer Medienfirma ein Projekt gestartet hat.

Saffia: Heißt das, Community Gateways sind eher für die Bindung von Nutzern in Second Life geeignet als zum Generieren neuer Nutzer für Second Life?
Ebbe: Das kann tatsächlich so sein. Die Frage lautet dann: Ist es erforderlich, dass dies von Community Gateways gemacht wird, oder würde eine einfache Region reichen, auf der man sich um bestehende Nutzer kümmert? Das Gateway Programm war ursprünglich dafür gedacht, neue Nutzer nach Second Life zu holen.

Saffia: Welche Updates sind für den Marketplace geplant?
Ebbe: Es gibt dort ziemlich viel Durcheinander. Alter Content, deren Ersteller nicht mehr in Second Life einloggen, sollte bereinigt werden. Wir brauchen eine Option für mehrere Farbvarianten des gleichen Artikels in einer Anzeige. Oder bessere Möglichkeiten, um eine Demo für ein Produkt mit der Vollversion zu verknüpfen. Oder mehrere Shops mit dem gleichen Account betreiben, usw.

Aktuell sammeln wir noch alle Themen und haben noch nicht mit der eigentlichen Arbeit begonnen. Wir werden wahrscheinlich in ein paar Monaten damit beginnen und dann auch die Community und Verkäufer mit einbinden, um die wichtigsten Probleme zu bestimmen. Insgesamt wird dieses Projekt wohl bis zum Ende des Jahres benötigen. Die Bereinigung des alten Content könnte allerdings früher gemacht werden.

Saffia: Wird der Marketplace eine Rolle bei der Umgestaltung des Geschäftskonzepts spielen (in Bezug auf geringere Landgebühren)?
Ebbe: Wir generieren heute aus verschiedenen Quellen unsere Einnahmen: Land, Linden Dollar Kaufgebühren, Linden Doller Verkaufsgebühren, Umtauschgebühren bei der Rückwandlung von L$ in reale Währung, eine kleine Marketplace Provision (5%), Werbeanzeigen, und Premium Gebühren. Eventuell wird es weitere Produkte geben, die wir im Laufe des Jahres starten und bei denen wir auch Gebühren erheben. Und wir werden uns Gedanken darüber machen, wo wir Gebühren anpassen können. Vielleicht wird dabei die Gebühr für Verkäufe auf dem Marketplace erhöht. Viele digitale Stores im Internet erheben eine Gebühr von 30%.

Insgesamt zahlen heute SL-Ersteller, die kein Land besitzen, mit allen Transaktionen (Marketplace, Linden Dollar Verkauf und/oder Umtausch) weniger als 10% an Gebühren. Das werden wir in Summe erhöhen, was vielleicht auch dazu führt, dass es wieder mehr inworld Shops gibt, da ja Land günstiger wird.

Saffia: Es sollen mehrere Level für Premium Mitgliedschaften eingeführt werden. Kannst du uns mehr darüber erzählen? Und wird es weiterhin auch freie Accounts in SL geben?
Ebbe: Ja, freie Accounts bleiben definitiv. Bei den Premiums wollen wir zunächst mit zwei Einstufungen beginnen. Eine nahe am heutigen Premium Level und eine höhere Stufe mit zusätzlichen Leistungen. Bei den freien Accounts wird es vielleicht ein paar zusätzliche Einschränkungen geben. Man kann heute zu leicht völlig kostenlos in Second Life unterwegs sein und sich auf Regionen aufhalten, die von anderen bezahlt werden. Bei den zwei Premium Stufen könnte es zum Beispiel unterschiedliche Landgebühren für dasselbe Land geben.

Ebbe / Quelle: Designing Worlds
Saffia: Könnte man SL-Nutzern, die etwas zur Verbesserung des Grid beitragen, auch eine niedrigere Gebühr für Premium anbieten?
Ebbe: Das ist heikel. Wer entscheidet, was eine Verbesserung für das Grid ist. Wo zieht man die Grenze. Außerdem werden solche Programme auch gerne betrügerisch genutzt. Wir haben aktuell keine Pläne, die in diese Richtung gehen.

Saffia: Kannst du uns mehr über die geplanten, neuen Premium-Vorteile sagen, die einen Mehrwert für Händler, Ersteller und Landbesitzer bringen sollen?
[Anm.: Hier zählt Ebbe erst einmal alle Entwicklungen der letzten zwei Jahre auf. Bento, Animesh, Bakes on Mesh, neues Windlight, usw.. Erst am Ende geht er auf die Frage ein.]
Ebbe: Durch die Verbesserungen in Second Life, können wir einige Limits erhöhen. Zum Beispiel mehr Nutzer auf einer Region. Oder mehr Attachments am Avatar. Das wird dann bevorzugt den Premium Abonnenten zur Verfügung gestellt.

Saffia: Wie sehen die Pläne für die Wiedereinführung der Avatar-Nachnamen aus?
Ebbe: Das Ganze geht leider etwas langsamer voran als wir gehofft hatten. Eines der Probleme sind die Skripter, die in Zukunft lernen müssen, Agent IDs zu verwenden anstelle von Strings. Je eher Skripte auf IDs umgestellt werden, desto weniger Probleme wird es bei der Einführung der Nachnamen geben.

Neue Nutzer werden auch nach der Einführung mit dem Nachnamen "Resident" angelegt. Premium Nutzer können dann (wahrscheinlich mit einer Gebühr verbunden) ihren Nachnamen aus einer Liste von Namen wählen. Der Vorname ist frei wählbar. Die angebotenen Nachnamen werden keine Namen enthalten, die es bereits aus früheren Zeiten in Second Life gibt. Ebenso lässt sich kein Name erstellen, der mit dem neuen Verfahren zuvor schon in Second Life einmal genutzt wurde. Jede Vor-Nachnamen-Kombination ist einzigartig.

Saffia: Ihr habt angedeutet, dass die Migration von Second Life in die Cloud einige neue Produkte hervorbringen könnte. Kannst du dazu mehr sagen?
Ebbe: In erster Linie kümmern wir uns zuerst um die Migration und dass dabei nichts zu Bruch geht. Erst wenn das erledigt ist und alles so läuft wie auf unserer eigenen Infrastruktur, können wir darüber nachdenken, die Vorteile einer Cloud zu nutzen.

Wenn das abgeschlossen ist, wird einer der ersten Verbesserung die Nutzung von hochperformanten Servern sein, die es erlauben, mehr Performance für eine Region in SL anzubieten. Etwas länger dauert dann die gezielte Lokalisierung von Servern für bestimmte RL-Regionen, zum Beispiel Europa oder Asien. Leute aus diesen Bereichen bekommen dann schnelleren Datendownload.

Eine weitere Verbesserung, die auch etwas länger dauert, ist das dynamische Abschalten und wieder Hochfahren von Regionen, wenn sie nicht genutzt werden, bzw. ein Avatar sie betritt. So lange eine Region nicht läuft, müssen wir für den Cloud Server auch keine Gebühren bezahlen. Das könnte dann ein Modell für eine Low Cost Region sein, die eben nicht durchgehend online ist, aber innerhalb weniger Sekunden hochfahren kann. (Anm.: So etwas funktioniert dann nicht bei Breedables, Plant Pets oder anderen skriptbasierten Produkten, die sich an einem zeitlichen Ablauf orientieren.)

Saffia: Und warum macht ihr diese Migration?
Ebbe: In unseren eigenen Serverzentren müssen wir permanent die Hardware aktualisieren. Trotzdem geht auch ständig Hardware kaputt. Und wir brauchen viele Mitarbeiter, die das Ganze instand halten. Ab einem gewissen Grad von Hardware-Erneuerung, wird es dann auch richtig teuer für uns.

Also gehen wir in die Cloud und zahlen nur für die Leistung, die wir in Anspruch nehmen. Für uns ist jetzt die richtige Zeit, in die Cloud zu wechseln. Aber der Umzug wird noch bis in das nächste Jahr dauern. Insgesamt machen wir diesen Schritt, um für die kommenden Jahre noch besseren Service anbieten zu können.

Saffia: Das hört sich für mich so an, dass es in der Cloud möglich sein wird, mehr Leute auf einem Event zu haben, bei gleichbleibend guter Performance?
Ebbe: Dies ist eine Sache, die wir auch ohne die Cloud in Second Life verbessern können. Zum Beispiel über die Infrastruktur, verbesserten Code und weitere Optimierungen. Diese Dinge machen wir parallel zur Migration in die Cloud. Die modernere Hardware wird uns aber dabei helfen, dass die Verbesserungen deutlicher ausfallen. Beides zusammen wird in Zukunft sicher dazu führen, dass wir eine größere Anzahl von Leuten gleichzeitig auf einer Region zulassen können.

Okay, das war die erste Hälfte. Sie geht im Video bis Zeitindex 59:00. Ich versuche morgen den Rest zusammenzufassen.

Designing Worlds DW370 - Ebbe Interviewed


Designing Worlds DW370 - Ebbe Interviewed


Update 30.05.2018:
Hier ist Teil 2 der Zusammenfassung:

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