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Donnerstag, 12. Juli 2018

[High Fidelity] - Ergebnisse vom Belastungstest im Juli 2018

Quelle: High Fidelity / Facebook
Ich hatte zwar schon letzten Samstag vom monatlichen Stresstest berichtet, der einen Tag zuvor in High Fidelity durchgeführt wurde. Aber heute hat Philip Rosedale die Ergebnisse noch einmal etwas genauer im HiFi-Blog veröffentlicht. Da ich auf der Suche nach einem Thema zum Bloggen war, fasse ich seine Informationen jetzt einfach mal zusammen.

Um die 300 Avatare haben am Freitag, den 6. Juli, auf der Region "TheSpot" zwischen 22:30 Uhr und 23:00 Uhr MESZ vorbeigeschaut. Dabei wurde ein Maximum gleichzeitig anwesender Avatare von etwas mehr als 200 erreicht (nach meiner Beobachtung waren es 214). Die Region hatte beim Test einen Durchsatz bei der Datenübertragung von 1,2 Gigabit pro Sekunde.

In High Fidelity wird eine verteilte Datenverarbeitung eingesetzt. Das bedeutet, dass sich die Last einer Region bei Ressourcen-Knappheit die Rechenpower von weiteren Servern im HiFi Domain-Netzwerk holen kann. Das ist auch vor einer Woche auf TheSpot der Fall gewesen. Das Phänomen, dass alle Avatare ein paar Mal kurz verschwunden sind und ein paar Sekunden später wieder auftauchten, während man die Stimmen durchgehend hörte und alle statischen Objekte sichtbar waren, hängt auch mit der verteilten Datenverarbeitung zusammen.

Stresstest am 6. Juli 2018
Während der Server zur Darstellung der Avatare einige Abstürze hatte, liefen die Server für Objektdarstellung und Voice weiter. Und da der Client in der Lage ist, sich mit mehreren Servern gleichzeitig zu verbinden und unterbrochene Verbindungen innerhalb weniger Sekunden wiederherzustellen, läuft die Sitzung im Client einfach weiter, auch wenn einer der Server abstürzt.

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Servertypen in High Fidelity. Sie sind zuständig für 3D-Audio, Avatar Informationen, Simulation von Objekten, Übertragung von Benachrichtigungen und den Asset Datenstrom. Aktuell kann eine Domain (eine Region) je einen Server pro Typ gleichzeitig nutzen. In Kürze soll es auch möglich sein, dass eine einzelne Domain mehrere Server des gleichen Typs verwenden kann. Also zum Beispiel bei Events mit sehr vielen Avataren dann drei Server nur für die Avatar Informationen.

Für den Stresstest wurden fünf leistungsstarke Amazon EC2 Server verwendet. Für jeden der genannten Typen wurde ein Server zugewiesen. Sie hatten jeweils 72 Prozessorkerne und eine Netzwerkanbindung von 25 Gbps. Als Beispiel, was ein Server so an Durchsatz hat, nimmt Philip den 3D Audio Mixer. Er musste 200 verschiedene Soundquellen zu einem einzigen Audiostream komprimieren, der dann wiederum an alle 200 Avatare zurück übertragen wurde. Für jeden Nutzer, der ein HMD getragen hat (eine VR-Brille), musst der Stream für jedes Ohr 90 mal pro Sekunde aktualisiert werden. Denn wenn ein HMD-Nutzer den Kopf dreht, ändert sich auch Richtung und Lautstärke aller Soundquellen in Hörweite.

Das Gleiche wie für die Audioübertragung, gilt auch für die Animationen der Avatare von HMD-Nutzern. Denn die Bewegen sich ja aufgrund von Sensoren und Hand-Controllern sehr spontan. All diese Bewegungen müssen erfasst und als visueller Stream an alle anderen 200 Clients verschickt werden. Und möglichst mit sehr wenig Verzögerung, damit es sich für jeden so anfühlt, wie eine reale Erfahrung.

Quelle: High Fidelity Blog
Für die nächsten Stresstests wollen die HiFi Entwickler nun mehrere Server einem einzigen Typ zuweisen (vornehmlich für die Typen Audio und Avatar). Nur so lassen sich später auch mal 1.000+ Avatare in einer einzelnen Region verwirklichen. Zusätzlich will man die Kompression für die LOD-Darstellung des Avatars erhöhen, so dass mehr Avatare bei gleicher Leistung berechnet werden können.

Und schließlich will man für komplexere Objektstrukturen mehrere Server ineinander verschachteln. Zum Beispiel berechnet der übergeordnete Server die Darstellung einer ganzen Stadt. Geht man in dieser Stadt nun in ein detailliert eingerichtetes Gebäude, übernimmt der untergeordnete Server die Berechnung der inneren Räume des Gebäudes.

Philip schreibt, dass es im RL keine Limits dafür gibt, wie viele Leute oder Objekte an einem Ort vorhanden sein können. Also sollte es auch in VR so sein. Und diese Stresstests sind der Beginn der Entwicklung zu diesem Ziel. Der nächste Test findet am 3. August 2018 statt. Anmelden kann man sich hier.

Da ich bis heute meinen 20 US-Dollar Gutschein vom letzten Test noch nicht hatte, habe ich auch gleich mal unter dem Artikel von High Fidelity danach gefragt. Ashleigh Harris hat ziemlich schnell darauf geantwortet. Es gab wohl Schwierigkeiten, die Zuwendungen im angekündigten Zeitraum an die Teilnehmer aus der ganzen Welt zu veerschicken. Aber nun hätte man die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und die Gutscheine sollen bis morgen Abend verschickt werden.

Quelle: High Fidelity’s July 2018 Load Test Results
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Anm.:
Im Augenblick fasziniert mich der Schwung, den Philip Rosedale und seine Entwickler an den Tag legen. Was hier oben von Philip erklärt wird, ist im Bereich virtueller Welten technisch die Spitze. Ich kann nur jedem empfehlen, der einen HiFi-Account hat, beim nächsten Test am 3. August sich das mal anzusehen. Für mein empfinden schafft Philip in diesen Monaten die Grundlage für die Entwicklung zukünftiger virtueller Welten. Aus meiner Sicht sind das sehr spannende Monate für diese Plattform.

1 Kommentar:

  1. Anidusa Carolina13. Juli 2018 um 09:14

    Das klingt in der Tat faszinierend. (macht ein Spock Gesicht mit hochgezogener Braue). Und es ist sogar für Laien verständlich. Ich frage mich was damals mit Apollo 13 gewesen wäre, hätten die keinen "Taschenrechner" an Bord gehabt sondern die Hardware Möglichkeiten der heutigen Zeit!

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