Nach einer langen Sommerpause, veröffentlicht Draxtor seit drei Wochen wieder seine Drax Files Radio Hour. Jetzt meistens an einem Sonntag. Die heutige Show dreht sich um die den Zündfunk Netzkongress 2017, ein Kongress zum Thema digitale Debattenkultur im Netz. Ich will die Sendung jetzt hier nicht zusammenfassen, sondern nur auf ein verlinktes Video daraus aufmerksam machen.
Der Zündfunk Netzkongress fand am 14. und 15. Oktober im Münchner Volkstheater statt und Draxtor Despres war nicht nur dabei, sondern wurde vom Bayerischen Rundfunk auch interviewt. Das Interview ist als Video hier unten eingefügt. Die Tonqualität ist zwar bescheiden, aber mit genug Lautstärke kann man es verstehen.
In dem Video unten ist am Anfang eine Szene zu sehen, in der Drax eine VR-Brille trägt. Das gehörte zu einer Präsentation, in der Bernhard Drax und Christina Kinne auf dem Münchner Kongress in High Fidelity einloggten und zusammen mit Philip Rosedale eine Diskussionsrunde durchführten. Auch dazu gibt es eine Video, das aber nicht offiziell auf YouTube gelistet ist. Deshalb hier nur der Link. Bis zum Zeitindex 25:27 passiert gar nichts. Mein Link sollte erst dort starten. Richtig zu sehen, gibt es erst etwas ab Zeitindex 28:07. Die Diskussion in diesem Video ist im Vergleich zum Zündfunk-Interview in Englisch.
Mit Drax in die Social VR | Zündfunk Netzkongress 2017
Am 29. Oktober ist die Sendung Nummer 126 der Drax Files Radio Hour erschienen. Diesmal geht es fast ausschließlich um die neue virtuelle Welt Space von Sine Wave. Ich hatte diese Plattform schon im August hier vorgestellt. Eigentlich sollte sie im September öffnen, aber das hat sich nun etwas verzögert.
Jedenfalls durfte Draxtor Despres mit Sine Wave Chef Adam Frisby (Adam Zaius in SL) jetzt schon die Creator-Beta besichtigen und dort ein Video drehen. Das sieht in meinen Augen nicht schlecht aus. Dazu später dann mehr. Denn zu Beginn, gibt es in der Podcast Sendung erst ein paar allgemeine Meldungen.
Das erste Thema ist ein Artikel im Wired, der die parallele Entwicklung von Sansar und High Fidelity als Zweikampf zwischen Ebbe Altberg und Philip Rosedale hochstilisiert. Zu diesem Artikel schreibe ich morgen noch etwas, deshalb belasse ich es hier beim Hinweis.
Nächstes Thema ist die Science Fiction Serie Black Mirror, die vor einigen Wochen in die dritte Staffel gegangen ist und die Drax und Jo als "must see" anpreisen. Soweit ich verstanden habe, ist jede Episode eine abgeschlossene Geschichte und man kann die komplette dritte Staffel auf Netflix ansehen.
Dann wird Ebbe Altbergs Auftritt auf der WSJD Konferenz angesprochen, über den ich ebenfalls hier und hier berichtet hatte. Drax erzählt, dass er kurz vor dieser Konferenz an Ebbe geschrieben hätte, dass Sansar hoffentlich mehr sein wird, als Zimmereinrichtung hin- und herzuschieben. Und genau das zeigte Ebbe dann auf der Konferenz. Drax ist der Ansicht, dass er das wohl extra wegen seinem Kommentar gemacht hätte.
Als nächstes spricht Draxtor einen Artikel auf New World Notes an, in dem Wagner James Au schreibt, dass sowohl Linden Lab als auch High Fidelity ihre Firma aufs Spiel setzen, indem sie mit Sansar und HiFi darauf spekulieren, dass die Zukunft tatsächlich den VR-Brillen wie Oculus und Vive gehört. Sollte sich das nicht bewahrheiten, haben beide Firmen viele Millionen in den Sand gesetzt, was eventuell für beide schwer zu verdauen ist. Zwar sind die Plattformen auch ohne eine VR-Brille nutzbar, aber das Geschäftsmodell zielt halt hauptsächlich auf die VR-Brillen ab.
Dann startet das Thema Space von Sine Wave. Dazu gibt es ein knapp 45 Minuten langes Video, das Draxtor bei seinem Besuch in der Creator Beta aufgenommen hat. Drax hat sich einen Avatar erstellt, der dem aus Second Life ziemlich ähnlich sieht. Begleitet wird er bei seinem Ausflug von Adam Frisby und beide legen während ihrem Gespräch gut zehn Kilometer auf der einer der Space-Regionen zurück. Und obwohl davon ein großer Teil nur über Transportschienen und durch die Wüste geht, finde ich die Grafik insgesamt nicht schlecht.
Adam ist für mich etwas schwer zu verstehen, denn er spricht ziemlich schnell und hat einen fiesen britischen Slang. Insgesamt ist Adam aber sympatisch, denn er liebt virtuelle Welten. Das hört man in jedem seiner Erklärungen. Zu Beginn sieht man Draxtor in einer riesigen Konzerthalle, in der 329 Avatare stehen. Das sind zwar alles Bots, aber es sieht trotzdem beeindruckend aus. Adam sagt, dass sie auch schon 500 Avatare auf einer Region hatten. Bei den 329 Avataren im Video, hat Draxtor fast durchgehen 60 Frames pro Sekunde (FPS).
Einen Viewer braucht man für Space nicht, denn man kann auch in einem Browserfenster einloggen. Wer will, kann aber auch einen Viewer herunterladen und installieren. Ich selbst habe ja auch einen Account für die alten Space Welten und der Browserzugang sieht seit einiger Zeit genauso aus, wie die Benutzeroberfläche, die man bei Drax im Video sieht. Deshalb vermute ich, dass ich nach der Öffnung dieser neuen Space-Plattform direkt dort mit meinem Avatar einloggen kann. Der heißt in Space übrigens auch MaddyGynoid, allerdings ohne Leerzeichen zwischen Vor- und Nachnamen, weil die bei Space-Accounts nicht erlaubt sind.
Adam erzählt dann, dass Space eigentlich schon seit 2008 existiert und im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt wurde. Das neue Space, das in Kürze öffnet, ist bereits die siebte Generation dieser virtuellen Welt und für mich die erste mit Potential für einen Erfolg.
Adam Frisby, CEO von Sine Wave / Quelle: Drax Files
Nutzer der neuen Space-Plattform, erhalten die erste eigene Region kostenlos. Allerdings können darauf nur 10 Avatare gleichzeitig eingeloggt sein. Für private Hobbyregionen ist das aber ausreichend (die Homesteads in SL erlauben auch nur 20 Avatare). Wer das ganze professioneller aufziehen will, kann auf verschiedene Preismodelle zurückgreifen. Das Top-Paket mit 10 Regionen zu je 100 gleichzeitig eingeloggten Avataren, kostet nur 75 US-Dollar.
Das ist weniger als für eine einzige Homestead in SL bezahlt werden muss. Und die Fläche, die man mit diesen zehn Regionen zu je zwölf Quadratkilometer bekommt, ist etwa so groß, wie alle Regionen in Second Life zusammen-genommen. Man erhält also für 75 US-Dollar pro Monat quasi ein eigenes SL-Grid. Die Regionen lassen sich auch über Instancing zusammenschalten, so dass die Avatare aller Regionen den gleichen Event besuchen können. So können dann 1000 Avatare zum Beispiel an einem Konzert teilhaben.
Dennoch ist Adam auch voller Lob für Second Life. Nur SL sei es bisher gelungen, die Kreativität seiner Bewohner so zu fördern, dass damit sowohl ein Wirtschaftssystem entsteht als auch unglaublich guter Content für Second Life. Auch Sine Wave hat ja seine ersten Dollar in Second Life mit Animationen verdient.
Weiter erzählt Adam, dass man ein System in Space implementiert hat, das ein Hochladen von gerippten Content verhindern kann. Wie das funktioniert, erklärt er allerdings nicht, was aber verständlich ist. Denn das würde wieder das Aushebeln dieses Schutzes vereinfachen.
Die Space-Plattform läuft auf Unity und könnte auch VR-Brillen unterstützen. Aber Adam ist der Ansicht, dass Virtual Reality noch lange nicht bereit für den Massenmarkt ist. Deshalb startet Space ohne eine VR-Unterstützung. Adam will zuerst die Funktionen seiner Plattform vervollständigen und optimieren. Er ist der Ansicht, dass VR erst in ein bis zwei Jahren die Massen erreichen wird.
Fast während des kompletten 45-minütigen Interviews, sieht man Draxtor laufen und laufen und laufen. Er sagt selbst einmal im Video, dass sich die Größe einer Region endlos anfühlt. Und auch ich finde das beim Zusehen beeindruckend.
Ich werde mir so eine Region holen, sobald die Plattform für alle geöffnet wird. Ich habe bereits ein Haus in der alten Space Plattform und ich komme mit den inworld Tools inzwischen ganz gut zurecht. Objekte platzieren und ausrichten geht eigentlich ziemlich leicht.
Dass Space nicht bereits im September geöffnet wurde, wie angekündigt, liegt ganz einfach daran, dass die Entwickler nicht fertig wurden. Sie wollen erst die gesamte Dokumentation für die Bedienung der Plattform fertigstellen und die Creator-Tools noch weiter verbessern, bevor man die Plattform für alle öffnet. Zur Zeit gibt es weiter nur den Beta-Zugang für Ersteller, die mit persönlichem Kontakt zu den Betreibern ein größeres Projekt in Space aufbauen. Es sollen laut Adam etwa 150 sein. Der offizielle Start von Space soll aber noch in diesem Jahr bevorstehen.
Wer den Web-Zugang und die Benutzeroberfläche mit der alten Space-Plattform testen will, kann sich auf sine.space einen Account anlegen, oder sich über einen bestehenden Twitter, Facebook oder Google Account einloggen. Ich habe mich über meinen Google+ Account dort eingeloggt. Wer sich zur Creator-Beta für die neue Plattform anmelden will, kann das auf sinewave.space. Laut Adam wird man dann nur wenige Stunden nach der Anmeldung von den Betreibern kontaktiert und man erhält ein Login. Ich bin jedenfalls schon ziemlich gespannt auf diese Plattform, denn mich reizt die unglaubliche Größe der Regionen und dass man sogar die erste Region kostenlos bekommt.
Hier kann man sich die gesamte Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:
Am 22. Oktober ist eine neue Drax Files Radio Hour erschienen. Endlich mal eine ohne Oculus, Vive und VR allgemein, sondern es geht um Second Life. Gleichzeitig ist diese Folge nicht nur eine Podcast-Sendung, sondern sie wurde gleichzeitig als Videostream aufgezeichnet. Dabei gibt es zwar öfter mal visuellen Leerlauf, aber ich finde es dennoch interessanter als eine reine Radiosendung.
Draxtor und Jo Yardley besuchen in der Sendung das Time Portal von Jo, das kürzlich eröffnet wurde. Bisher sind erst zwei von acht geplanten Portalen zu zeitbezogenen Themenbereichen fertiggestellt. Die Portale führen direkt in eine Installation mit der Gestaltung zur jeweiligen Epoche. Also ohne Teleport, sondern die Bereiche sind praktisch nahtlos hinter dem Portal erstellt worden. Wie der Eintritt aussieht, kann man im Video bei Minute 21:30 ansehen. Die Portale sehen recht cool aus und Jo hat einige nette Objekte zu den jeweiligen Epochen zusammengetragen. Ich werde das wohl auch mal besuchen, sobald ich Zeit habe.
Eines der in der Sendung besprochenen Themen, ist der zunehmende Verlust von guten Second Life Regionen. Nicht nur Insilico soll demnächst verschwinden, auch der RL-Nachbau von Mont Saint Michel ist seit einigen Wochen nicht mehr im SL-Grid zu finden. Die vier UWA-Regionen sollten ebenfalls aufgegeben werden, aber das wurde noch einmal bis Juli 2017 verschoben. Es ist aber auch da absehbar, dass es bald zu Ende geht. In der Sendung erzählt Jo, dass sie bei der Suche nach Objekten für ihr Time Portal gemerkt hat, dass viele ihrer alten Landmarken aus SL verschwunden sind oder man damit auf leeren Regionen herauskommt.
An diesem Wochenende will Draxtor mit Mambo Morane (Phil Thoma in RL) ein 360-Grad Video auf Insilico drehen, in der Hoffnung, dass Linden Lab oder irgendwer die Regionen doch noch retten wird. Wer selbst eine sehenswerte Region hat, die demnächst wegen der hohen Kosten aufgegeben wird, kann sich laut Draxtor an Mambo Morane wenden, zwecks 360-Grad Video. So hat man später dann wenigstens auf YouTube oder für die VR-Brille eine 3D Dokumentation der Region.
Lustig: Bei Minute 29:30 taucht Arduenn Schwartzman plötzlich in der Sendung auf und präsentiert seinen "Pussy-Grabber".^^ Arduenn bleibt dann auch für die zweite Hälfte der Show dabei und äußert ebenfalls seine Meinung zu den Sim-Verlusten der letzten Zeit. Alle drei sind eigentlich der Ansicht, dass Linden Lab die absoluten Highlights aus Second Life auf irgendeine Weise erhalten sollte. Regionen, die im Laufe der Zeit einfach Kultstatus erlangt haben. Wie eben Insilico oder Mont Saint Michel. Ich kann mich dieser Ansicht nur anschließen.
Eine einzelne Region wie Mont Saint Michel am Laufen zu halten, kostet Linden Lab sicher nicht mehr als 10 Dollar im Monat. Mal rein aus Sicht der Serverkosten betrachtet. Dass man damit nicht die vielen Gehälter der 250 Linden-Mitarbeiter bezahlen kann ist klar. Nur wenn die Region ganz aus dem Grid verschwindet, hilft es Linden Lab genauso wenig. Und wenn erst einmal die 30 interessantesten Regionen in SL verschwunden sind, dann werden viele Premiums ihr Abo nicht verlängern und viele Nutzer mit eigenem Land ziehen ab, weil sie in SL keine Zukunft mehr sehen. Irgendwie hat Linden Lab nie verstanden, dass viele Regionen mit geringen Einnahmen für das Geschäft immer noch besser sind als keine Regionen mit null Einnahmen.
Insgesamt ist die Sendung nicht ganz so informativ wie eine reine Podcast-Show, denn Drax und Jo beschreiben zum einen die Umgebung, die im Videostream zu sehen ist (für alle die nur das Podcast-Audio hören). Und zum anderen schauen sich Drax und Jo generell viele Dinge im Time Portal an, bei dem die Moderation etwas in "Ahh" und "Ohh" abdriftet. Deshalb lasse ich meine Zusammenfassung hier enden und bette noch das Video ein.
Am 8. Oktober ist nach über 14 Wochen Sommerpause wieder eine neue Drax Files Radio Hour Sendung erschienen. Es geht zwar in den Meldungen überwiegend nicht um Second Life, aber es gibt einige Themen aus den Bereichen VR und Boulevard, die ganz interessant sind.
Deshalb fasse ich die erste Sendung nach der Sommerpause mal zusammen, auch um darauf aufmerksam zu machen, dass es jetzt (voraussichtlich) bis Weihnachten wieder jede Woche eine Sendung geben wird.
Dies und Das
Zu Beginn erwähnen Draxtor Despres und Jo Yardley, dass die Sendung jetzt immer an einem Samstag veröffentlicht wird, anstatt wie bisher Freitags. Wie es heißt, aus "logistischen Gründen". Der Interview-Gast in dieser Sendung ist Rob Crasco, der als RoblemVR sowohl in Second Life aktiv ist als auch im Bereich der Virtual Reality als einflussreicher Berichterstatter gilt.
Musikalischer Gast ist Jaynine Scarborough, die Second Life Sängerin aus dem realen Berlin, die unter anderem auch in der Dokumentation "Login2Life" mitgewirkt hat. Sie spielt in der Sendung sogar zwei Songs und den ersten gibt es gleich bei Minute 5:24. Er heißt "Losing You" und stammt vom neuen Album "A Thousand Rooms".
Interview mit RoblemVR
RoblemVR hat vor einiger Zeit begonnen, regelmäßig VR-Nachrichten in einem kurzen Clip auf YouTube zu veröffentlichen. Seine Sendung heißt "VR ReView" und kann hier angesehen werden. Roblem fasst in diesen Clips, die meist weniger als vier Minuten lang sind, immer die Neuigkeiten der Woche zum Thema VR zusammen. Wenn ich allerdings sie Anzahl der Aufrufe auf YouTube ansehe, hat er damit noch nicht so den durchschlagenden Erfolg. Roblem bleibt für die gesamte Sendung in der Leitung und gibt zum einen oder anderen Thema dann auch seine eigene Meinung zum Besten.
Google Daydream
Als aktuelle Meldung mit dem größten Einfluss auf die Entwicklung von VR, sieht Roblem die Vorstellung der Daydream VR-Brille von Google, die im November 2016 für einen Preis von 79 US-Dollar auf den Markt kommen wird, inklusive einem Hand-Controller. Diese Brille funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie die Samsung Gear VR. Das heißt, man muss ein hochwertiges Android Handy davor schnallen, um in den Genuss von Virtual Reality Anwendungen zu kommen. Allerdings sieht die Google Brille farblich so dämlich aus, dass ich mir jetzt gar nicht vorstellen kann, dass sie ein Erfolg wird.
Hier das Vorstellungsvideo von vor einer Woche:
Passend zu ihrer Brille, wird Google auch ein neues Smartphone auf den Markt bringen. Es heißt Pixel und soll perfekt mit der Daydream zusammenarbeiten. Das Smartphone kommt bereits am 20. Oktober in den Handel und soll dann 759 Euro (Pixel) bzw. 899 Euro (Pixel XL) kosten. Ziemlich heftig. Ein Vorteil, den man damit bekommt, ist ein unbegrenzter Speicherplatz auf der Google Foto Webseite für die eigenen Bilder. Aber zusammen mit der Daydream Brille, werden auch viele andere Mobilgeräte funktionieren, wie zum Beispiel die Samsung Galaxy Reihe.
Oculus Connect 2016
Als nächstes Thema wird die Oculus Connect 2016 diskutiert, die vom 5. bis 7. Oktober in San Jose stattgefunden hat. Dort zeigten die Entwickler der Oculus Rift Brille, was für die Zukunft an Neuerungen geplant ist. Neben einem Nachfolger der aktuellen Rift mit dem Namen Santa Cruz, stellte Oculus Besitzer Mark Zuckerberg auch seine Vision für die virtuelle Realität der Zukunft vor. Es ist eine Mischung aus VR und Augmented Reality, bei der Avatare im Comicstil in eine reale Umgebung eingeblendet werden. Die Avatare geben Gesichtsmimik und Sprechbewegung des Brillenträgers wieder. Außerdem kann man sich in jedes beliebige 360 Grad Video befördern und sich dort mit seinem Avatar umsehen (im folgenden Video z.B. in eine Unterwasserszene oder auf den Mars). Dass die Avatare aber keine Beine haben, scheint bei der Vorführung niemanden zu stören. :)
In der Radio Show diskutieren dann Drax und Roblem darüber, ob diese Vision von Facebook tatsächlich die Zukunft im Bereich VR werden könnte. Oder ob es dann doch eher in Richtung High Fidelity oder Sansar gehen wird. Oder vielleicht noch etwas ganz anderes kommt, das dann die Massen begeistern wird.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass es auch passieren könnte, dass VR überhaupt nicht zu einem Massenprodukt wird. Denn ich sehe das bei meinen RL Arbeitskollegen - es gibt eine Menge Leute, die privat den Computer nur zum E-Mail lesen einschalten, oder die ihr Smartphone ausschließlich zum Telefonieren benutzen (ja ja, so was kann man damit auch machen^^). Wenn ich bei denen den Begriff Virtual Reality erwähne, verdrehen sie nur die Augen und sprechen von düsterer Utopie.
Vor allem die Taucherbrille, die man aktuell für ein VR-Erlebnis tragen muss, sehen viele als No-Go an. Und das wird dann auch in der Drax Show angesprochen. Allerdings sehen das VR-Enthusiasten wesentlich unkritischer als Leute, die eben nur selten an einem Computer sitzen.
Sansar
Eigentlich gibt es hier keine Meldung außer der Meldung, dass es keine Meldungen gibt. Jo erzählt, dass sie zwei Leute kennt, die zwar schon in Sansar einloggen können, aber nichts darüber berichten dürfen. Die einzige erlaubte Äußerung ist zu sagen, dass man in Sansar einloggen kann. Und so bleibt uns als einzige Neuigkeit in den letzten fünf Wochen, nur das einzelne Foto aus Sansar, das Linden Lab selbst veröffentlicht hat.
Palmer Luckey unterstützt Donald Trump beim Wahlkampf
Dieses Thema ist in den letzten zwei Wochen zu einer großen Schlammschlacht in den amerikanischen Medien geworden. Es wird natürlich auch bei der Drax Hour angesprochen. Oculus Rift Erfinder Palmer Luckey soll unter dem Pseudonym "NimbleRichMan" die Trollgruppe "Nimble America" mitgegründet und finanziell unterstützt haben. Diese Gruppe versucht mit Hetze und Hassparolen die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu verunglimpfen, um Donald Trump einen Vorteil bei den Wahlen zu verschaffen. Die Veröffentlichungen über Luckey haben dazu geführt, dass er nicht an der Oculus Connect 2016 teilgenommen hat, obwohl er ja der Gründer dieser Firma ist. Das gesamte Thema ist mir zu komplex, um es hier genauer zu erklären. Deshalb verweise ich mal auf VRODO, die alle Meldungen seit Wochen in einem langen Beitrag zusammengetragen haben (in deutsch).
Drax erzählt auch, dass er persönlich mit Palmer schon Diskussionen auf Facebook zum Thema Polizeigewalt in den USA hatte. Auch da äußerte sich Palmer wohl ziemlich rechtspolitisch. So in der Art "Wer nicht den Anweisungen der Polizei folgt, muss damit rechnen zu sterben". Das Thema Palmer Luckey wird dann fast eine halbe Stunde in der Podcast Sendung diskutiert.
Time Portal Region von Jo Yardley
Jo hat vor einigen Wochen einen neuen Sim in SL gekauft. Er heißt Time Portal und soll verschiedene Epochen in der Zeitgeschichte visuell veranschaulichen. Am 29. September wurde bereits ein kleiner Teil der Region eröffnet. Er beinhaltet die 1920er, 1930er und 1940er Jahre. Geplant sind noch Bereiche aus dem alten römischen Imperium, dem späten Mittelalter, dem 18. Jahrhundert in Frankreich und die 1950er und 1960er Jahre allgemein. Wer jetzt schon mal schauen will, folgt dieser SLurl:
Die nächste Drax Files World Makers Episode kommt am 12. Oktober und wird sich mit Vista Animations beschäftigen. Das ist die Firma, die unter anderem Motion Capture Animationen für Second Life erstellt. Von den Dreharbeiten wurde ein lustiges Video im Radio Hour Blog gepostet, das ich hier auch mal einbette. Draxtor im MoCap Anzug beim Ausdruckstanz und mit Tennisschläger Gitarre. Wenn ich mir die Arbeitsräume von Vista so ansehe, vermute ich mal, dass sich ein MoCap Studio finanziell lohnt. Wobei Vista jetzt nicht nur für Second Life Animationen erstellt.
Achtung! Das Video ist eine 360 Grad Aufnahme. Man kann mit gedrückter linker Maustaste und entsprechenden links/rechts/hoch/runter Bewegungen, das Video in alle Richtungen rotieren. Versucht einfach, Draxtor ins Bild zu bekommen, das ist am lustigsten.
Beendet wird die Podcast-Sendung mit dem zweiten Song von Jaynine Scarborough. Ab Minute 55:14 kann man sich das Stück "Story To Tell" anhören.
Und hier kann man sich die gesamte Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:
Als die Drax Files Radio Hour noch relativ neu war, hatte ich öfter mal eine Sendung zusammengefasst. Das ist aber aus verschiedenen Gründen immer seltener geworden. Einmal, weil es einfach sehr zeitaufwändig ist, eine Radiosendung von einer Stunde Länge in einem Text zusammenzufassen.
Ein weiterer Grund war die zunehmende VR-Verlagerung der Sendung. Es gab oft mehrere Folgen hintereinander, die nur noch Oculus Rift, Vive, Leap und Co zum Inhalt hatten. Eigentlich steht auf der About-Seite, dass die Sendung sich mit Second Life und dem Metaverse beschäftigt. Dazu zähle ich die reinen VR-Brillen erst mal nicht.
Da aber die Sendung vom letzten Freitag nur die halbe Länge hatte, ein Interview mit Ebbe Altberg über Sansar enthalten ist und weil im Banner zur Sendung ein Foto aus meinem Blog verwendet wurde (ohne das aber dort zu erwähnen), gibt es heute mal wieder eine kurze Zusammenfassung der Podcast Show.
Das Interview von Draxtor Despres mit Ebbe Altberg startet gleich zu Beginn der Sendung. Es wurde während der SVVR 2016 in San Francisco geführt, kurz nachdem Ebbe aus New Orleans von der Collision Konferenz kam. Dazu stellt Drax dann auch gleich seine ersten Fragen. Ich werde jetzt aber nicht Fragen und Antworten hier auflisten, sondern nur die Antworten, die man auch ohne Fragen verstehen sollte.
Aussagen von Ebbe Altberg während des Interviews
Ebbe hat die Collision Konferenz genutzt, um den Start der Bewerbungsphase für einen frühen Zugang zu Sansar bekanntzugeben.
Obwohl man bei der Bewerbung auch andere 3D Programme zu Erstellung von Sansar-Content ankreuzen kann, wird aktuell noch immer ausschließlich Maya zum Hochladen von Inhalten unterstützt. Wenn aber im Sommer dann die ersten Bewerber Zugang erhalten, wird allgemein das Hochladen im FBX-Format unterstützt, das fast jedes gute 3D Programm erzeugen kann.
Das Video, das Ebbe auf der Collision gezeigt hat und aus dem ich auch die erwähnten Screenshots erstellt habe, wird voraussichtlich nicht veröffentlicht.
Das Erstellen von Objekten innerhalb von Sansar wird nicht, wie in Second Life, während der laufenden Simulation möglich sein, sondern man muss sich dazu in einen Bearbeitungsmodus begeben, der nicht gleichzeitig für andere Nutzer sichtbar oder benutzbar ist. Oder anders ausgedrückt: Der Bearbeitungsmodus ist eine Einzelnutzer-Umgebung. Hat man seine Bearbeitung fertig, wird es in die "live" Welt übertragen und dabei wird eine Optimierung der Mesh-Struktur vorgenommen. Ebbe sagt, in SL würde das direkte inworld Bauen viel Performance kosten. Das soll mit dieser ausgelagerten Methode vermieden werden. Denn wegen den VR-Brillen muss Sansar mit 90 FPS laufen.
Ebbe hofft, dass man bis Ende des Jahres auch die Möglichkeit hinbekommt, dass mehrere Avatare gleichzeitig in den gleichen Bearbeitungsmodus gehen können. Linden Lab will auf jeden Fall irgendwann auch Multi-Nutzer-Umgebungen für gemeinsames Bauen in Sansar haben.
Zu Beginn wird es im erwähnten Bearbeitungsmodus nicht möglich sein, Mesh-Objekte zu bearbeiten.
Interaktionen mit dynamischen Objekten sind jedoch jederzeit direkt in Sansar möglich. Also einen Stuhl verrücken oder einen Ball werfen.
Solange der Bearbeitungsmodus nicht voll funktionsfähig ist, wird der Content in Sansar fast ausschließlich durch Importieren von bestehenden Elementen aus dem Web, oder von Maya-Projekten der Sansar-Nutzer erzeugt.
Draxtor Despres und Ebbe Altberg beim Interview während der SVVR 2016
Ohne einen genauen Termin zu nennen, erwähnt Ebbe dann, dass es irgendwann auch mal möglich sein soll, ein Mesh-Objekt inworld zu bearbeiten.
Ebbes Gleichnis: Alles, was man im RL nutzt, wie die Kleidung, die Wohnungseinrichtung, das Auto, usw., stellt man ja auch nicht selbst her. Man kauft sich die Objekte und stellt sie sich nach den eigenen Vorstellungen zusammen. Also bestimmte Jacke mit Hose, Eßtisch im Wohnzimmer nah ans Fenster, usw. Dadurch fühlen sich die gekauften Objekte wie etwas Eigenes an. Und genau das will Linden Lab in Sansar auch ermöglichen und zwar so, dass es super leicht von jedem durchgeführt werden kann. Anm.: Vielleicht ist ja gerade der Reiz, dass man in virtuellen Welten ein Haus auch komplett selbst bauen kann, der Grund für viele, in einer solchen Umgebung einzuloggen.
Ebbes Philosophie: In einen Laden gehen und sich eine bestimmte Jacke zu kaufen, ist der kreative Prozess eines Erstellers. Weil man sich ja etwas aussucht, das zu einem passt und was der eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleiht. (*hm*)
Philip Rosedale und Ebbe sind Freunde. Sie pflegen einen regen Austausch von Informationen, auch über Dinge, die bei Linden Lab und High Fidelity gut oder schlecht funktionieren. Ebbe sieht High Fidelity nicht als Konkurenz. Er meint, viele Welten können gleichzeitig nebeneinander existieren. Es wird keinen Gewinner geben, der dann das Metaverse beherrschen wird.
In Sansar wird es den Anbietern von Spaces (Gebieten, Umgebungen, etc.) überlassen, wie sich die Nutzer identifizieren müssen, die ihren Bereich betreten. Vielleicht reicht ein Pseudonym dafür aus, vielleicht will der Anbieter aber auch die RL-Daten.
Ebbe naiv: "Ich vertraue Facebook. Die Leute dort machen einen wirklich guten Job."
Wenn Sansar nur für anonyme Nutzer konzipiert werden würde, bliebe die Plattform immer ein Nischenprodukt. Deshalb wird es wohl auch eine Idenfizierung in Sansar über einen Facebook Account geben.
Verhaltensweisen von Sansar-Nutzern werden von Linden Lab ausgewertet, um den Anbietern von Experiences statistische Daten zu liefern und auch, um für die eigene Entwicklung der Plattform wichtige Erkenntnisse zu sammeln. Gezielte Werbung aufgrund der Auswertung, soll es aber nicht geben.
Linden Lab erhält aus den L$-Umsätzen, die inworld in Second Life gemacht werden, keine Provisionen. In Sansar wird Linden Lab dafür eine Gebühr verlangen. Dafür wird dann eben Land günstiger.
Ebbes Präsentation auf der SVVR / Quelle: draxfiles.com
Es wird auch verschiedene Nutzer-Level geben. Wer zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Inventarobjekten überschreitet, muss ein Level höher gehen, was dann mehr Gebühren kostet. Die richtig interesannten Tools für Sansar (z.B. direktes Importieren aus Maya heraus), gibt es ebenfalls nur über ein Abo, das Geld kostet.
Als reiner Konsument oder Besucher ist der Zugang zu Sansar kostenlos.
Ein erster Login in Sansar könnte zukünftig so aussehen: Auf der Webseite des Anbieters ist ein Link zur Experience in Sansar. Klickt man ihn an, wird der Viewer automatisch heruntergeladen und anschließend öffnet sich eine Maske, die nach Logindaten fragt. Das kann von "Anonymer Gast" bis zu "RL-Daten mit Kreditkartennummer" variieren. Bei anonymer Gast klickt der Nutzer einfach auf den Login-Button und rezzt dann in der gewählten Experience.
Ebbe ist großer VR-Fan. Er sagt, mit einer VR-Brille ist man selbst sein Avatar. Man nimmt seine Identität an.
Hier kann man sich die Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:
Quelle: show #114: ebbe (svvr 2016 part1)
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Anm.:
Auweia, mit zunehmenden Informationen über Sansar sinkt mein Interesse daran immer weiter. Man merkt deutlich, dass Linden Lab Sansar nicht für die SL-Nutzer entwickelt, sondern eher für die Genration Facebook. Wenn ich mal alle Infos zusammenfasse, die ich bisher gelesen und gehört habe, dann dürfte sich die Kreativität, die wir von SL her kennen, in Sansar m.E. nicht entwickeln.
Nach 12 Wochen Sommerpause ist die Drax Files Radio Hour am 14. August in ihre dritte Saison gestartet. Die Sendung Nr. 81 hat den Titel "Sansar Anxiety" ("Besorgnis wegen Sansar"), aber es gibt auch ein paar andere Themen. Neues über Sansar erfährt man in der Sendung nicht, aber die Diskussionsrunde ist trotzdem ganz interessant.
Da ich gerade keine anderen Meldungen parat habe, habe ich die Podcast-Sendung mal grob zusammengefasst. Gelungen finde ich auch das Banner zu dieser Sendung, denn es zeigt eine Collage aus dem bekannten Bild zu Sansar und einigen ebenso bekannten Avataren aus Second Life, die in Richtung Sansar aufbrechen (darunter Marianne McCann, Salazar Jack, Loki Eliot, Flufee und sogar Magellan Linden).
Das Intro wird von Björn Laurin (Bjorn Linden) gesprochen, der scheinbar wie Ebbe Altberg aus Schweden kommt und Leiter für Produktplanung bei Linden Lab ist. Er sagt, dass Linden Lab aufgrund seiner enormen Erfahrung, und vor allem wegen seiner großen Nutzerbasis, ideal dafür geeignet ist, so etwas wie Sansar zu entwickeln. Er sagt auch, dass sich niemand entscheiden muss, entweder in SL oder in Sansar aktiv zu werden. Da es zwei verschiedene Plattformen sind, kann man auch einfach beides machen.
Erstes größeres Thema der Sendung ist der Second Life Artikel auf Quartz vom 6. August 2015. Unter anderem wird dort auch Draxtor Despres (im Artikel Bernhard Drax) zitiert, der über die Unternehmen verärgert gewesen sein soll, die in der Hype-Phase Second Life in eine Marketing-Plattform verwandeln wollten. SL könne aber nicht als 3D-Werbetafel funktionieren. Stattdessen hat sich die Plattform in Richtung künstlerischer Spielplatz entwickelt. In der Radio Show sagt Draxtor nun, dass er das so eigentlich nicht gesagt hat, sondern dass es Interpretation der Autorin war. Unterm Strich war der Artikel aber in Ordnung, weshalb Drax sich auch nicht zu sehr aufgeregt hat.
Als nächstes kommt schon eine Musikeinlage, die sonst eher am Ende der Sendung platziert gewesen ist. Gespielt wird ein instrumentales Stück von Jana Kyomoon (im RL Jan Pulsford), die einige vielleicht von diversen Konzerten in SL kennen. Dazu gibt es auch noch ein SL-Video von Deceptions Digital, das mit der Musik von Jana unterlegt ist. In der Podcast-Sendung kann man Jana dann ab 11:19 min. hören.
Dann beginnt schon die große Gesprächsrunde mit Canary Beck (Leiterin der Basilique Performing Arts Company), Chaos Priestman (vom SL Cloud Streaming Dienst Bright Canopy) und Josh Farkas (CEO von Cubical Nijas). Jeder wird zunächst von Drax zu Dingen befragt, die das eigene Umfeld der drei Teilnehmer betreffen. Dann wird ein wenig über die Zukunft des Metaverse und über VR-Brillen diskutiert. Eine konkrete Vision hat aber keiner der Diskutanten. "Es könnte passieren, dass...", "Vielleicht wird man dann...", oder "Möglicherweise entwickelt es sich...".
Danach wird die Diskussion auf das Thema Sansar gelenkt. Zu Beginn werden nur Dinge aufgezählt, die allgemein schon bekannt sind, wie z.B. nur Maya Designer sind in der Alpha zugelassen, es gibt ein neues Geschäftsmodell bezüglich Landpreise und Verkaufsprovisionen, der Zugang mit einer Oculus wird vollständig unterstützt, Skalierbarkeit von Regionen, oder die Nutzerfreundlichkeit.
Chaos Priestman ist der Ansicht, dass es "das" Sansar-Erlebnis gar nicht geben wird, sondern dass verschiedene Leute ganz verschiedene Umgebungen erschaffen werden. Deshalb wird Sansar stark fragmentiert sein und es wird schwierig werden, dort Leute einfach so zu treffen, wie das heute in SL geht. Drax fügt dem noch hinzu, dass diese Fragmentierung noch durch neue, andere Plattformen wie High Fidelity verstärkt werden wird, denn Leute die dort sind, sind nicht gleichzeitig in SL oder Sansar.
Josh Farkas (als Nicht-SLer), spricht fast nur über Minecraft und Unity. Er ist der Ansicht, je komplexer eine Plattform ist, umso weniger haben normale Konsumenten ein Interesse daran, sich da reinzuarbeiten. Deshalb ist Minecraft so ein großer Erfolg. Josh sagt, dass auch so eine einfache Klötzchen-Sandbox im zukünftigen Metaverse eine Rolle spielen könnte. Damit Josh auch zum Sansar-Nutzer wird, müsste es ein nutzerfreundliches Content-Ersteller-System haben. Darunter versteht er die Möglichkeit zum schnellen Erstellen, Ausprobieren und Präsentieren von Kreationen.
Für Canary wäre es in Sansar wichtig, bereits am Anfang viele und gute Templates zur Verfügung zu haben. Zum Beispiel für Häuser, Kleidung, Pflanzen, usw. Denn wenn man inventarmäßig wieder bei Null anfangen muss und man nichtt alles neu kaufen will, benötigt man qualitative und zeitsparende Templates, mit denen man arbeiten kann. In Second Life ist das Equivalent dazu die Inventar-Library, die allerdings nicht gerade Top-Templates enthält. Und natürlich sollte in Verbindung damit auf jeden Fall ein Inworld-Bauwerkzeug vorhanden sein.
Dann wird Chaos Priestman gefragt, was notwendig wäre, damit Sansar eine Mainstream-Plattform wird. Chaos ist diesbezüglich eher skeptisch. Er sagt, dass das Fernsehzeitalter noch lange nicht vorüber ist und ein großer Teil der Menschen immer noch eher vor der Glotze hängt als in virtuellen Welten einzuloggen. Und diejenigen, die in virtuelle Welten einloggen, haben womöglich alle eine etwas andere Vorstellung von dessen Nutzung. Deswegen denkt Chaos, dass sich VR eher auf Tausende kleine Mikrowelten verteilen wird. Canary stimmt in diesem Punkt Chaos zu, während Drax eher das Snow Crash Prinzip mit einer großen virtuellen Welt für alle und vor allem mit nur einer Avatar-Identität bevorzugt.
Danach entsteht dann auch eine Diskussion, wie man einen gemeinsamen Avatar für alle virtuelle Welten umsetzen könnte. (Ich erinnere mich, dass das die IETF schon mal mit dem VWRAP-Projekt versucht hat, aber gescheitert ist). Jo Yardley meint dann sogar, Facebook (als Besitzer der Oculus Rift) könnte an sowas arbeiten. Drax bezweifelt das aber, aufgrund der beknackten Realnamen-Politik von Facebook. Und wer will schon einen universellen Avatar mit seinem realen Namen überm Kopf haben.
Dann ist die Diskussion zu Ende und eigentlich ist die eine Stunde, die eine "Radio Hour" eben so dauert, auch schon um. Aber Drax hängt noch acht weitere Minuten dran und bringt zunächst ein paar Kurzmeldungen.
Am Sonntag, den 16. August, gibt es auf der 1920 Berlin Region eine Gedenkfeier für die verstorbene Person hinter dem Avatar Adele Kling. Für diese Veranstaltung wird auch der Dresscode der RP-Region aufgehoben, so dass jeder in normaler Kleidung (oder anderen Avatarformen) an der Feier teilnehmen kann.
Und ganz am Ende der Sendung wird eine neue, wiederkehrende Serie gestartet, die "Second Life Origins" heißt. Darin werden bekannte Avatare gefragt, wie sie überhaupt zu Second Life gekommen sind. In der ersten Runde wird diese Frage Siddean Munro von Slink gestellt.
Siddean schaute sich Second Life bereits 2003 zum ersten Mal an, war aber zu dieser Zeit sehr tief mit EverQuest beschäftigt, so dass es beim Anschauen blieb. Ihren heutigen Account legte sie dann 2007 an, nachdem sie in ihrer Heimat Australien etwas über Second Life in einer populären TV-Show mit dem Namen 60 Minutes gesehen hatte. Begonnen hat sie dann mit dem Erstellen von Haaren und Kleidung. Zuerst nur als Hobby, nach anderthalb Jahren dann als Vollzeitberuf. Ein Jahr später hat dann sogar ihr RL-Ehemann seinen Job gekündigt, um dann als Skripter für Siddeans Produkte ebenfalls in SL zu arbeiten.
Hier kann man sich die Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:
Es ist schon lange her, dass ich hier eine Podcast-Sendung der Drax Files Radio Hour zusammengefasst habe. Heute hatte ich mal wieder Lust darauf, zumal NiranV Dean, der Entwickler des Black Dragon Viewers, von Draxtor interviewt wurde. Obwohl Niran im Web öfter mal die verbale Keule auspackt, wenn jemand dämliche Fragen stellt, ist er im Interview doch recht gemäßigt.^^ Außer etwas Kritik an den Defaulteinstellungen im SL-Viewer, gibt es ansonsten kein Ranting, wie es die Podcast-Überschrift eigentlich suggeriert. In erster Linie habe ich mir aber die Sendung komplett angehört, weil der Black Dragon eben mein Stammviewer ist und einige interessante Infos gegeben werden.
Das Intro zur Sendung wird von Whiskey Monday gesprochen, die in den letzten Wochen mit Drax zusammen an einer neuen World Makers Episode gearbeitet hat. Am kommenden Montag soll die Folge auf YouTube hochgeladen werden. Ganz klar - natürlich an einem Montag! :)
Zu Beginn will Draxtor wissen, ob die Aufteilung von Second Life- und Virtual Reality-Themen in der Sendung ausgewogen ist, oder ob einer der Bereiche zu stark überwiegt. Wer dazu etwas sagen will, soll es in die Kommentare zur Sendung schreiben. Ich fand es in der zweiten Hälfte des letzten Jahres zu VR-lastig, denn da wurden kaum noch SL-Themen behandelt. Da aber inzwischen der Oculus Rift Hype auch bei den beiden Moderatoren etwas nachgelassen hat, ist der SL-Anteil nun wieder ganz ok.
Im ersten Teil der Sendung werden dann ein paar Schlagzeilen der Woche diskutiert. Es geht um folgende Themen:
Ready Player One wird von Steven Spielberg verfilmt. Der Link zum Podcast verweist auf den Hollywood Reporter, aber da ich dieses Thema auch schon bei mir hatte, gibt es meinen Link noch dazu: [Echt Virtuell] - Ready Player One wird von Steven Spielberg verfilmt. Es gab vor einiger Zeit auch mal eine Location in Second Life, die Bezug zu diesem Roman hatte. Wie der Screenshot auf der Podcastseite zeigt, ist dort heute leider nichts mehr zu finden.
Auf YouTube gibt es jetzt 360 Grad Videos, die man mit Effekt aber nur im Chrome Browser oder in entsprechenden Android-Apps ansehen kann. Im Firefox oder IE ist es einfach nur ein gestrecktes Video. Um den Effekt zu sehen, muss man die Maus in der oberen linken Ecke des Videos auf das Navigationsrad bewegen und dann bei gedrückter Maustaste die Blickrichtung ändern. Ich habe das probiert, aber bei mir funktioniert es irgendwie nicht. Wer selbst mal probieren will, hier ein Beispielvideo: Tomorrowland 2014 | 360 Degrees of Madness. Und hier ein deutschsprachiger Bericht dazu: YouTube unterstützt ab sofort 360 Grad-Videos.
Passend zur vorherigen Meldung, hat auch Facebook angekündigt, diese 360 Grad Videos auf ihrer Plattform zu unterstützen.
Als nächstes wird die Magic Leap angesprochen. Ein neues Video zeigt ein nahezu perfektes Augmented Reality Overlay, dass scheinbar mit der Magic Leap bedient werden kann. Nach lesen der Kommentare komme ich aber zu dem Schluss, dass das Video eine hollywoodreife Trickproduktion ist. Dennoch ist es vorstellbar, dass sowas in einigen Jahren in der gezeigten Qualität möglich ist.
Im Sommer soll auch ein Film erscheinen, der mit Hilfe der Magic Leap Technologie produziert wurde. Das Ganze läuft unter dem Projektnamen The Age of Starlight und der Film wird auf dem Manchester International Festival im Juli zu sehen sein.
Unter dem Namen Improbable hat eine Startup-Firma eine neue Server-Technologie entwickelt, die zukünftig die herkömmlichen Server ablösen könnte. Die Technologie beruht auf Tausenden von Mini-Prozessoren, die wie ein Schwarm agieren. Statt bei Games immer nur einen Server pro Instanz zu verwenden, übernimmt dieser Schwarm jeweils die Arbeit von vielen parallelen Prozessen, die vom Ablauf her als nächstes anstehen. (hm, schwer zu erklären). Ciaran Laval hat dazu einen Blogpost geschrieben, der sich auf diesen Artikel auf Engadget bezieht. Bei Improbable arbeitet unter anderem ein Ex-Linden Lab Mitarbeiter.
Draxtor hat inzwischen auch schon eine virtuelle Umgebung in High Fidelity online gestellt. Das Anlegen hat laut Drax nur ein paar Minuten benötigt.
Dann wird ein Blogpost von Jo Yardley angesprochen, den sie letzte Woche geschrieben hatte. Ihr Vorschlag war, dass sich Linden Lab evtl. überlegen sollte, SL Go als kostenlosen Dienst für Premium-Nutzer anzubieten. Alles, was heute so an Vorzügen für Premium-Nutzer angeboten wird, wäre ja eher ohne Reiz. Möglich wären auch verschiedene Abstufungen der Premium-Mitgliedschaft, z.B. Standard und Pro. Und nur beim Pro gäbe es dann SL Go noch kostenlos dazu.
Ab Minute 29:08 wird im Podcast ein Song von SL-Sängerin Lydia Yalin gespielt.
Nun beginnt das Interview mit Niran. Da ich keine vollständige Zusammenfassung von 20 Minuten Unterhaltung hier bieten kann, gibt es einfach eine Liste von Aussagen, die ich für interessant halte.
Niran kommt aus Deutschland und ist in Second Life als Furry unterwegs.
Niran kann selbst keine Programmiersprache, wie zum Beispiel C++ oder C#. Die wesentlichen Anpassungen im Black Dragon werden durch Änderungen der XML-Dateien durchgeführt.
Bevor Niran einen eigenen Viewer veröffentlichte, hat er lange Zeit Modifikationen für den Kirstens Viewer erstellt und anderen zugänglich gemacht.
Als Kirsten dann die Entwicklung ihres Viewer beendete, schaute sich Niran in der SL-Wiki an, wie man selbst einen Viewer kompiliert und begann einfach damit. Dabei wurden dann sowohl die Mods vom Kirstens Viewer als auch die neuesten Bug-Fixes von Linden Lab vereint.
Die Informationen zum aktuellen Entwicklungsstand des Linden Lab Viewers holt sich Niran von der Repository-Seite auf Bitbucket.
Der Fokus des Black Dragon Viewers liegt auf der Verbesserung der Grafik und des Rendering.
Volumetric Lighting (die neue Funktion im Black Dragon) ist ursprünglich eine Entwicklung von Tofu Buzzard, der früher eine Zeit lang für Linden Lab gearbeitet hat und auch nach seinem Ausscheiden in Second Life aktiv geblieben ist.
Volumetric Lighting sind Lichtstrahlen, die durch Brechung in Wolken oder an Objektkanten begrenzt werden und dadurch eine sichtbare Verlauflinie gegenüber der restlichen Umgebung haben. Da es in SL keine echten Wolken gibt, findet hier die Brechung nur an Objektkanten statt.
Screen Space Reflection (SSR) ist ein weiteres Feature von Tofu, das im Black Dragon verwendet wird. Der Firestorm hat ebenfalls SSR, diskutiert aber gerade darüber, es zu entfernen.
Obwohl Second Life schon sehr alt für eine Software ist, kann man grafisch doch ziemlich viel aus ihr herausholen. Leider macht sich das aber in der Performance (in den FPS) bemerkbar.
Niran erwähnt auch eine alte Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und LL. Er stellte vor langer Zeit einen Fix für die unsymetrischen Attachmentpunkte am Avatar in der JIRA zur Verfügung, doch Oz Linden lehnte das ab, weil dadurch bestehender Content beeinflusst werden würde.
Niran hält viele Standardeinstellungen im offiziellen Viewer für Unsinn, da sie einfach schlechte Resultate liefern (z.B. die DoF- oder die Kamera-Einstellungen). Alle dieser Werte sind im Black Dragon geändert.
Auf die Frage, wie viel man für einen PC ausgeben müsste, der Second Life so darstellt wie es in Nirans Videos zu seinen Viewer-Releases zu sehen ist, sagt er, man würde mit ca. 700 US$ hinkommen. Er empfiehlt eine NVidia GTX 660 und einen Intel Quad Core mit mindestens 3 GHz.
Am Ende der Sendung wird noch das zweite Treffen verschiedener Lindens mit SL-Bewohnern auf der Meauxle Bureaux Region vom letzten Mittwoch angesprochen. Es waren wieder eine ganze Reihe bekannter Lindens auf der Region, darunter Ebbe, Torley, Oz und Xiola. Ich hatte darauf in meinem Blog nicht noch einmal hingewiesen, weil es eben eine Wiederholung des Treffens war, das schon letzten November stattgefunden hatte. Soweit ich auf den aktuellen Fotos sehen konnte, lief es am Mittwoch exakt genauso ab, wie vor fünf Monaten, nur mit etwas anderer Linden-Besetzung. Dennoch ist es natürlich gut, dass LL sowas erneut durchführt.
Und ganz am Ende wird auf einen Artikel im britischen Wired hingewiesen, auf den ich gleich noch in einem zweiten Beitrag eingehe.
Hier kann man sich die Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink:
Ok, ich habe heute doch noch was, allerdings ohne viel Erklärungen, sondern einfach beim Zuhören mitgetippt.
Meine letzte Zusammenfassung einer Drax Files Radio Show liegt ja nun schon eine Weile zurück. Zum einen fehlt mir dazu meistens die Zeit und zum anderen ist auch nicht jede Sendung für mein Empfinden interessant. Wenn zum zehnten Mal über das gleiche Thema diskutiert wird, setzt bei mir eine Art Übersättigung ein.
Die Sendung vom letzten Freitag fand ich dagegen ganz ok. Ich fasse die Sendung heute nicht mehr so ausführlich zusammen, wie ich das in der Vergangenheit gemacht habe, sondern erwähne nur grob die angeschnittenen Themen und verweise auf die Links, die auch auf der Podcast-Webseite aufgeführt sind.
Das Intro wird von Harter Fall aus dem MadPea-Team gesprochen. Er wird zur Zeit von Spiegel-TV porträtiert, die eine Dokumentation über "Virtualisierung 2015" drehen. Harter und seine Arbeit in Second Life werden ein Teil davon sein. Die Serie soll im April dieses Jahres ausgestrahlt werden.
>> [Facebook] - Virtualize it - Die Doku über Virtualisierung 2015
>> [Twitter] - @virtualiz3it's
Es gab in den letzten Wochen zwei Artikel von bekannten Argenturen, die sich dem Thema widmeten, inwieweit ein Avatar den Charakter seines Nutzers widerspiegelt. Oder wie in einem der beiden Artikel behauptet wird: "Euer Avatar ist ein Fenster in eure Psyche".
Der eine Artikel kommt vom Wall Street Journal (WSJ), der andere vom National Puplic Radio (NPR).
Von 24:20 min. bis 27:50 min. singt SL-Musikerin TerryLynn Melody in der Sendung. Geht in Richtung Country Musik.
Das Hauptthema der Sendung ist "Second Life is looking good".
Als erstes wird das Video von Kaya Angel aufgeführt, das ich bei mir auch schon präsentiert hatte.
>> [Video] - Second Life A difference perception
Es gibt auch eine Flickr-Seite und einen Twitter-Kanal mit dem Namen "SL is looking good". Wer der Ansicht ist, dass er etwas zum Titel der Kanäle beitragen kann, soll sein Foto oder Link einfach dort teilen. Hier die Links:
>> Flickr-Gruppe
>> Twitter-Kanal
Als Gegenbeispiel erwähnen Drax und Jo die SL-Fotos auf der Nvidia GeForce Homepage für Grafikkarten, die wirklich kacke aussehen. "SL is looking bad":
>> GeForce > Games & Apps > Games > Second Life
Dann folgen Interviews mit Kiana Writer, der Cheffin der MadPea-Gruppe, die in SL inzwischen nicht nur Spiele erstellt, sondern auch viele Hunts und Gachas durchführt. Etwas später wird auch Harter Fall interviewt, der schon das Intro gesprochen hat. Im Wesentlichen werden Dinge aus der Vergangenheit besprochen. Wie hat MadPea angefangen, wie und wann ist Harter dazugestoßen.
Hier ein paar interessante Fakten aus dem Gespräch:
Für MadPea arbeiten zu Zeit 20 Mitarbeiter.
MadPea hat bereits über 50 Spiele produziert.
In der Zeit als MadPea noch von Orange gesponsert wurde (französische Telekomgesellschaft), gab es nur einen Designer und einen Skripter.
Bevor das große MadPea-Abenteuerspiel UNIA kommt, wird es noch ein anderes Game mit dem Namen BURIED geben.
In drei Monaten werden von Linden Lab die ersten Content-Ersteller eingeladen, um Dinge in SL 2.0 zu testen.
Die Spiegel TV Doku, die ich eingangs erwähnt habe, wird als Webserie online verfügbar sein, so dass man die Sendungen ansehen kann, wann immer man Zeit hat.
Ich habe eben gesehen, dass mein MP3-Player, den ich in vorangegangenen Postings eingesetzt habe, ohne Flash nicht mehr funktioniert. Weil das gerade durch die Sicherheitslücke überall ein Thema ist, stelle ich nun auf einen HTML5 Player um. Ich hoffe, den kann jeder sehen.
In den vergangenen Wochen hat bei mir die Motivation für Zusammenfassungen der Radio Show etwas nachgelassen. Zum einen, weil ich kaum noch die Zeit aufbringe, dafür zwei bis drei Stunden zu investieren und zum anderen, weil das Thema "Interview mit einem Linden" jetzt schon fünf Sendungen lang im Mittelpunkt stand. Da aber die Sendung vom Freitag die letzte mit aktuellen Themen vor der Sommerpause war, gibt es jetzt noch einmal ein paar Infos dazu.
In den kommenden Wochen wird es dann jeweils am Freitag aufgezeichnete Interviews mit Leuten aus dem Umfeld virtueller Welten und VR-Technologie geben. Die Radio Show mit zeitnahen Themen wird dann Mitte August fortgesetzt und in ihre zweite Staffel gehen.
In dieser Sendung geht es noch einmal schwerpunktmäßig um Meldungen, die Draxtor von seinem Besuch der SVVR-Konferenz 2014 mitgebracht hatte. Wie inzwischen gewohnt, hier meine Notizen in Listenform:
Drax ruft zu Beginn der Sendung dazu auf, die Radio Show mit 100 L$ pro Monat zu unterstützen. Dafür erhält man ein altes Mikrofon und eine "On Air"-Anzeige, wie auf diesem Foto zu sehen. Wer die Drax Files unterstützen möchte, soll sich inworld direkt an den Avatar "draxfiles" wenden und ihm kurz sagen, warum man die Show unterstützen will. Das geht auch auf Deutsch, weil Drax ursprünglich aus München kommt.
Die professionellen Videoaufzeichnungen der SVVR-Konferenz werden in Kürze im Web zur Verfügung stehen. Die Videos, zu denen ich meine Zusammenfassungen der Programmpunkte von Philip Rosedale und der Metaverse-Diskussion gemacht hatte, waren nur vorläufig und tontechnisch sehr schlecht.
Für den Leap Motion Controller wird aktuell an einer erweiterten Version mit Skeletterkennung gearbeitet. Damit sollen nicht nur einfache Gesten möglich sein, sondern jeder bewegliche Teil der Hand kann mit der neuen Bone API ausgewertet werden. Damit sollen sich dann sogar vollwertig funktionierende virtuelle Hände in der 3D-Umgebung steuern lassen.
Dies ist eine Liste aller Aussteller, die auf der SVVR etwas präsentiert haben.
Jo Yardley hat in einer Designing Worlds Show mit Gästen von Linden Lab teilgenommen. Thema war, wie man neue Nutzer nach SL bringen und wie man sie zum Bleiben bewegen kann. Konkrete Aussagen gab es nicht. Die Lindens waren aber der Ansicht, dass sich auf jeden Fall etwas ändern sollte. Zur Zeit untersucht man über unterschiedliche Webseiten für die Anmeldung, welcher Auftritt besser angenommen wird.
Es folgt eine längere Diskussion, was man alles machen könnte, um SL für neue Nutzer interessanter zu machen. Allerdings lässt sich darüber theoretisch leicht fachsimpeln. Ohne praktische Umsetzung werden wir nicht wissen, ob diese Ideen irgendetwas bringen.
Es folgt noch eine Diskussion über die neuen Startavatare aus Mesh, die vor zwei Wochen eingeführt wurden. Kritikpunkt ist, dass neue Nutzer diese nicht so beliebig anpassen können, wie das mit den alten System-Avas möglich war. Drax war allerdings in der Lage, einen dieser neuen Mesh-Avas mit eigener Kleidung auszustatten.
Im zweiten Teil der Sendung folgen zwei Interviews mit Linden Lab Mitarbeitern. Als erstes spricht Voidpointer Linden (auf dem Foto oben ist er Zweiter von links). Voidpointer hat im Wesentlichen am Oculus Rift Viewer in der letzten Zeit gearbeitet.
Voidpointer sagt, dass virtuelle Realitäten eine Passion für ihn seien.
90% seiner Arbeit am Oculus Rift Viewer ging für Anpassungen der Benutzeroberfläche drauf.
Der "X"-Button (Aktionstaste) im Oculus Viewer war eine Idee von Loki Eliot. Damit kann man auch im Mouselook-Modus mit inworld Objekten interagieren.
Aktuell benötigt der Oculus Viewer noch Tastatur und Maus für die meisten Aktionen. In Zukunft würde Voidpointer gerne VR-Technologie unterstützen, wie zum Beispiel das STEM-System.
Voidpointer bezeichnet sich selbst als Gamer. Bevor er zu Linden Lab kam, hat er den Sinn von Second Life noch nicht einmal verstanden (kein Spielziel und so). Doch je mehr er SL nutzte, umso mehr hat er die vielfältigen Möglichkeiten kennengelernt.
Nach dem Interview erwähnt Drax noch, dass Loki Eliot inzwischen einen Xbox-Controller erfolgreich zur Steuerung des Oculus SL-Viewers verwendet hat. Ich hatte darüber hier auch schon berichtet.
Das zweite Interview wurde mit Catalyst Linden geführt. Er ist auf dem Foto oben ganz rechts zu sehen und hat bei LL den Job eines führenden Entwicklungsleiters (Senior Director of Development).
Catalyst hat erst 2013 bei Linden Lab begonnen. Er hat SL aber schon zuvor genutzt. Catalyst bezeichnet sich selbst auch als Gamer.
Second Life wird sich aus Catalysts Sicht nicht in eine Game-Plattform umbauen lassen. Alle Eigenschaften, die SL zu etwas Besonderem machen, sind gleichzeitig ungeeignet dazu, ein konkurenzfähiges Spiel zu entwerfen.
Drax ist da anderer Ansicht. Er sagt, dass SL für immersive Adventure-Spiele sehr wohl geeignet ist (z.B. MadPea).
Darauf präzisiert Catalyst seine Aussage und erklärt, es sei nicht unmöglich mit SL Spiele zu erstellen. Aber im Vergleich zu Unity3D, einer Engine die für Spiele entworfen wurde, sei es in SL ungleich schwerer etwas Komplexes zu kreieren.
SL habe seine Stärken im Bereich der sozialen Verbindungen. Auf der SVVR fanden es Leute toll, dass man mit den neuen VR-Technologien nun virtuelle Meetings abhalten könne. Darauf sagt Catalyst, dass dies bei LL schon seit langer Zeit der Standard wäre.
Zu Ebbe Altberg sagt er, dass er wirklich interessiert an Second Life sei. Seit er CEO ist, sind die Lindens wieder inworld.
Für Catalyst ist es eine Freude, jeden Tag im Internet zu sehen, welche fantastischen Dinge die Leute mit und in SL machen.
Zum Schluss reden Drax und Catalyst noch viel über Vermarktungsmöglichkeiten für SL. Fazit daraus: Eigentlich ist alles vorhanden, um eine wirklich beeindruckende Werbekampagne für SL zu starten. Es müsste halt nur mal gemacht werden.
Virtual Ability sucht freiwillige Helfer für ein Projekt mit dem Namen Healthcare Equitability.
Dann gibt es einen Link zu einem russischen Video, das einen Oculus Rift Nutzer bei einer Achterbahn-Simulation zeigt.
Die Sendung endet mit einigen Ansichten von Krysaniaa Eramos, einer Studentin aus Chicago, die auf der SVVR einen Livestream ausstrahlte und die ebenfalls in SL unterwegs ist.
Hier kann man sich die Sendung anhören, genauso wie auf der Seite zum Quellenlink: