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Donnerstag, 28. November 2019

Second Life im Webbrowser immer noch verfügbar

Quelle: Bright Canopy
Gestern hatte ich schon etwas zu einem Doku-Video über Linden Lab und Sansar gebloggt, auf das ich im neuesten Blogpost der Drax Files Radio Hour aufmerksam wurde. Jetzt gibt es noch ein weiteres kleines Fundstück aus diesem Beitrag.

Von 2014 bis 2015 hatte Linden Lab für kurze Zeit eine Browser-Lösung für Second Life angeboten. Sie hieß SL Go und wurde vom Streaming Dienst OnLive zur Verfügung gestellt. Am 30. April 2015 wurde SL Go dann abgeschaltet, weil OnLive von Sony gekauft wurde und der japanische Konzern danach alle unrentablen Dienste abschaltete.

Bereits kurz vor der Abschaltung wurde von Second Life Nutzer Chaos Priestman (Bill Glover im RL) ein Ersatzdienst mit Namen "Bright Canopy" angeboten. Im Grunde war das technisch ähnlich wie SL Go, nur dass der Dienstanbieter diesmal Frame hieß. Dieser Dienst war sogar so gut, dass Linden Lab dafür im SL Blog Werbung machte.

Ich selbst habe im Jahr 2015 sehr viel über Bright Canopy gebloggt (siehe Liste aller meiner Beiträge). Meine letzte Meldung lautete dann am 5. Dezember 2015, dass nun Frame die Rechte für Bright Canopy übernommen hat und Chao Priestman Mitarbeiter des Dienstanbieters wurde.

Danach habe ich zu Bright Canopy nichts mehr gehört oder gelesen. Bis eben am Montag Draxtor Despres schrieb, dass es immer noch verfügbar ist.

Screenshot: Bright Canopy im Firestorm Viewer als Stream in einem Firefox Browser
auf einer vollen Region mit Ultra-Grafik
Hier einige allgemeine Informationen:
Mit Bright Canopy ist es möglich, Second Life in einem Webbrowser zu öffnen. Das funktioniert sowohl mit altersschwachen PCs und Notebooks als auch mit Tablets. Second Life und der Viewer laufen dabei auf Cloud-Servern und zum Anwender wird nur das fertig gerenderte Videobild geschickt. Ähnlich wie ein Videostream von YouTube.

Vom Nutzer werden alle Eingaben über Tastatur und Maus zurück an den Cloud-Server geschickt und im dort laufenden Viewer ausgeführt. Durch den etwas längeren Weg von Tastatur zum Server und vom Server zurück zum Anwender, gibt es eine geringe Verzögerung zwischen Eingabe und Reaktion auf dem Bildschirm. Für viele Fälle ist das aber dennoch akzeptabel.

Quelle: Bright Canopy Homepage auf Frame
Der Dienst kostet aktuell 17 US-Dollar pro Monat. Darin enthalten sind 10 Stunden Second Life Nutzung. Jede weitere Minute wird dann mit 0,03 US‑Dollar berechnet (1,80 US‑Dollar/Stunde). Und jeder Login in Second Life wird mit mindestens 30 Minuten berechnet. Klar ist das keine günstige Alternative. Aber es sind damit zum Beispiel so Dinge möglich, wie mit einem Tablet über WLAN in einem Zug (z.B. ICE) in Second Life unterwegs zu sein. Und das in High End Grafik.

Okay, das wars. Da Linden Lab bis Montag im Urlaub ist, muss ich auf solche banalen Themen zurückgreifen. Denn neue Meldungen im SL Blog sind diese Woche nicht mehr zu erwarten. :)

Links:

Samstag, 5. Dezember 2015

Bright Canopy wird von Frame übernommen

Quelle: Bright Canopy
In den letzten Wochen war es um den in diesem Jahr gestarteten SL Streaming-Dienst Bright Canopy ziemlich ruhig geworden, nachdem man im zweiten Anlauf ein Geschäftsmodell gefunden hatte, mit dem man das Produkt wirtschaftlich betreiben konnte.

Mit Bright Canopy ist es möglich, Second Life in einem Webbrowser zu öffnen und das funktioniert sowohl mit altersschwachen PCs und Notebooks als auch mit Tablets. Second Life und der Viewer laufen dabei auf Cloud-Servern und zum Anwender wird nur das fertig gerenderte Videobild geschickt. Vom Nutzer selbst, gehen in die andere Richtung nur die Eingabesignale von Tastatur und Maus zurück an die Cloud-Server.

Heute, am 4. Dezember, hat Bright Canopy bekanntgegeben, dass sie ab sofort für die Firma Frame arbeiten, welche bisher die Server und die Software für den Bright Canopy Dienst zur Verfügung gestellt hatten. Eigentlich bietet Frame auch schon von sich aus solche Dienste direkt an und streamt andere Programme und Anwendungen aus der Cloud zu seinen Kunden. Bright Canopy war also nur ein aufgepfropfter Dienst auf einem anderen Dienst. Insofern macht diese Fusion nun durchaus Sinn. Ich hatte dazu auch schon eine interessante Konversation in den Kommentaren eines älteren Bright Canopy Post in meinem Blog.

Bill Clover, der Betreiber von Bright Canopy, arbeitet jetzt bei Frame als Produktmanager für virtuelle Welten. Scheinbar will sich Frame auf 2016 vorbereiten, denn laut Analysten sollen nächstes Jahr mit der großen VR-Welle einige virtuelle Welten auf den Markt kommen. Der Dienst von Bright Canopy für Second Life läuft aber unverändert und unter gleichen Konditionen weiter. Jerri Clover, die Ehefrau von Bill, wird ebenfalls weiterhin für Bright Canopy als "freiwillige Mitarbeiterin" arbeiten. Der Kundensupport soll dann demnächst mit dem Support von Frame zusammengelegt werden.

Zur Feier dieser "Firmenerweiterung" gibt es am 12. Dezember um 12pm SLT (21 Uhr MEZ) auf der Bright Canopy Sim eine Neustartparty.

Für Bright Canopy und die draufgängerischen Glovers, ist diese Fusion sicher eine Verbesserung, weil Betreiber und Dienst nun Teil einer etablierten, größeren Firma geworden sind.

Quelle: A New Chapter for Bright Canopy

Links:

Mittwoch, 23. September 2015

Bright Canopy mit Neustart am 23. September

Quelle: Bright Canopy
Am Dienstag, den 22. September 2015, wurde im Bright Canopy Blog der Neustart für den Anfang September stillgelegten Streaming Dienst bekanntgegeben. Seit Mitternacht kann man sich nun wieder anmelden.

Die Betreiber waren aufgrund eines nur halb durchdachten Finanzierungskonzepts bei ihrem ersten Anlauf gescheitert, da die Betriebskosten deutlich die Einnahmen überstiegen. Da ich das alles schon ausführlich beschrieben hatte, hier nur noch einmal die Kurzform des bisherigen Verlaufs mit entsprechenden Links.

Der Second Life Cloud-Streaming Dienst wurde am 29. August offiziell gestartet. Angemeldete Nutzer sollten für 17 US-Dollar pro Monat unbegrenzt Second Life mit Ultra-Grafik im Browser nutzen können. Bereits nach zwei Tagen stoppten die Betreiber den Zugang, weil sich das schon erwähnte Verlustgeschäft abzeichnete. Eigentlich wollte man dann nach einem Wochenende mit geändertem Tarif weitermachen, aber es hat nun fast vier Wochen gedauert, bis das neue Konzept fertig war. Zwischenzeitlich gab es noch ein Inworld-Treffen, um Nutzer und interessierte Leute zu informieren.

Die Pressemitteilung von heute übersetze ich nicht, sondern fasse nur die wichtigen Infos zusammen.

Die Betreiber von Bright Canopy haben sich mit dem Cloud-Server Anbieter Frame zusammengesetzt und einen neuen Tarif erarbeitet. Der ist nicht allzu weit weg von dem, was auf dem Inworld-Meeting am 6. September vorgestellt wurde.

Bright Canopy Nutzungsgebühren:
  • 17 US$ pro Monat für 20 Stunden Nutzungsdauer
  • Zusätzliche Zeit darüber hinaus kostet 0,02 US$ pro Minute
  • Für zusätzliche Zeit werden pro Session mind. 30 Minuten abgerechnet (30 * 0,02 = 0,60 US$)
  • Bei weniger als 10 Stunden zusätzlicher Zeit, wird der Extrabetrag mit der nächsten monatlichen Grundgebühr abgerechnet.
  • Bei mehr als 10 Stunden zusätzlicher Zeit, wird der Extrabetrag sofort bei der hinterlegten Zahlungsoption eingezogen.

Zwei Beispiele:
  • Die Nutzung pro Monat beträgt 25 Stunden. 20 Stunden = 17 US$, plus 5 Stunden = 6 US$, macht insgesamt 23 US$, zahlbar mit der nächsten monatlichen Abrechnung.
  • Die Nutzung pro Monat beträgt 30 Stunden. 20 Stunden = 17 US$, zahlbar über monatliche Abrechnung, plus 10 Stunden = 12 US$, direkt abgebucht über verbundene Zahlungsinformation. Die Gesamtkosten für 30 Stunden Nutzung betragen 29 US$.

Jeder, der bereits einen Account bei Bright Canopy hatte, muss sich jetzt noch einmal anmelden, da die alten Konten gelöscht wurden. Ob das jetzt immer noch so viele ausprobieren, wie beim ersten Start, bezweifle ich. Einmal ist das Vertrauen durch die laienhafte Geschäftsführung etwas verloren gegangen und zum anderen ist der neue Tarif nun teurer. Wenn man zum Beispiel 50 Stunden Bright Canopy in einem Monat nutzt, werden insgesamt 53 US$ fällig (und nicht 17 US$, wie beim ersten Angebot des Dienstes).

Quelle: Launch Reboot

Links:

Dienstag, 8. September 2015

Bright Canopy: Infos aus dem Inworld-Treffen

Quelle: Bright Canopy
Am Samstag, den 5. September 2015, gab es in Second Life eine Informationsveranstaltung von Bright Canopy, bei der zum einen kurz erklärt wurde, warum der SL Streaming Dienst nach dem Start gleich wieder abgeschaltet wurde und zum anderen, wie es nun weitergehen soll.

Noch mal zur Erinnerung: Am 29. August 2015 startete Bright Canopy offiziell seinen Service, über den Second Life auf Cloud-Servern gerendert und samt Viewer an die Kunden gestreamt wird. Mit diesem Dienst kann man SL in höchster Qualität auch auf schwachen PCs und mobilen Geräten in einem Browser laufen lassen. Das Ganze sollte zu Beginn 17 US$ im Monat bei unbegrenzter Nutzng kosten.

Bereits nach zwei Tagen musste der Dienst seinen Betrieb wieder einstellen. Bestehende Accounts wurden gelöscht, Neuanmeldungen wurden blockiert (aktuell immer noch) und der 17 Dollar-Tarif sollte nur noch für 20 Stunden gelten, anstatt unbegrenzt. Alles in allem, ein klassischer Fehlstart.

Hier nun die relevanten Aussagen aus dem Meeting vom 5. September:

Was bisher geschah
Nach dem Ende von SL Go hatte Chaos Priestman (im RL: Bill Glover) die Idee, einen neuen Stream-Service für Second Life zu starten, da es ein sichlbares Interesse der Nutzer gab. Die geschlossene Beta mit einigen eingeladenen Nutzern lief gut, was das Interesse an dem Dienst weiter erhöhte. In der darauf folgenden Vorstartphase wurde dann an den Bezahloptionen gearbeitet und letzte Fehler wurden behoben. Auch das funktionierte ohne Probleme.

Der Preis für den Dienst, der dann beim offiziellen Start gültig war, wurde so ermittelt, dass man einmal die laufenden Kosten tragen konnte und zum anderen etwas übrig bleiben sollte, damit man Leute für Entwicklung und Support des Dienstes einstellen könnte. Zu den laufenden Kosten gehört auch der Tarif von Serverbetreiber Frame, dessen Cloud-Server an drei verschiedenen Standorten (Kalifornien, Virginia, Irland) von Bright Canopy genutzt werden.

Frame nutzt für das Cloud-Streaming die Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) mit sogenannten g2.2xlarge Instanzen. Dabei nutzt jeder Bright Canopy Kunde eine dieser Instanzen für seinen persönlichen Stream. Die Kalkulation für Bright Canopys Geschäftsmodell beruhte auf den Kosten für diese Instanzen, die bis vor kurzem noch zwischen 0,12 und 0,25 US$ pro Stunde betrugen.

Seit 1. August gab es dann aber Kostensprünge an allen drei Serverstandorten. Häufig ging der Stundenpreis auf über 1,00 US$ und als Spitzenwert sogar bis auf 8,00 US$ hoch. Damit war das Geschäftsmodell von Bright Canopy nicht mehr durchführbar. Hier mal eines der drei Diagramme, die Bill Glover auf der Veranstaltung zeigte und die auch im Blogpost zum Quellenlink eingebettet sind. Die gelben Balken stellen die unvorhergesehenen Preissprünge dar, die rote Linie den Durchschnittswert der Kosten pro Stunde (hier beim Standort Irland):

Kostendiagramm für g2.2xlarge Instanzen in Irland. Ausschläge bis max. 4 US$ pro Stunde / Quelle: Bright Canopy

Da Bill und Jerri Glover hofften, dass diese Spitzen nur ein vorübergehendes Ereignis wären, brachten sie am 29. August ihrem Dienst trotzdem an den Start, jedoch mit einem anderen "On-Demand"-Tarif von Frame, der generell 0,80 US$ pro Stunde kostet. Damit machen die Bright Canopy Betreiber zwar Verlust, aber sie waren der Ansicht, das so lange überbrücken zu können, bis der g2.2xlarge-Tarif wieder auf die üblichen 0,25 US$ fallen würde. Doch direkt nach dem Start nutzten dann so viele Leute den Dienst und zusätzlich mit wesentlich längeren Login-Zeiten als bei der Beta, dass den Betreibern schnell klar wurde, dass sie die Mehrkosten nicht decken konnten. Und so fiel die Entscheidung, den Stecker von Bright Canopy zu ziehen.

Wie es weitergeht
Inzwischen sind die Preise für die g2.2xlarge-Instanzen in den USA wieder auf das kalkulierte Level runtergegangen, jedoch nicht in Irland. Zudem gibt es keine Garantie, dass sie jetzt auch stabil bleiben. Deshalb, und auch weil das Nutzerverhalten der Bright Canopy Kunden nach dem Start intensiver gewesen ist als kalkuliert, ist nun auch der neue, angepasste Tarif für Bright Canopy, der erst am 31. August vorgestellt wurde, für die Betreiber nicht mehr tragbar.

Man hat nun mit Frame zusammen einen Tarif ausgehandelt, den man zunächst nur einer begrenzten Anzahl von Nutzern anbieten möchte. Bill Glover nennt es einen "Notfallplan". Wie dieser neue Tarif aussehen soll, wurde auf der Veranstaltung nicht gesagt. Als Nutzer sollen diejenigen ein Angebot erhalten, die es "am dringensten benötigen". Sowohl Frame als auch die Glovers, verdienen mit dieser Notlösung (nach eigener Aussage) erst einmal nichts.

(Anm.: Ich bin jetzt selbst kein potentieller Kunde von Bright Canopy, aber ich finde das gesamte Vorgehen der Bright Canopy Betreiber ziemlich laienhaft. So kann man eine Produkt, bei dem einmal weltweit Kunden mittels Kreditkarte oder PayPal eine Dienstleistung bezahlen sollen, einfach nicht aufziehen. Ich bin jetzt mal gespannt, ob nach diesem schrägen Hin und Her noch genug Leute dabei bleiben, damit dieser Dienst überleben wird. Wenn nicht, ist es schade um eine ansich gute Idee).

Fragen der Besucher an die Betreiber

Wurden durch die vielen Nutzer beim Start die Betriebskosten nicht günstiger?
Nein, mit den aktuellen Preisen für Instanzen zahlt Bright Canopy für jeden Nutzer drauf.

Gibt es eine Möglichkeit, Serverzeiten im Voraus nur für bestimmte Tage oder Uhrzeiten zu kaufen und damit den Zugang günstiger zu machen?
Eine interessante Idee. Wir werden das aufnehmen und prüfen.

Kitely hat doch auch ein Geschäftsmodell mit einem monatlichen Tarif und es funktionert. Könnt ihr das nicht übernehmen?
Nein, Simulator-Server und Streaming-Server mit Hochleistungsgrafikkarte, sind zwei verschiedene Dinge. Wir hoffen, dass Cloud-Streaming in Zukunft aber generell günstiger wird.

Könnt ihr nicht auch andere Serveranbieter nutzen oder eigene Server verwenden?
Andere Anbieter mit dieser Leistung gibt es noch nicht sehr viele. Das soll sich 2016 aber verbessern. Eigene Server sind langfristig wahrscheinlich günstiger, aber die hohen Anschaffungskosten können von Bright Canopy nicht gestemmt werden.

Hat Linden Lab seine Unterstützung angeboten?
Sie waren offen für Gespräche und Support, aber wir haben bisher noch keine konkreten Gespräche geführt.

Wäre nicht ein Kickstarter Crowdfunding ein Weg, um eigene Serverzentren für Bright Canopy zu errichten?
Wir haben es in Erwägung gezogen, aber wir wollen alle Funktionen nutzen, die Frame heute anbietet und dazu gehört viel mehr als nur eine Serverfarm.

Könnt ihr schon sagen, ab wann wieder Anmeldungen für Bright Canopy möglich sind?
Nein, wir wollen nicht erneut etwas ankündigen, das wir nicht halten können. Wir müssen beim nächsten Mal sicher sein, dass es Bestand hat.

Quelle: Community Meeting Transcript

Links:

Dienstag, 1. September 2015

Bright Canopy ändert nach zwei Tagen seinen Tarif

Quelle: Bright Canopy
Am Samstag, den 29. August 2015, wurde der Second Life Streaming Dienst Bright Canopy offiziell gestartet. Ich hatte im Vorfeld hier darüber berichtet und auch Linden Lab hatte am letzten Freitag einen Blogpost dazu veröffentlicht.

Bright Canopy rendert die 3D-Umgebung von Second Life komplett auf externen Hochleistungsservern der Firma Frame und streamt das Ergebnis, samt Vieweroberfläche, in den Webbrowser des SL-Anwenders.

Für die Nutzung von Bright Canopy gab es zum Start nur einen Tarif. Für 17 US$ im Monat (ca. 15 Euro), sollte man den Dienst unbegrenzt nutzen können. Dazu gab es noch das verlockende Angebot, das Ganze zunächst für 14 Tage kostenlos zu testen. Und Letzteres führte jetzt wohl schon nach zwei Tagen zu einer Umstellung des Tarifs.

Offenbar haben sich so viele Nutzer für den Dienst angemeldet, dass bereits wenige Stunden nach dem Start das freie Kontingent aufgebraucht war, welches vom Serverbetreiber Frame dem Bright Canopy Team für den gesamten Monat zur Verfügung gestellt wurde. Zusätzlich gab es auch noch Probleme mit der Registrierung und der Hinterlegung von Bezahlinformationen.

In einem Blogpost in der letzten Nacht, hat nun Jerri Glover die folgenden Infos bekanntgegeben:
  • Es gab am Wochenende einen Tsunami an Anmeldungen bei Bright Canopy. Das kleine Familienunternehmen des Streaming-Dienstes war darauf nicht vorbereitet.
  • Für das vergangene Wochenende wird allen Nutzern, die den Dienst ausprobiert haben, nichts dafür berechnet. Die 14-tägige kostenfreie Testphase wird nicht mehr angeboten.
  • Der Tarif wird jetzt geändert, damit Bright Canopy als Dienst überleben kann. In einigen Monaten sollen dann verbesserte Tarifoptionen, die bei Frame angekündigt wurden, auch den Bright Canopy Nutzern zugutekommen.
  • Alle bisherigen Anmeldungen und Bezahlinformationen werden (oder wurden bereits) gelöscht. Deshalb ist eine Registrierung zur Zeit nicht möglich. Sobald es wieder geht, wird bei nochmaliger Anmeldung dann der neue Tarif angezeigt und man kann auswählen, welcher Serverstandort für das Streaming dem Wohnort am nächsten ist. Das bedeutet, jeder der schon angemeldet war, muss das leider noch einmal durchführen.

Neuer Tarif:
  • Wer sich bis zum 6. September 2015 anmeldet, zahlt für den ersten Monat 7 US$, danach wieder die ursprünglichen 17 US$.
  • Nach dem 6. September beträgt der Tarif generell 17 US$ pro Monat, allerdings nur noch für maximal 20 Stunden Nutzung (anstatt unbegrenzt).
  • Jede weitere Minute über 20 Stunden hinaus, kostet dann 0,013 US$.
  • Jeder, der zu den Änderungen eine Frage hat, soll den Support von Bright Canopy per E-Mail kontaktieren: support@brightcanopy.com.

Eigentlich schade, dass die Betreiber da etwas zu blauäugig an die Sache rangegangen sind. Ich denke, dass vor allem das Angebot einer kostenlosen Testphase von 14 Tagen den oben erwähnten Tsunami an Anmeldungen ausgelöst hat. Da man bei Bright Canopy auch keine vertragliche Bindung eingeht, wird sowas bei der heute herrschenden "Mitnehmermentalität" natürlich reichlich in Anspruch genommen. Ich hoffe aber, dass der Dienst den richtigen Weg findet, langfristig zu überleben. Denn für SL ist es meines Erachtens wichtig, so eine Zugangsmöglichkeit zu haben.

Quelle: We’re Gonna Need A Bigger Boat

Links:

Freitag, 28. August 2015

[LL Blog] - Bright Canopy bringt Second Life in euren Webbrowser

Quelle: SL Brand Center
Anmerkung: Ich hatte dieses Thema schon vor einer Woche hier vorgestellt. Heute, genau um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit, startet Bright Canopy nun offiziell. Zumindest sagt das der Countdown auf der Homepage aus. Ich vermute aber, es wird eher Mitternacht Pazific Zeit, denn der Betreiber von Bright Canopy hat sein Büro in Texas.

Da die Meldung im Linden Blog nicht besonders lang ist, habe ich sie noch zusätzlich zu meinem längeren Beitrag übersetzt. Anscheinend hat Linden Lab, nicht ganz uneigennützig, ein Interesse daran, dass Bright Canopy erfolgreich ist. Allerdings hatten sie das auch schon bei SL Go.


von Linden Lab am 28.08.2015 um 1:00pm PTD (22:00 Uhr MESZ)
- Blogübersetzung -


An diesem Wochenende wird ein aufregender neuer Service starten: Bright Canopy. Mit Bright Canopy könnt ihr entweder den offiziellen Second Life Viewer oder den Firestorm Viewer verwenden, um euch in Second Life in eurem Webbrowser einzuloggen und ihr könnt ohne einen High End PC die großartige Performance und Grafik genießen.

Gegründet und geführt von langjährigen Second Life Nutzern, steht Bright Canopy nun für alle bereit. Der Dienst wurde seit April auf der Basis von Einladungen in einer geschlossenen Beta getestet und ab diesem Wochenende wird er für 17 US$ pro Monat, ohne Vertrag oder langfristige Bindung und mit einem Rund-um-die-Uhr Kunden-Support, zur Verfügung stehen.

Um mehr über Bright Canopy zu erfahren und mit einem kostenlosen 14-Tage-Test zu beginnen, besucht bitte die Seite von BrightCanopy.com.

Quelle: Bright Canopy Brings Second Life to Your Web Browser

Donnerstag, 20. August 2015

Bright Canopy startet am 29. August offiziell sein SL Cloud-Streaming

Quelle: Bright Canopy
Ende April 2015 wurde mit SL Go der bisher einzige Stream Service für Second Life stillgelegt. Die Technik von SL Go Betreiber OnLive wurde von Sony aufgekauft und die hatten kein Interesse an der Weiterführung dieses Dienstes. Verwendet wurde SL Go über einen speziellen SL Viewer auf Desktop PCs, Laptops, Tablets und eingeschränkt auch auf Smartphones.

Schon kurz darauf hat Bill Glover (Chaos Priestman in SL) einen neuen Stream Service mit dem Namen Bright Canopy gestartet. Zu Beginn erst einmal als geschlossene Beta mit einer bestimmten Anzahl von Teilnehmern. Anders als bei OnLive, werden bei Bright Canopy keine eigenen Server zum Streamen verwendet, sondern der etablierte Cloud-Dienst von Frame genutzt. Die Darstellung der SL-Umgebung erfolgt aktuell noch ausschließlich in einem Webbrowser, inklusive der Viewer-Oberfläche, die ebenfalls gestreamt wird. Später soll es dann auch die Möglichkeit geben, einen lokalen Viewer zu installieren, so dass nur noch die Inworld-Daten gestreamt werden.

In Verbindung mit der Browserlösung kann man dann Second Life auf jedem Gerät nutzen, das einen Webbrowser zum Laufen bringt und das eine schnelle Datenverbindung zum Internet hat. Der verwendete Viewer ist ein Firestorm (siehe Screenshot unten).

Der Firestorm Viewer 4.7.1 in einem Firefox Browser / Quelle: Pressemappe von Bright Canopy
Am 29. August startet nun Bright Canopy als offizieller Dienst und jeder kann sich anmelden und ihn nutzen. Der Flatrate-Preis beträgt in der Startphase 17 US$ (ca. 15,20 Euro) pro Monat. Das ist ein sogenannter Early Bird Preis, der für 90 Tage gültig bleibt. Da Bill Glover aktuell schwer abschätzen kann, ob die Nutzer seines Dienstes nur zeitweise oder nonstop in SL eingeloggt sind, wird der Preis nach einiger Zeit wohl nach oben oder unten angepasst, auf ein Level, das attraktiv für den Kunden sein soll, bei dem aber auch der Anbieter noch einen Gewinn erzielen kann.

Wer den Dienst nutzt und einen Bekannten oder Freund als neuen Nutzer anmeldet, erhält ein paar Stunden kostenlose Extrazeit. Eine vertragliche Bindung gibt es nicht. Man zahlt einfach eine Monatsrate über Linden Dollar, Kreditkarte, PayPal oder Bitcoin und kann dann eben einen Monat lang den Dienst nutzen. Hat man keine Lust mehr, zahlt man nicht mehr. Es wird wohl auch eine kostenlose Testfunktion geben, mit der man das erst mal ausprobieren kann, bevor man dafür bezahlt. Für die Streamserver gibt es zur Zeit drei Standorte: Je einer an der West- und Ostküste der USA und einer in Irland für Europa. Am Eröffnungstag soll es auch eine Inworld-Party geben.

Aktuell kann man sich weiterhin nur mit einer E-Mail Adresse anmelden und bekommt dann eine Mitteilung, sobald der Dienst gestartet wurde. Das geht über die Bright Canopy Seite.

Quelle: We Are Go For Launch

Links:

Dienstag, 28. April 2015

Infos aus der Bright Canopy Diskussionsrunde in SL

Quelle: Bright Canopy
Am Samstag, den 25. April, gab es eine erste Informationsrunde zum neu gestarteten SL-Cloud-Service Bright Canopy.

Dieser Dienst will in Zukunft einen SL-Zugang per Online-Stream ermöglichen, der dann sowohl auf mobilen Geräten als auch auf allen Betriebssystemen genutzt werden kann. Dabei soll es einmal die Möglichkeit geben, die Vieweroberfläche direkt über den Stream zu laden, oder aber man loggt sich in SL direkt über einen Webbrowser ein.

Entstanden ist diese Firma durch das Ende von OnLive und ihrem Cloud-Stream Dienst SL Go. Seit Mitte April 2015 läuft bereits eine geschlossene Beta, in der einige SL-Nutzer den Browserzugang testen können und ihre Rückmeldungen an Bright Canopy geben. Weitere Infos zum Start von Bright Canopy hatte ich vor ein paar Tagen hier gepostet.

Auf SLUniverse wurden nun ein paar der Infos aus dem oben genannten Treffen vom Samstag veröffentlicht. Da ich Second Life in einem Browser ganz interessant finde, gibt es nun hier die Übersetzung der Liste von SLU.

Zusammenfassung der Frage- und Antwortrunde von Bright Canopy:
  • Gründer von Bright Canopy ist Bill Glover (in SL: Chaos Priestman)
  • Der Dienst von Bright Canopy wird zu Beginn den Firestorm Viewer im Browserfenster nutzen.
  • Die Cloud-Stream Technologie wird von der Firma Frame übernommen.
  • Zur Zeit läuft noch eine geschlossene Beta, aber die offene Einführungsphase wird "bald" gestartet.
  • Die bisherigen Tests sehen vielversprechend aus. Bill Glover nutzt bereits SL in Ultra-Grafik auf einem Google Chromebook.
  • Eine dedizierte Grafikkarte ist für die Nutzung von SL nicht notwendig.
  • Die Mindestanforderung an die Internetverbindung ist 3 Mbit/s bei 100ms Latenzzeit.
  • OpenSim Grids sollen ebenfalls unterstützt werden. Grid-Owner, die das mal testen wollen, sollen eine E-Mail an bill@brightcanopy.com schreiben und die Parameter für ein spezifisches Grid angeben, das von Bill Glover dann auf Kompatibilität getestet wird.
  • Der Dienst wird plattformunabhängig sein und gleich zu Beginn in einem Browser laufen. Unterstützung für iOS (direktes Laden des Viewers über den Stream) ist geplant.
  • Leider noch keine Informationen über die Preise für die Nutzung von Bright Canopy. Es soll aber so "bezahlbar" wie möglich gemacht werden.
  • Als Bezahloptionen sind Linden Dollar, Bitcoin und Kreditkarte vorgesehen. Eventuell wird später auch noch PayPal aufgenommen.
  • In der Einführungsphase (wird hier "Pre-Launch" genannt) werden für die Bezahlung nur Kreditkarte und Bitcoin akzeptiert.
  • Mit dem Bright Canopy Viewer wird es möglich sein, Dateien in SL hochzuladen und Dateien aus SL auf der Festplatte zu speichern. Ebenso lassen sich Dropbox und Google Drive als Speicherort einbinden.
  • Das Einrichten eines Kundensupport für deutsche und japanische SL-Nutzer wird untersucht. Das ist abhängig von der Legalität des Dienstes in den genannten Ländern.
  • Die Verifizierung von Bezahlungen wird von Stripe vorgenommen.
  • Im gestreamten SL-Browser werden die Funktionen Kopieren und Einfügen (Strg + C / Strg + V) voll unterstützt.
  • Insgesamt soll der Canopy-Dienst in so vielen Ländern wie möglich angeboten werden. Das sind vor allem die Standorte der genutzten Amazon-Server: Irland, Tokyo, Sydney, Singapore und natürlich USA.
  • Es gibt Multi-OS Support für Windows, OSX, iOS und Linux. Zugang erfolgt durch einen Webbrowser oder über eine dedizierte Client-Schnittstelle, die sich derzeit noch in Entwicklung befindet.
  • Zu Beginn wird nur der Chrome Browser von Google unterstützt.
  • Die benötigte Bandbreite der Internetverbindung ist abhängig von der verwendeten Auflösung im Viewer. Maximal werden aktuell 2048 x 1600 Pixel unterstützt.
  • Um Skripte zu speichern, muss man den Inhalt von einem externen Texteditor oder LSL-Editor in den Bright Canopy Viewer kopieren.
  • Unterstützung für Tastaturen mit anderen Sprachen als Englisch haben Top-Priorität in der Entwicklung.
  • Der Streaming-Dienst für Bright Canopy ist skalierbar, abhängig von der Anzahl der Nutzer, die ihn gleichzeitig verwenden. Die Methode wird genauso aufgebaut sein, wie es heute bei Netflix gemacht wird.
  • Bill Glover versicherte, dass er diesen Service zur Verfügung stellt, weil ihm viel an Second Life liege. Ein Verkauf an eine größere Firma (wie bei OnLive der Fall) ist nicht vorgesehen.
  • Werbung zur Verbesserung der finanziellen Lage ist zur Zeit bei Bright Canopy nicht geplant.
  • Pre-Launch Nutzer werden einige Vergünstigungen erhalten, die aber nicht weiter spezifiziert sind.
  • Beim nächsten Inworld-Treffen wird Bright Canopy eine eigene Region haben.

Quelle: Bright Canopy Q&A Summary

Links:

Mittwoch, 15. April 2015

Bright Canopy: Neuer Dienst will Nachfolge von SL Go antreten

Quelle: Bright Canopy
Das ist eine weitere Meldung zum Thema: Wer kann die Lücke füllen, die das Ende von SL Go am 30. April 2015 hinterlassen wird? Schon am letzten Samstag hatte ich dazu einen Beitrag geschrieben, der sich aber mehr auf Amazon AppStream konzentrierte. Kurz erwähnt hatte ich aber auch dort schon den Blog von Bright Canopy, in dem Bill Glover über seinen Test mit dem Amazon Dienst berichtete.

Und genau dieser Bill Glover hat nun zusammen mit dem Cloud-Dienstleister Frame eine Beta für den Second Life Zugang in einem Webbrowser gestartet. Damit soll SL dann auf nahezu jedem Gerät genutzt werden können: Desktop-PCs, Android, iOS, Chromebook, Mac, Linux und weitere. Gestern war die Beta noch offen für Anmeldungen. Inzwischen ist sie aber geschlossen. Jetzt kann man sich nur noch für eine Vorstartphase anmelden, die wohl kurz vor dem offiziellen Start beginnen wird. Die Aufnahme von neuen Betatestern wurde meines Erachtens gestoppt, weil sich einfach innerhalb von einem Tag so viele angemeldet hatten, dass für das gerade gestartete Projekt die Kapazitätsgrenze erreicht wurde.

Jedenfalls sieht das Startup erst einmal vielversprechend aus. Bill Glover hat in Silicon Valley bereits für Sun Microsystems gearbeitet und ist seit fast neun Jahren in Second Life unterwegs. Damit sollte er alle Probleme kennen, die es im Zusammenhang mit Second Life so gibt. Der Cloud-Stream Dienstleister Frame ist ein in den USA schon ziemlich bekanntes Unternehmen, zu dessen Kunden unter anderem Adobe und Siemens gehören. Frame dürfte bereits über die Hardware verfügen, um einen SL-Stream auch für eine größere Anzahl von Leuten zu verkraften.

Der Vorteil von Second Life in einem Webbrowser gegenüber SL Go ist, dass es auf einer größeren Anzahl von Geräten läuft, beim Kunden keine neue Software installiert werden muss und der Viewer auch in höheren Auflösungen als die 720p von SL Go laufen kann. Von der Umsetzung her, stelle ich mir das ähnlich vor, wie bei dem Test von Linden Lab mit Gaikai, an den sich sicher noch einige SLer erinnern werden. Allerdings ist die Browser- und Internettechnik heute fünf Jahre weiter. Also dürfte Grafik und Geschwindigkeit von SL im Browser ein Stück weit besser sein als 2010 bei diesem kurzen Versuchsballon von LL.

In den Artikeln, die bisher etwas zu diesem Thema berichtet haben, gibt es in den Kommentaren im Grunde nur zwei Bedenken, die es für einen solchen Dienst noch zu klären gilt. Einmal ist es die Vertrauenswürdigkeit des Dienstanbieters, also von Bright Canopy. Da man im Browser seine SL-Logindaten eingibt und mit den Servern von Frame verbunden wird, wünschen sich viele Nutzer eine Art Verifizierung des Anbieters, ähnlich wie es Linden Lab mit OnLive (SL Go) gemacht hatte. Und die zweite Frage die sich viele stellen ist, was dieser Dienst wohl kosten wird. Meiner Ansicht nach darf der Preis nicht höher liegen als bei SL Go.

Links: