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JellyDolls durch ARC-Vorgabe |
Damit das Ganze nicht zu umfangreich wird, versuche ich die einzelnen Punkte in kompakte Abschnitte zu unterteilen, ähnlich dem Knowledge Base Artikel von Linden Lab, der ja leider nur in Englisch verfügbar ist.
Die folgenden Erklärungen und Bilder, beziehen sich alle auf den offiziellen SL Viewer. Abweichungen bei TPVs sind möglich, aber eher die Ausnahme. Ich werde diesen Beitrag noch erweitern, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Und morgen versuche ich noch, einen direkten Link-Button zu diesem Beitrag in die Buttonleiste hier oben einzubauen.
Was ist Avatar Rendering Complexity?
Auf den kleinsten Nenner gebracht, ist ARC ein Zahlenwert, der angibt, wie schwierig es für den Viewer ist, einen Avatar darzustellen. Je größer der Wert, umso schwieriger ist die Darstellung. Der ARC-Wert kann dabei von einigen Hundert bis zu mehreren Hunderttausend reichen. Zur Berechnung des ARC-Wertes werden folgende Elemente herangezogen:
- Avatar-Shape
- System-Kleidung
- Skin-Texturen
- Tattoos
- Alpha-Layer
- Attachments (Prims, Sculpties, Meshes)
Jeder Avatar in Sichtweite des Viewers, der den voreingestellten ARC-Wert überschreitet, wird als einfarbige Silhouette dargestellt. Die Informationen zu 3D-Objekten, Texturen und Shapes, werden für diese Avatare dann nicht mehr heruntergeladen. Das wiederum erhöht die Performance im eigenen Viewer.
Was sind JellyDolls?
JellyDolls werden Avatare genannt, die aufgrund der eigenen ARC-Einstellung im Viewer nicht mehr voll dargestellt werden, sondern nur noch als einfarbige Silhouette mit vereinfachten Animationen. Je mehr Avatare als JellyDolls angezeigt werden, desto besser wird die Performance im eigenen Viewer.
Ob die Farben für JellyDolls einer Regel folgen oder nur zufällig vergeben werden, habe ich noch nicht herausgefunden.
Voreingestellter ARC-Wert
Beim ersten Start eines Viewers mit eingebauter ARC-Funktion, wird automatisch ein ARC-Wert ermittelt, der von der Hardware des Computers und von der Auswahl der Grafikeinstellung im Viewer abhängt. Dieser Wert kann jederzeit manuell angepasst werden.
Hinweis:
Der Button "Auf empfohlene Einstellungen zurücksetzen" in den Grafikeinstellungen, funktioniert meiner Ansicht nach nicht richtig. Bei mir wird dann immer ein ARC-Wert von 350.000 eingestellt, was ja im Grunde fast einem Deaktivieren von ARC entspricht.
Manuelle Einstellung des ARC-Wertes
Der ARC-Wert kann manuell in den Grafikeinstellungen geändert werden. Das geht sowohl im Hauptfenster der Grafikeinstellungen als auch in den erweiterten Grafikeinstellungen. Wo man letztendlich den Wert einstellt, ist egal. Der ARC-Wert heißt dort "Avatar Maximum Complexity"
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Avatar Maximum Complexity im Hauptfenster für die Grafikeinstellungen |
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Avatar Maximum Complexity in den erweiterten Grafikeinstellungen |
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Empfohlene Maximaleinstellung für ARC |
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Genaue Eingabe des ARC-Wertes über die Debug Settings |
Anzeige des eigenen ARC-Wertes
Es gibt zwei Möglichkeiten, sich den eigenen ARC-Wert im Viewer anzeigen zu lassen. Kurzfristig wird der ARC-Wert jedes mal angezeigt, wenn man etwas am Avatar ändert, das für die Berechnung der ARC relevant ist. Also Shape, Skin, Layer-Kleidung, Attachments, Alpha-Layer, usw.. Dann erscheint in der rechten oberen Bildschirmecke für 10 Sekunden eine Meldung zum geänderten ARC-Wert.
So sieht die Information in der rechten oberen Bildschirmecke aus:
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Anzeige bei jeder Änderung der eigenen Komplexität |
Dauerhaft kann man sich den eigenen ARC-Wert (und den Wert aller anderen Avatare in Sichtweite) über den folgenden Menüpunkt anzeigen lassen:
> Erweitert > Performance Tools > Informationen zur Avatarkomplexität anzeigen
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Ein- oder Ausschalten der Avatarkomplexität über diesen Menüpunkt |
Mit der Aktivierung werden über den Köpfen aller Avatare, inklusive dem eigenen, drei Textzeilen mit Informationen angezeigt.
Die obere Zeile zeigt den ARC-Wert an (Komplexität genannt). Liegt er innerhalb des selbst gewählten Limits, ist die Zeile grün. Bewegt sich der ARC-Wert nah an der Limit-Grenze, wird die Farbe orange. Und wenn der Wert über dem Limit liegt, ist die Farbe rot und der Text wird in fetten Buchstaben angezeigt. Avatare mit roter Komplexitätsanzeige sind aber viel leichter daran zu erkennen, dass sie als JellyDolls herumlaufen.^^
Die mittlere Zeile zeigt die Entfernung eines Avatars zur eigenen Kamera an. Rang 1 ist immer der eigene Avatar. Rang 2 der Avatar, welcher der Kamera am nächsten ist, Rang 3 für den zweitnächsten, usw.
Die untere Zeile gibt die Größe der Oberfläche aller Attachments in Quadratmeter an. Dieser Wert kann, wenn er extrem hoch ist, einen Avatar auch zu einem JellyDoll machen, obwohl dessen ARC-Wert das Limit noch nicht überschritten hat. Den voreingestellten Wert, ab wann ein Avatar wegen seiner Oberflächengröße als JellyDoll dargestellt wird, lässt sich im aktuellen Viewer nur über die Debug Settings einstellen. Der Wert heißt "RenderAutoMuteSurfaceAreaLimit".
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Voreingestellter Wert für das Oberflächenlimit ist 1000m² |
Meldungen über die eigene Sichtbarkeit
Wenn sich der eigene Avatar in Sichtweite anderer Avatare befindet, zeigt der Viewer Meldungen an, ob entweder niemand, nur ein Teil, oder alle Avatare den eigenen Avatar vollständig sehen können. Ich habe es eben auf die Schnelle nur geschafft, zwei der drei Meldungen zu erzeugen und zu speichern. Die Häufigkeit dieser Meldungen beruht mehr auf Zufall als auf Regelmäßigkeit. Generiert werden sie vom Server der jeweiligen Region, auf der man sich befindet.
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Zwei Meldungen vom Sim-Server. Dazwischen gibt es noch die Meldung, das nicht alle Avatare den eigenen Avatar sehen können. |
Abschalten der Viewer-Meldungen
Möchte man die Viewer-Meldungen zum eigenen ARC-Wert, oder den Status der eigenen Sichtbarkeit bei anderen Avataren, nicht mehr angezeigt bekommen, dann kann man das abschalten.
Das geht in den Einstellungen unter
> Meldungen > Warn me if my avatar complexity may be too high
Dieser Eintrag muss aus dem oberen Textfenster "Immer anzeigen" in das untere Fenster "Niemals anzeigen" mit dem Pfeil verschoben werden.
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Hier lassen sich die automatischen Meldungen zur ARC-Sichtbarkeit im Viewer deaktivieren. |
Alternativ kann man auch in den Debug Settings den Wert "ShowMyComplexityChanges" ändern. Der Wert "0" schaltet die Anzeige der Meldungen aus. Jede Zahl größer als 0, gibt die Zeit in Sekunden an, die eine Meldung angezeigt wird.
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Anzeigedauer der ARC-Meldungen (hier 10 Sekunden) |
Vollständige Darstellung einzelner JellyDoll-Avatare
Wenn man seinen ARC-Wert so eingestellt hat, dass man viele JellyDolls um sich herum sieht, kann man einzelne Avatare auch individuell wieder vollständig anzeigen lassen. Dazu den Avatar mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü "Komplett darstellen" auswählen. Diese Einstellung bleibt nur bis zum nächsten Viewer-Neustart gültig.
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Avatar anklicken und "Komplett darstellen" wählen, schaltet die JellyDoll Anzeige aus |
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Der Avatar links ist der, der im ersten Bild violett angezeigt wurde (er hat sich inzwischen gedreht) |
"Normal darstellen". Damit wird die Darstellung des Avatars wieder über den ARC-Wert geregelt. "Nicht darstellen". Damit wird der Avatar weiter als JellyDoll angezeigt, aber seine Farbe wird gegen ein einheitliches Grau ausgetauscht. So zumindest meine Beobachtung, denn gelesen habe ich dazu noch nichts.
Tipps & Tricks
Grafik-Presets zusammen mit ARC nutzen
Mit den neuen Grafik-Presets, die mit dem ARC eingeführt wurden, lassen sich auch die eingestellten ARC-Werte mit abspeichern. Ich habe für mich fünf Presets angelegt, die ich für sinnvoll halte. Beim Speichern habe ich sie nur nach ihrem ARC-Wert benannt. Je nach Situation, aktiviere ich die Einstellung, die meine Performance im Viewer auf einem lagfreien Level hält.
Speichern geht einfach in den Grafikeinstellungen über den Button "Einstellung als Voreinstellung speichern" (1). Hier meine Auswahl der gespeicherten Einstellungen. Links sieht man das Fenster, das man über den Button "Voreinstellung laden" (3) öffnen kann, rechts ist das Aufklapp-Menü, das man über das Monitorsymbol in der oberen Viewerleiste öffnen kann.
Meine persönlichen Empfehlungen für Presets:
- 20.000 - fast alle Avatare sind JellyDolls > gut für krass volle Veranstaltungen
- 50.000 - etwa drei Viertel aller Avatare sind JellyDolls > gut zum Erkunden voller Sims
- 80.000 - etwa die Hälfte aller Avatare sind JellyDolls > ist meist meine Standardeinstellung
- 120.000 - nur noch wenige JellyDolls > für relativ leere Regionen, auf denen man die schweren ARC-Brocken trotzdem nicht anzeigen lassen will.
- 180.000 - vereinzelte JellyDolls > nehme ich bei Treffen mit Avas aus meiner Friendlist.
- 350.000 - keine JellyDolls mehr > wenn man alle Avatare sauber darstellen will.
Für Aufführungen, Konzerte, Modeschauen usw. empfehle ich eine restriktive Einstellung (20k oder 50k) mit anschließendem Rechtsklick auf die Performer, Musiker, Models und Auswahl von "Komplett darstellen".
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Impostors anstelle von JellyDolls
JellyDolls sind eine besondere Art der Avatar Impostors-Funktion. Impostors sind vereinfachte Darstellungen von Avataren, Attachments und Animationen, ohne die Avatare dabei einfarbig anzuzeigen, wie bei den JellyDolls. Stattdessen wird eine grobe Objekt- und Texturdarstellung genutzt, die aber alles noch in den original Farben anzeigt.
Möchte man immer alle Avatare normal dargestellt bekommen, aber dennoch mit einer Einstellung etwas mehr Performance haben, kann man das über die Impostor-Einstellung machen. Dazu den ARC-Wert sehr hoch, aber den Impostor-Wert sehr niedrig wählen. Ein niedriger Impostor-Wert liegt für mich irgendwo zwischen 1 und 5.
Dieser Wert gibt an, wie viele Avatare komplett dargestellt werden, bevor alle weiteren Avatare die vereinfachte Berechnung erhalten. Einstellen kann man den Wert entweder in den erweiterten Grafikeinstellungen über "Max. Anzahl an voll dargestellten Avataren". Oder in den Debug Settings über "RenderAvatarMaxNonImpostors".
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Hier werden 16 Avatare komplett Dargestellt, bevor die vereinfachte Berechnung aller anderen Avatare startet. |
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Objekte mit starkem Einfluss auf den ARC-Wert
Folgende Eigenschaften von System-Layern und Attachments, erhöhen den ARC-Wert besonders stark:
- Sculpty-Kleidung (Attachment).
- Haare und Schuhe aus Prims oder Sculpties.
- Attachments und Tattoo-Layer mit halbtransparenten Texturen (also teils durchsichtig, teils mit Grafik).
- Attachments mit Glanz- oder Leuchteffekt.
- Animierte Texturen oder Media auf Attachments.
- Getragene Partikel-Emitter.
- Sehr schlecht erstellte Mesh-Objekte mit hoher Anzahl von Polygonen und Vertices.
Quellen: