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Dienstag, 25. August 2015

LEA 27: "Recursion" von FreeWee Ling

Quelle: Linden Endowment for the Arts
Obwohl schon viele der 20 Artists-in-Residence-Regionen der neunten LEA-Runde ziemlich komplett aussehen, wurden bisher nur wenige im LEA-Blog vorgestellt. Ich bleibe dennoch bei meiner Gewohnheit und berichte nur über die Installationen, die auch im LEA-Blog als eröffnet angekündigt wurden.

Gestern ist das für "Recursion" von FreeWee Ling geschehen. Freewee hatte bereits in der letzten Runde eine Region und dort FreeWee's Laboratory v.8.0 aufgebaut. Ich persönlich fand das Ganze so lala, jedoch hat mir dann die kurzzeitig hinzugebrachte Ausstellung von Gibson Gitarren gut gefallen.

Bei "Recursion" hat FreeWee nun ziemlich aufgestockt. Auf LEA 27 hat sie eime sehr interessante Zusammenstellung verschiedener Szenen und Kunstobjekte aufgebaut. Dazu gibt es ein helles Mitternacht-Windlight mit einer spiegelglatten, reflektierenden Wasseroberfläche. Viele der Objekte sind animiert oder interaktiv. Ich habe bei meinem ersten Besuch gar nicht alles untersuchen können (was auch an meiner gerade nicht vorhandenen Zeit liegt).


Es gibt eine Menge Objekte mit einer 3D-Materialoberfläche, die von farbwechselnden, lokalen Lichtern angestrahlt werden und dadurch besonders dreidimensional wirken. Und wer eine große Tresortür findet, sollte sie öfnnen und dann bis zum Ende (und darüber hinaus) den vorgegebenen Weg entlanglaufen.



Hier jetzt noch die lange Beschreibung von FreeWee Ling aus dem LEA-Blog:

Einer der mächtigsten Kreativtechniken für jeden Künstler in jedem Medium ist Rekursion. In technischer Hinsicht unterscheidet sich Rekursion von Wiederholung dadurch, dass das was sich wiederholt, der ursprünglichen Iteration ähnelt, aber auf eine systematische Weise verändert werden kann. So ist beispielsweise ein Spiegelbild keine Wiederholung eines Bildes, sondern eine Wiederholung mit einer Umkehrung.


Vielleicht kommt die häufigste und offensichtlichste Anwendung der Rekursion in der Musik vor, wo sich die musikalischen Formen im Laufe der Geschichte auf ein Thema und dessen Variationen stützen. Alles, vom 12-Takt Blues bis zu einer Fuge von Bach, beinhaltet die Aussage eines Ausdrucks oder Themas, gefolgt von der Neuausrichtung auf eine andere Tonhöhe, oder einiger anderer Variablen in einem zusammenhängenden Muster, so dass der Hörer das Muster antizipieren oder die interne Form erfassen kann. Auch Beethovens Symphonien verwenden die "Sonatenform", was im Grunde eine A-A-B-A Form ist.


In der bildenden Kunst ist Rekursion weniger eine grundlegende oder universelle Technik, aber dennoch ein leistungsfähiges Mittel, einen Raum mit Mustern zu füllen, so dass die visuelle Logik angesprochen wird. Geometrisches Design ist oft rekursiv, wie es in den buddhistischen Mandala-Bildern oder islamisch-architektonischen Elementen vorkommt. Vor allem Architektur bietet viele Chancen für Wiederholung und Rekursion, wie wir das im horizontalen bei Kolonnaden und im vertikalen bei der Errichtung von Hochhäusern mit vielen Stockwerken sehen.


Das Erstellen von großen oder komplexen Objekten in SL, wird durch die Fähigkeit erleichtert, Objekte zu vervielfältigen, zu drehen, und/oder die Größe zu verändern. Und solche Rekursion kann leicht automatisiert werden durch die Verwendung von Rezzer-Skripten und Baualgorithmen.


Zwischen den verschiedenen rekursiven Objekten auf dem LEA 27 Sim sind mehrere, die aus einem Skript entstanden sind, das ich entwickelt habe, um Objekte in einer Fibonacci-Sequenz zu rezzen. Mathematisch wird eine Fibonacci-Zahl aus der Summe der vorherigen Zahlenpaare erzeugt (eine rekursive Gleichung), beginnend mit 1 oder 0, also: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, .... Wie es der Zufall so will, sehen wir diese Sequenz oft in der Natur (und sie kommt dem "Goldenen Schnitt" sehr nahe) und so neigt sie dazu, eine erfreulich "natürliche" Form zu haben. In der Praxis kann ein Fibonacci-Winkel mit einem Wert von etwa 137.5077641 Grad angegeben werden. Diese Zahl als Konstante erlaubt eine vereinfachende Anwendung der Rekursion, um Spiralformen zu erstellen. Und abweichend von der Konstante und dem Hinzufügen einer variablen zweiten Achse, können wir sehr komplexe rekursive Formen erzeugen.


Ich habe ein Gerät auf LEA 27 gebaut, das genau das tut. Der Benutzer hat mehrere Variablen zur Auswahl, einschließlich Winkel, Objekttyp, Größe, Anzahl der Iterationen und Abstand. Ich habe auch Steuerelemente für Umgebungslicht hinzugefügt, den sie scheinen weniger laggy und leuchtstärker zu sein als bei einer tatsächlichen Einfärbung der Objekte.

FreeWee Ling
August 2015

Zusammenfassung:

Recursion

Quelle: LEA27 -- Recursion

Linden Lab in der englischsprachigen Presse

Quelle: Linden Lab
Kürzlich habe ich wieder irgendwo gelesen, Linden Lab wäre nicht in den Medien präsent. Das trifft vielleicht auf nicht-amerikanische Medien zu. Und im Speziellen auf die nicht mehr recherchierende deutschsprachige Presse, mit Journalisten, die sich gegenseitig ihre "SL ist tot"-Sprüche voneinander abschreiben.

Aber auf den Technologieseiten im amerikanischen Web taucht Linden Lab zur Zeit eigentlich überall auf. Seit der Ankündigung zum Start der Alpha von Sansar ist LL ziemlich angesagt, wenn es um Virtual Reality Themen geht. Ich will hier nur mal eine kleine Auswahl von Artikeln vorstellen, die auch von LL auf der eigenen Presseseite unter "Linden Lab in the News" zusammengetragen wurden. Die folgenden Berichte sind alle innerhalb der letzten sieben Tage veröffentlicht worden.

Highlights der Artikel mit Meldungen zu Linden Lab aus der letzten Woche:

  • What New Virtual World Does the Second Life Creator Have in Store for Us?
    • Kill Screen | 21. August 2015
      Längerer Artikel mit zwei coolen SL-Fotos (eins ist von 2003). Man stellt nicht nur den Start von Sansar vor, sondern geht auch kurz darauf ein, dass SL seiner Zeit eigentlich voraus ist, da man jetzt erst mit der Einführung von VR-Brillen merkt, dass eine solche 3D-Umgebung für diese Technik sehr geeignet ist.
Quelle: Kill Screen
  • Second Life VR Platform Going Live
    • Wareable | 21. August 2015
      Hier wird der Inhalt von LLs Pressemitteilung etwas freier wiedergegeben und am Ende auch noch kurz auf High Fidelity verlinkt, allerdings mit Bezug auf einen Artikel von "The Verge" (kommt noch weiter unten).
  • Project Sansar: A New Virtual World – Coming Soon
    • DN Reviews | 20. August 2015
      DN Reviews kannte ich bisher noch nicht. Aber sie durchbrechen die Monotonie der anderen Sansarbild-Artikel, indem sie das Interview-Video von Ebbe mit UploadVR und das nette Foto hier unten einbetten.
Quelle: DN Reviews

Quelle: Linden Lab in the News

Ich denke, Linden Lab erhält zur Zeit wirklich viel Aufmerksamkeit. Eine so hohe Dichte an Artikeln gab es seit dem Hype 2007 nicht mehr. Inhaltlich ist zwar alles sehr ähnlich (Thema Sansar), aber wer sich nächstes Jahr so eine VR-Brille zulegt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dann auch Sansar besuchen. Denn der Name dieser Plattform bringt auf Google bereits jetzt über 30.000 Treffer (mit Suchanfrage "Project Sansar").

Montag, 24. August 2015

Linden Lab erhöht Sicherheitsstandards für Zahlungsverkehr

Quelle: SL Brand Center
Das Thema Zahlungsinformationen und Linden Dollar Kauf kommt seit dem Wegfall der externen Linden Dollar Verkäufer irgendwie nicht so richtig zur Ruhe.

Auf der Second Life Grid Status Seite habe ich eben gesehen, dass Linden Lab heute eine Info veröffentlicht hat, in der sie bekanntgeben, dass sie die Sicherheitsstandards für die secondlife.com Webseiten erhöht haben. Damit soll der Zahlungsverkehr auf LindeX und dem Marketplace sicherer werden. Eine offizielle Mitteilung im SL-Blog gibt es dazu aber (noch) nicht.

Da das Update dazu führt, dass alte Browser keine Zahlungen mehr auf secondlife.com durchführen können, übersetze ich kurz den Text von der Grid Status Seite. Warum das Ganze als "Außerplanmäßige Wartung" betitelt wurde, ist mir allerdings nicht ganz klar.

Außerplanmäßige Wartung des Abrechnungsverfahrens

[24. August 2015, 9:40am PDT (18:40 Uhr MESZ)]
Um die Industriestandards für Zahlungsinformationssicherheit einzuhalten und zum besseren Schutz unserer Bewohner, sind einige Second Life Webseiten aktualisiert worden, um die Verschlüsselungsstandards TLS 1.1 oder TLS 1.2 zu erfüllen. Hier ist eine Liste der unterstützten Browser:

Unterstützte Browser:
  • Chrome 22 oder höher
  • Firefox 28 oder höher
  • Internet Explorer 11 oder höher*
  • Safari 7 oder höher**

* Benutzer des Internet Explorer unter Windows Vista müssen entweder ein Upgrade auf Windows 7 durchführen oder zu Firefox oder Chrome wechseln.
** Benutzer von Safari auf Mac OS X 10.7 und Mac OS X 10.8 müssen entweder ein Upgrade auf Mac OS X 10.9 durchführen oder zu Firefox oder Chrome wechseln.

Quelle: [Grid Status] - Unscheduled Billing Maintenance

Unterhalb des von mir übersetzten Abschnitts ist auch noch ein Problem vom 22. August aufgeführt, bei dem wohl bei einigen Nutzern mit alten Browsern die Bezahlfunktion auf LindeX und Marketplace nicht funktioniert hat. Ob die Änderung mit dem höheren Sicherheitsstandard die Ursache oder die Reaktion auf dieses Problem war, kann ich nicht sagen. Sieht aber eher nach der Ursache aus und heute hat LL einfach noch die fehlenden Informationen nachgeliefert. Allerdings sollten sie das im Blog machen und nicht nur auf der Grid Status Seite.

Sonntag, 23. August 2015

Simtipp: "Strings" von Cica Ghost

Cica Ghost gehört ja zu den SL-Künstlern, über die ich hier regelmäßig etwas berichte. Zum einen, weil sie sehr fleißig ist und permanent neue Ideen in 3D umsetzt. Zum anderen, weil mir ihre Installationen einfach gut gefallen. Sie hat eine Art etwas auszudrücken, das mich direkt anspricht. Mit "Strings" hat Cica nun etwas geschaffen, das noch eine Stufe weiter geht und mich auch emotional berührt.


Die Fotos zu dieser Installation zeigen dabei nur die eine Hälfte dessen, was mich an Strings so begeistert. Den anderen Teil kann man nur erleben, wenn man auf der Region ist und den Landstream einschaltet. Und zwar steht im Mittelpunkt der gesamten Installation eine fünfköpfige Musikergruppe, die mit Streichinstrumenten und Klavier ein Konzert für die Bewohner eines Häuserblocks gibt.



Die Musik, die im Landstream läuft, besteht aus bekannten Rock und Pop Songs, die ausschließlich mit Streichinstrumenten gespielt werden und rein instrumental sind. Soweit ich das raushören konnte, steht dabei das Cello im Vordergrund. Und das ist in Verbindung mit den animierten Musikern und Zuhörern unbeschreiblich gut gelungen. Ich habe letzte Nacht nicht nur diese Region erkundet, sondern ich habe auch lange Zeit einfach vor den Musikern gestanden und nur der Musik gelauscht. Die Zusammenstellung der Instrumentalstücke dauert etwa eine Stunde und beginnt dann wieder von vorne.


Ich kenne übrigens alle Songs, die im Landstream auf so geniale Weise vorgetragen werden. Und zum Beispiel Solsbury Hill von Peter Gabriel wirkt einfach so geil auf einem Cello, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Oder auch Paint it Black von den Rolling Stones. Als Cica während meinem Besuch auf der Region erschienen ist, habe ich sie gefragt, wo man diese Musik kaufen oder runterladen könne. Sie schrieb mir zurück, dass sie alle Titel auf YouTube gefunden hätte. Da ich jetzt aber keine Lust habe, so lange zu suchen, bis ich genau diese Versionen von Cica gefunden habe, werde ich wohl noch einige Male die Installation besuchen und einfach nur zuhören. :)

So habe ich lange Zeit nur dagestanden und der Musik zugehört

Das Windlight auf der Region ist hell und etwas dunstig. Wie immer bei Cicas Arbeiten, habe ich das nicht verändert, denn es gibt der ganzen Szenerie eine passende Atmosphäre. Die Region selbst ist eine Homestead, auf der nur 2.400 Prims verbaut wurden. Wenn man sich alle Zimmer in der großen Häuserzeile angesehen hat, ist das kaum vorstellbar. Es gibt insgesamt vier verschiedene Eingänge und teilweise geht ein Hausblock auch über mehrere Stockwerke.


Neben der Musik sind die animierten Figuren das andere große Highlight von Strings. Ihr Ausdruck, die dezenten Bewegungen und auch ihre Kleidung haben etwas Faszinierendes, das ich nicht in Worten beschreiben kann. Sie wirken jedenfalls lebendiger als so mancher richtige Avatar, der bei meinem Besuch auf der Region war. Allen voran die fünf Musiker auf dem Podest.


 

Wie schon bei Cicas "Balloons", sieht man den Figuren ihre tatsächliche Größe nicht an. Erst wenn man mit dem Avatar direkt daneben steht, merkt man, wie groß sie wirklich sind. Diese Figuren befinden sich nicht nur direkt in der Nähe des Hauses, sondern stehen auch etwas weiter weg, irgendwo in der Landschaft. Und fast alle diese Charaktere lauschen den fünf Musikern. Das leichte Kopfdrehen und das kurze Schließen der Augen sind dabei einfach großartig umgesetzt.


Hier ein Vergleich der Größe zu meinem AvatarEmotionen durch Animationen
Wenn man das große Haus von innen besichtigt, findet man nicht nur viele Bewohner, die am Fenster oder auf den Balkonen stehen, sondern einige sitzen auch in ihren leibevoll eingerichteten Zimmern.



Ich werde diese Installation wohl noch häufiger besuchen. Nicht nur wegen der Musik, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat, sondern auch wegen der allgemeinen Atmosphäre dort. Andere Besucher haben zum Beispiel genau wie ich, einfach vor der Bühne gestanden, andere haben zur Musik getanzt, wieder andere haben sich in der hintersten Ecke des Sim auf den Boden gesetzt (und vermutlich auch der Musik gelauscht). Für mich ist Strings, neben der Rabbicon Trilogie von Bryn Oh, die bisher emotionalste Installation in meinen achteinhalb Jahren Second Life.

Thank You Cica!

>> Teleport zu "Strings"

Update:
Als ich eben noch einmal auf der Region war, lief eine ganz andere Zusammenstellung von Musikstücken als bei meinem ersten Besuch. Cica scheint das also gelegentlich zu wechseln.

Gartner Hype Cycle Report 2015 erschienen

In den Jahren 2011 bis 2013 hatte ich hier im Blog jeweils den jährlich erscheinenden Gartner Hype Cycle für aufkommende Computer-Technologien vorgestellt. Nachdem aber Virtual Reality vier Jahre hintereinander auf dem Tiefpunkt im "Tal der Enttäuschungen" verharrte, hatte ich 2014 dann keine Lust mehr darüber zu berichten.

Über einen Artikel auf New World Notes bin ich am Freitag darauf aufmerksam geworden, dass Gartner im Hype Cycle 2015 nun die virtuelle Realität an der Grenze zum "Pfad der Erleuchtung" platziert hat. Am Tiefpunkt im Tal stehen nun die Wechselbörsen für Kryptowährungen.

Figure 1. Hype Cycle for Emerging Technologies, 2015

Quelle: Gartner

Aufgrund der farblichen Kennzeichnung der "Virtual Relaity" Hype Cycle Markierung nimmt Gartner an, dass diese Technologie in 5 bis 10 Jahren das "Plateau der Produktivität" erreicht, was im Konsumentenbereich mit dem Massenmarkt gleichgesetzt werden kann.

Wagner James Au auf NWN ist nun der Ansicht, dass Gartner zu optimistisch mit seiner Einschätzung ist. Laut seiner Meinung müsste Virtual Reality weiterhin im Tal der Enttäuschungen verweilen. Dabei beruft er sich allerdings nur auf die Markteinführung von VR-Brillen wie die Oculus Rift. Klar, die sind noch nicht so sehr verbreitet, da z.B. die Rift noch gar nicht im Handel ist. Und Samsung Gear oder Sony Mephisto haben eine relativ kleine Nutzerbasis.

Für mich gehören aber zu Virtual Reality nicht nur VR-Brillen mit passender 3D-Anwendung. Auch virtuelle Welten, virtuelle Konferenzen, technische Simulationen in Industrie und Forschung, sowie Präsentationen im Bereich Architektur und Medizin sind ein Teil der virtuellen Realität. Also würde ich mich hier ausnahmsweise mal der Einschätzung von Gartner anschließen und VR auch langsam auf dem Weg in Richtung Produktivität einstufen.

Interessant wird es dann sicher nächstes Jahr, wenn das Schwergewicht Oculus Rift mit seinem finanzstarken Besitzer Facebook auf dem Markt ist. Deshalb kündige ich jetzt schon mal den Hype Cycle für 2016 hier an, der immer im August von Gartner veröffentlicht wird.

Quelle: Gartner's 2015 Hype Cycle for Emerging Technologies...

Meine Beiträge zu anderen Hype Cycles:

Simtipp: "...A Bit Of Red..." auf MetaLES

Am 21. August wurde auf der Region MetaLES die Installation "...A Bit Of Red..." eröffnet. Die vorherige Ausstellung Distrito Distinto ist demnach schon wieder abgebaut. Da mir persönlich die Installationen auf MetaLES fast immer gefallen, habe ich mir bereits "...A Bit Of Red..." angesehen.

Plakat aus der Notecard
Diesmal haben Kicca Igaly und Nessuno Myoo die Region mit einer kunstvollen Gestaltung bebauen dürfen. Angelehnt ist ihre Ausstellung an den Roman Das Phantom der Oper, der ja vor allem durch das gleichnamige Musical von Andrew Lloyd Webber und einige Verfilmungen relativ hohe Bekanntheit erlangte. Wer den Roman oder das Musical kennt, wird in der Installation viele Objekte und Szenen finden, die einen klaren Bezug dazu haben.


Der Landepunkt ist eine kleine Plattform auf dem Wasser. Daneben befindet sich ein großes Plakat, das bei Klick eine Notecard übergibt. Rechts und links davon stehen zwei kleine Sockel mit einer Rose darauf. Das sind Teleporter, von denen beide auf die eigentliche Ausstellungsplattform führen. Wer eine Sichtweite von über 160 Metern hat, kann aber auch schon vom Landepunkt nach oben schauen, denn die Plattform befindet sich auf dieser Höhe.



Die Notecard am Landepunkt enthält neben dem Hinweis, dass die Installation bis zum 21. Oktober 2015 aufgebaut bleibt, auch noch einen kurzen Vers, der wohl von Kicca und Nessuno selbst stammt, denn ich habe keine Hinweise dazu im Web gefunden.

Übersetzt lautet das in etwa so:
"Ein Herz und eine Rose...die perfekten Elemente,
mit denen eine Reise beginnt,
die zu der Vision einiger Fragmente führt,
in einer Geschichte von Leidenschaft und Schmerz..."


Das Herz und die Rose sind dann auch in der gesamten Installation allgegenwärtig. Man findet sie in der Nähe der einzelnen Szenen, meistens in Verbindung mit einem virtuellen Blatt Papier, auf dem kurze Auszüge aus dem erwähnten Roman geschrieben stehen. Die Szenen sind durch die aus Blöcken und Schächten bestehende Plattform zwar voneinander getrennt, aber irgendwie auch nicht. Eigentlich wirkt die ganze Plattform wie eine riesige Theaterbühne.


Man kann sich auf der Plattform auch in zwei große Gitter fallen lassen und kommt dann jeweils zu einer Tunnelröhre, an deren Ende auch wieder ein Herz oder eine Rose zu finden sind. Und diese beiden Objekte sind wohl auch das "bisschen Rot", das mit dem Titel dieser Ausstellung gemeint ist.




Das Windlight ist sehr dunkel, aber es gibt viele lokale Lichter. Ich habe für die Fotos durchgehend die Regionseinstellung verwendet, aber den Gammawert erhöht, damit man genug erkennt. Für zwei Fotos habe ich auch die Leuchtstärke der lokalen Lichter erhöht, denn die gesamte Plattform ist damit bestückt und sieht aus größerer Entfernung selbst wie ein Kunstwerk aus.


Die Objekte in den einzelnen Szenen sind eigentlich recht einfach gestrickt. Fast alles wurde noch in guter alter Primbauweise inworld gestaltet. Dennoch fand ich den künstlerischen Ausdruck sehr hoch. Keine Ahnung, ob das an dem bekannten Bezugsthema lag, oder ob es das Windlight und die Beleuchtung waren. Aber ich war am Ende doch ziemlich lange auf der Plattform und habe mir jeden Aufbau mit der Kamera in Ruhe angesehen.


MetaLES gehört für mich, neben den LEA-Regionen, zu den interessantesten Kunst-Locations in SL. Die Betreiber Ux Hax, Lanjran Choche und Romy Nayar schaffen es immer wieder, interessante Projekte auf ihre Region zu holen. Und das lockt dann auch Leute wie mich, die eigentlich mit dem Begriff Kunst gar nicht viel am Hut haben.

>> Teleport zu ...A Bit Of Red...

Links:

Akzeptierte Bezahlmethoden für den SL-Account

Aus der E-Mail von Linden Lab
Linden Lab hatte schon letztes Wochenende eine E-Mail an alle SL-Nutzer verschickt, in der sie auf die möglichen Bezahlmethoden in Verbindung mit einem Second Life Account hingewiesen haben. Seit dem 1. August 2015 sind ja die externen Linden Dollar Verkäufer weggefallen und alle die bis dahin mit Banküberweisung oder Prepaid-Karte bei VirVox & Co ihre Linden Dollar gekauft hatten, mussten sich überlegen, ob eine der von Linden Lab angebotenen Möglichkeiten in Frage kommt.

In der Linden Lab E-Mail war auch ein Link zu einer neuen Übersichtsseite in der Knowledge Base aufgeführt. Sie zeigt die vorhandenen Bezahlmethoden, geordnet nach Ländern. Da die sehr lange Tabelle in Englisch ist und bei den Zeilen für Deutschland und der Schweiz die Überschriften nicht mehr zu sehen sind, wollte ich das hier mal etwas übersichtlicher auflisten. Insgesamt werden die Bezahlmethoden von 50 verschiedenen Ländern aufgeführt. Ich habe daraus nur die deutschsprachigen Länder hier zusammengefasst.


Akzeptierte Bezahlmethoden für Second Life

LandPayPalSkrillKreditkarte
DeutschlandJa
ÖsterreichJa
SchweizJa


Direktlink zu PayPal und Skrill:

Quelle: List of accepted payment methods by country


Mögliche Probleme mit den Bezahlmethoden

Abschließend noch ein paar Hinweise aus der Knowledge Base zum Vermeiden von Problemen bei Zahlungen in SL.

Allgemein:
  • Zahlungen an Linden Lab (Landgebühr, Linden Dollar Kauf, Premium-Mitgliedschaft) erfordern immer eine hinterlegte Zahlungsinformation.

Kreditkarten:
  • Kreditkartennummer nicht richtig eingeben.
  • Keine oder falsche Eingabe der Rechnungsadresse.
  • Keine oder falsche Eingabe des Namens des Kreditkarteninhabers.
  • Kreditkarte ist nicht in der Liste der akzeptierten Zahlungsmethoden.
  • Keine oder falsche Eingabe der CVV-Nummer (3-stellige oder 4-stellige Nummer auf der Vor- oder Rückseite der Karte).
  • Die Kreditkarte ist abgelaufen.
  • Die Kreditkarte ist nicht ausreichend gedeckt, um die 1 US$ Validierungsbuchung von Linden Lab durchzuführen.
  • Das monatliche Zahlungslimit der Karte ist erreicht.
  • Die Kreditkartenbank hatte bisher noch keine überprüfte Transaktion mit Linden Research, Inc. In diesem Fall die Bank kontaktieren.
  • Wenn man außerhalb der USA wohnt, ist die Karte vielleicht nicht für internationale Transaktionen freigegeben (ist oft bei Visa Electron der Fall).

PayPal:
  • Das PayPal-Konto muss für das verbundene Girokonto verifiziert sein. Das Konto muss so eingerichtet sein, dass es Sofortübertragungen erlaubt.
  • Linden Lab akzeptiert keine eCheck-Zahlungen über PayPal. Deshalb muss es zusätzlich mit einer Kreditkarte verknupft sein, oder mit einem Guthaben auf dem PayPal-Konto gedeckt sein.
  • PayPal kann in Verbindung mit einem Bankkonto nur zusammen mit einem US$-Guthaben genutzt werden.
  • Das standardmäßige Transferlimit für PayPal beträgt 250 US$. Dies kann manuell auf PayPal nach oben oder unten angepasst werden.

Support kontaktieren:

Auf der Knowledge Base Seite steht auch noch, wie man PayPal einrichtet und wie man das Zahlungslimit auf PayPal manuell ändert (siehe Quellenlink).

Quelle: Preventing common billing problems

Samstag, 22. August 2015

QuickGraphics Projekt Viewer 3.8.4 verfügbar

Heute ist großer Viewer-Abend bei mir im Blog. Am 21. August hat Linden Lab den Second Life Project QuickGraphics Viewer 3.8.4.304433 in der Wiki bereitgestellt. Das ist weder ein Release Kandidat noch ein offizieller Viewer, sondern eher das, was früher bei LL mal der Development Viewer war.

Der Quick Graphics Viewer ist jetzt aber schon so lange in der Entwicklung, dass er nicht mehr viele Fehler enthalten dürfte. Eigentlich hatte ich ja darauf gehofft, dass nun endlich der Chromium Embedded Framework Viewer erscheint, aber da hat LL wohl mehr Probleme als es vor einigen Monaten noch den Anschein hatte.

Der Quick Graphics Viewer führt zwei neue Funktionen ein, an denen viele Monate lang entwickelt wurde. Ich übernehme einfach mal den Text aus den Release Notes und packe jeweils noch ein paar Fotos und etwas eigene Beschreibung dazu.

Grafik-Voreinstellungen
Ihr könnt nun verschiedene "Voreinstellungen" für eure Grafikeinstellungen abspeichern und schnell zwischen ihnen über ein neues Aufklappmenü in der oberen Viewerleiste umschalten. Erstellt ein Setting mit einer geringen Sichtweite und der Darstellung von vielen Details, wenn ihr zu einem Tanz-Club geht. Und erstellt ein anderes Setting mit großer Sichtweite zum Erkunden. Und viele weitere, die ihr für euch häufig verwendet.

Grafik-Voreinstellungen zur Schnellauswahl
Das Symbol für das Aufklappmenü befindet sich rechts oben neben der Uhr. Die Viewerleiste in meinem Bild ist blau, weil das bei Projekt Viewern so üblich ist. Die vier Einstellungen unterhalb von "Default" habe ich erstellt und gespeichert.

Jeder Wert und jede Checkbox in den erweiterten Grafikeinstellungen wird beim Speichern übernommen. Umschalten kann man dann einfach durch Auswahl des Presets.

Mit den Grafik-Voreinstellungen wurde auch ein neues Grafik-Einstellungsfenster eingeführt. Oder besser gesagt, zwei neue Fenster (siehe nächstes Bild).

Die neuen Grafikeinstellungen (anklicken für größere Darstellung)

Der eingerahmte Bereich neben der 1. enthält die neuen Buttons zum Speichern, Laden und Löschen von Voreinstellungen.

Der eingerahmte Bereich neben der 2. enthält die Buttons zum Zurücksetzen der Grafikeinstellungen auf den Standardwert und zum Öffnen der "Advanced Settings". Damit öffnet dann das neue Einstellungsfenster, das im Bild oben rechts zu sehen ist. In diesem Fenster habe ich dann noch den neuen Schieber für die Avatar Rendering Komplexitätskontrolle rot eingerahmt. Was das ist, wird im nächsten Abschnitt erklärt.

Avatar Rendering Komplexität
Für viele Anwender ist der aufwändigste Teil des Renderns einer Second Life Szene das Rendern der Avatare in ihrer Nähe. Seit einiger Zeit hat der Viewer eine Messfunktion, die feststellt, wie viel jeder Avatar um euch herum eure Performance beeinflusst. Der neue Viewer stellt nun eine gewisse Kontrolle und Rückmeldung auf Grundlage dieser Messungen zur Verfügung. Eine neue "Avatar Maximum Complexity"-Kontrolle verhindert, dass rechenintensive Avatare Lag bei euch verursachen. Jeder Avatar über dem Limit wird einfarbig dargestellt, anstatt mit allen Details gerendert. Ein Standardlimit wird auf der Basis der Renderleistung eures Systems voreingestellt (wir können diese Standardwerte basierend auf den Rückmeldungen zu diesem Projekt Viewer auch noch ändern). Außerdem erhaltet ihr eine Mitteilung, wenn sich eure eigene Rendering-Komplexität ändert und eine Anzeige, wenn ihr das Limit von zu vielen Avataren um euch herum überschreitet.

Anzeige der Komplexität
eines einzelnen Avatars
Dazu gibt es auch noch eine neue Anzeige der Komplexität des eigenen Avatars über seinem Kopf. Die sieht so aus, wie auf dem kleinen Bild hier links zu sehen ist. Einschalten kann man das über den Menüpunkt:
> Erweitert > Performance Tools > Show Avatar Complexity Information. Ich vermute mal, wenn der unterste Wert in grün dargestellt wird, dass meine Komplexität dann in Ordnung ist.

Test mit einer Komplexität von 66.640
Ich bin dann zu einem Welcome Hub auf dem Mainland gegangen und habe mal ein Maximum Complexity Wert von 66.640 eingestellt. Damit wurden etwa zwei Drittel aller Avatare nur noch einfarbig gerendert.

Man kann mit diesem Wert bei geöffnetem Fenster auch ganz gut spielen. Während man den Schieber bewegt, passt sich das Rendering in Echtzeit an. Wie das dann inworld aussieht, zeigt das nächste Foto. Wobei ich aber jetzt, nach dem Einbetten hier im Blog, den Eindruck habe, dass das Foto verschwommen aussieht. Das wäre ein unschöner Nebeneffekt dieser neuen Funktion.

Alle einfarbigen Avatare fielen ihrer Komplexität zum Opfer
Was ich aber gemerkt habe ist, dass mein Lüfter der Grafikkarte umso leiser wurde, je mehr Avatare als Gummibärchen gerendert wurden. Wenn ich auf einer Großveranstaltung in SL bin, um zum Beispiel einen Vortrag von Ebbe Altberg anzuhören, dann könnte ich mir vorstellen, diese Funktion zu benutzen. Auf einem Live-Konzert dann eher nicht, denn da zählen die Outfits der Avatare einfach zum Gesamterlebnis mit dazu. :)

Downloads für den Second Life RC Viewer 3.8.0 (298001):
Windows | Macintosh | Linux

Release Notes:
>> Second Life Project QuickGraphics v3.8.4 (304433)