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Montag, 28. Januar 2019

InWorldz-Nachfolger Islandz schließt in Kürze

Quelle: Islandz
Letztes Jahr im Sommer hatte ich hier, hier und hier über das Ende des OpenSim Grids "InWorldz" und dem geplanten Neuanfang unter dem Namen "Islandz" berichtet.

Der Grund für das Ende von InWorldz war ein katastrophales Finanzmanagement, das laufende Kosten nicht durch die Einnahmen deckte, sondern durch Kredite. Betreiberin Beth Reischl gab der kreditgebenden Bank die Schuld, die aber im Grunde nur nach ihren Geschäftsbedingungen handelte.

Jedenfalls wollte Beth mit Islandz neu beginnen und alles besser machen. Die ersten Regionen waren seit Mitte November 2018 erhältlich. Im Dezember gab es dann eine neue Preisliste, die für ein OpenSim Grid allerdings ziemlich hochpreisig war (siehe Übersicht rechts unten).

Gestern wurde nun auf Hypergrid Business gemeldet, dass Islandz nach nur zwei Monaten offiziellem Betrieb geschlossen wird. Abschaltdatum ist um den 7. Februar 2019 herum. Eigentlich ist das Auftauchen und Verschwinden von OpenSim Grids nichts Ungewöhnliches und so was passiert fortwährend. Doch InWorldz war früher einmal das Grid mit den meisten aktiven Nutzern und deshalb gibt es ein höheres Medieninteresse.

Übersicht der Regionspakete und Preise für Islandz
(Anklicken für größere Ansicht) / Quelle: Islandz
Als Grund für das erneute Ende führte Beth Reischl diesmal mehrere Gründe an. Im Wesentlichen gibt sie auf, weil auch das neue Grid nicht kostendeckend zu betreiben ist. Aber sie schreibt auch, dass ein großer Teil der InWorlds Nutzer nicht in Islandz weitermachen will und sich dort auch gar nicht erst angemeldet hat. Und schließlich schreibt sie, dass sie enormen Stress mit dem Betrieb des Grids hätte und sie keine Lust mehr hat, ohne einen Verdienst noch einen einzigen Monat diese Arbeit weiterzuführen.

Dass auch diese Meldung wieder in die Rubrik "Drama" fällt, liegt an der Aussage von Beth Reischl, dass sie jedem Islandz Nutzer nun einfach alle Objekte aus ihrem Inventar und von ihren Regionen als OAR-Backup zuschicken will. Auf Copyright oder Lizenzen will sie dabei keine Rücksicht nehmen. Das ist natürlich ein Aufreger für alle Ersteller, die im Islandz Grid ihre Produkte mit eingeschränkten Rechten angeboten haben. Denn durch ein OAR können diese Objekte in jedem anderen Grid dann Full Perm genutzt werden.

Soweit die Zusammenfassung vom Artikel auf Hypergrid Business. Keine Ahnung, ob das nun das tatsächliche Ende von Islandz ist, oder ob sich Entscheidungen über Nacht wieder ändern. Ein anderes OpenSim Grid namens "AviWorlds" wurde ungefähr zehn mal geschlossen und wiedereröffnet.^^

Links:

Samstag, 25. August 2018

Nachfolger von InWorldz soll Islandz heißen

Modifiziertes Logo / Grundlage: InWorldz
Vor einem Monat hatte ich hier und hier über das Ende des größten kommerziellen OpenSim Grids berichtet. Am 27. Juli wurde InWorldz abgeschaltet. Seitdem habe ich nicht mehr viel von den Betreibern gehört. Nach der Schließung zogen noch ein paar weitere Unterstützer ihre Zahlung aus der GoFundMe Kampagne zurück. Aber aktuell sind immer noch 15.881 US-Dollar vorhanden.

Am 21. August meldete New World Notes, dass die ehemaligen Betreiber von InWorldz aktuell daran arbeiten, einen Nachfolger mit dem Namen "Islandz" an den Start zu bringen. Dazu wurde auch schon eine Homepage reserviert. Die enthält aktuell aber noch keine Informationen oder ein Logo. Nur Werbung vom Domain Provider..

Beth Reischl, die Gründerin von InWorldz, hat dann Wagner James Au auf ein paar Fragen geantwortet. Islandz ist kein neues InWorldz, sondern ein komplett neues Geschäftsmodell und ein neues Grid, das auf Basis des Halcyon Code betrieben wird. Die gesicherten Daten von InWorlds können jedoch übernommen werden. Beth sagte zu Wagner, dass man die sogenannten OAR Dateien, die das Inventar der einzelnen InWorldz Nutzer enthalten, so filtern will, dass nur Objekte nach Islandz übernommen werden, die der Besitzer auch selbst erstellt hat.

Ende der kommenden Woche (ca. 31. August) sollen erste Tests im neuen Grid möglich sein. Erst danach wird man sich um die Homepage kümmern. Die Finanzierung für den Start von Islandz, wird über den Restbetrag der GoFundMe Kampagne getätigt. Angeblich in Übereinstimmung mit den meisten der Unterstützer.

Die finanztechnischen Probleme, die zum Ende von InWorldz geführt haben, soll es mit Islandz nicht geben. Während man für das alte Grid monatlich die immer gleichen Fixkosten für die Server zahlen musste, sollen es bei Islandz nur die Serverkosten sein, die man tatsächlich zum Betrieb des Grids benötigt. Und diese Kosten will man durch Verbesserungen dann im Laufe der Zeit noch reduzieren.

Soweit die Ausführungen im Artikel von Wagner. In den Kommentaren scheint jedoch schon wieder das Drama im Vordergrund zu stehen. Einige glauben nicht, dass die OAR-Dateien mit dem InWorldz Content, lizenzgerecht gefiltert in das neue Grid übernommen werden. Einige möchten nicht, dass ihr Content aus InWorldz in das neue Grid importiert wird. Darunter zum Beispiel auch Chic Aeon. Sie kritisiert vor allem, dass es keine Informationen von den Gridbetreibern gibt, welche OARs übernommen werden, wie der Content darin gefiltert wird und was zum Beispiel mit Fullperm Objekten passiert, denen eine Lizenz zur ausschließlichen Nutzung für InWorldz beigelegen hat.

Ich werde das Thema weiterhin am Rand verfolgen und wenn das Drama sich zuspitzt, gibt es wieder eine Meldung bei mir. :)

Links:

Quelle: [NWN] - Community Members of Defunct Inworldz Rally to Crowdfund New World

Donnerstag, 26. Juli 2018

Kleines Update zur InWorldz Krise

Quelle: InWorldz
So langsam geht mir das warme Wetter auf den Keks. Meine Wohnung erreicht jetzt eine Temperatur, bei der Bloggen kein Spaß mehr macht. Am besten funktioniert bei mir aktuell das Hirn einfach treiben zu lassen, ohne jegliche Anstrengung. :)

Deshalb jetzt nur ein kurzes Update, ohne dieses Sommerdrama tiefer zu recherchieren. Gestern hatte ich hier berichtet, dass das bekannte OpenSim Grid InWorldz in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, kurz vor der Schließung stand und durch eine GoFundMe Kampagne schon fast so gut wie gerettet erschien.

Im Laufe der letzten Nacht wurde dann das anvisierte GoFundMe Ziel erreicht. Gleichzeitig startete aber auf Discord und im InWorldz Forum eine Diskussion, dass das Geld aus der Kampagne so spät ausgezahlt wird, dass man nicht rechtzeitig den Server-Anbieter bezahlen kann. Und dass man in einem Monat wahrscheinlich wieder vor dem gleichen Problem stehen werde.

Daraufhin gab es immer mehr Stimmen, dass man anstatt das alte Grid zu retten, lieber mit dem Geld von GoFundMe ein neues Grid starten sollte. Doch mit dieser Diskussion spalteten sich die Unterstützer der "Rettet InWorldz Idee" in zwei Lager. Ein Teil zog sein Geld von GoFundMe wieder ab. Kurz darauf wurde die Kampagne dort vorzeitig beendet und das Geld ist jetzt bei einem Stand von 16.211 US‑Dollar eingefroren. Gleichzeitig meldeten sich auch einige Content Ersteller, die auf keinen Fall ihren Content in einem neuen Grid sehen wollen.

Aktuell gibt es jetzt eine Menge Drama Diskussion mit völlig offenem Ende. Jeder will etwas anderes, einer der Mitgründer von InWorldz hat nur noch wenig Hoffnung für die Zukunft des Grids und niemand kann aktuell genau sagen, wie es weitergeht. Ziemlich klar scheint aber zu sein, dass nun InWorldz am Freitag doch abgeschaltet wird.

Was ich bei der Geschichte ziemlich übel finde, ist die GoFundMe Kampagne. Sie hatte als Ziel, das bestehende InWorldz Grid zu retten und nun entscheiden die Grid Betreiber einfach so, dass man das Geld für ein neues Grid verwenden will. Oder vielleicht auch für noch was ganz anderes? Hätte ich da auch nur 10 Dollar beigesteuert, würde ich mir so richtig verarscht vorkommen. Sommerloch, was willst du mehr...?

Links:

Dienstag, 24. Juli 2018

InWorldz in Schwierigkeiten - Rettung naht

Quelle: InWorldz
Gestern machte die Meldung die Runde, dass InWorldz, das größte, geschlossene Grid im OpenSim Bereich, in so großen finanziellen Schwierigkeiten ist, dass es bereits am Freitag, den 27. Juli abgeschaltet werden soll.

Beth Reischl (Avatarname Elenia Llewellyn), eine der Gründerinnen von InWorldz, hat am 23. Juli in einem langen Statement erklärt, wie es dazu kam. Das möchte ich jetzt nicht alles zusammenfassen. Nur so viel: Anscheinend sind auch nach zehn Jahren Betrieb dieser Plattform die Betreiber immer noch auf Darlehen angewiesen, um die monatlichen Serverkosten für das Grid zu bezahlen. Das letzte Darlehen wurde aufgrund von Änderungen beim Dienstleister (eine Unterfirma von PayPal) und verschiedenen Versäumnissen auf Seiten von Beth Reischl nicht mehr ausbezahlt. Es war meiner Ansicht nach eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen und Dummheit.

Jedenfalls ist die nächste Zahlung der InWorldz Server am 27. Juli fällig und das Geld ist nicht vorhanden. In ihrem Statement schrieb Beth zunächst, dass deshalb das Grid an diesem Tag abgeschaltet wird. Rückzahlungen von bestehendem Inworld-Geld sollte es nicht geben. Sicherheitskopien der Regionen (OARs) und des Inventars sollte aber jeder bekommen.

Irgendwann in der letzten Nacht, wurde dann eine GoFundMe Kampagne von Beth Reischl gestartet. Damit soll die Zahlung der Server für einen weiteren Monat gesammelt werden. Und nach nur 17 Stunden sieht es stark danach aus, dass dies auch funktioniert. Von den benötigten 17.000 US-Dollar sind aktuell schon 13.800 USD zusammengekommen. Ich schätze, dass bis morgen das Ziel erreicht wird. In diesem Fall will dann Beth das Grid weiterführen und die finanzielle Abwicklung einem neuen Dienstleister überlassen.

Also eigentlich scheint das nur eine weitere Sommerlochgeschichte zu sein. Aber wie schon einige auf SLUniverse geschrieben haben, es ist sehr merkwürdig, dass ein kommerzielles Grid mit den höchsten Preisen für Regionen im OpenSim Bereich, auf monatliche Darlehen angewiesen ist, um die Server zu bezahlen. Da scheint etwas grundsätzlich nicht mit der Geschäftsführung zu stimmen.

Links:

Montag, 8. Juli 2013

Mesh Deformer bald Standard für InWorldz

Quelle: Mesh Clothing Parametric Deformer Project
Die neueren Second Life Nutzer werden mit dem Begriff "Mesh Deformer" wahrscheinlich kaum noch etwas anfangen können, deshalb eine kurze Erklärung. Im Oktober 2011 startete Maxwell Graf zusammen mit Qarl Fizz ein Crowdfunding Projekt, um Geld für die Entwicklung eines parametrischen Deformers zu sammeln. Damit sollte es ermöglicht werden, dass sich Mesh-Kleidung in Second Life automatisch an die Form und die Größe des Avatars anpasst. Der umgekehrte Fall, also das Anpassen des Avatars an die Kleidung, so wie es heute oft gemacht werden muss, würde dadurch entfallen. Gestartet wurde das Projekt auf private Initiative, weil Linden Lab damals die Umsetzung einer entsprechenden Anfrage ablehnte.

Das Projekt erreichte schnell die Finanzierungssumme und Qarl begann mit der Programmierung des Deformers. Dazu benötigte er aber sehr, sehr lange, da die ersten Versionen eher schlecht als recht funktionierten. Im Mai 2012 hatte dann der Deformer einen einigermaßen akzeptablen Zustand erreicht und plötzlich erklärte sich auch Linden Lab dazu bereit, den Deformer in den SL-Viewer zu integrieren. Und seitdem ist das Projekt ein ständiges hin und her zwischen "läuft nicht wie erwartet", "es gibt zu wenig Testkleidung" und "es sind zur Zeit keine LL-Mitarbeiter frei, die an dem Projekt arbeiten können". Und so dümpelt der Deformer jetzt schon seit über einem Jahr in einem Projekt Viewer von Linden Lab vor sich hin.

Gestern wurde dann auf SLUniverse ein Link gepostet, der auf einen neuesten Blogpost von Qarl Fizz verweist. Qarl, der mit der Integration seines Deformers in den LL-Viewer schon lange nichts mehr zu tun hat, wurde von den Betreibern des InWorldz Grid gefragt, ob er beim Einbau seines Deformer-Code in den hauseigenen Mesh-Viewer helfen könnte. Zusätzlich fragten sie noch, ob Qarl vielleicht einige weitere Verbesserungen auf Lager hat, die er gegen Bezahlung noch einbauen würde.

Da Qarl seit seiner Entlassung bei Linden Lab auf Freelancer-Basis arbeitet, hat er das Angebot wohl dankend angenommen. Laut seinen Worten ist es ihm dann gelungen, die Ablaufgeschwindigkeit des Deformers um das 21-fache zu steigern. Das ist sicher ein wichtige Verbesserung, denn einer der Kritikpunkte am Deformer ist, dass es mehrere Sekunden dauert, bis neu angezogene Mesh-Kleidung sauber für den Shape des Avatars berechnet wird.

Den Code für den Verbesserungspatch zum Deformer hat Qarl nun allen zur Verfügung gestellt und sollte LL doch noch einmal das Projekt für den eigenen Viewer aufgreifen, dann könnten sie sogar diesen Code verwenden.

Noch zur Information: InWorldz baut zwar auf dem OpenSim Server auf, ist aber eigentlich kein echtes OpenSim Grid mehr. Durch viele Anpassungen am Servercode, einem eigenen Zugangsviewer und der proprietären Handhabung von Entwicklungen, ist InWorldz als geschlossenes und kommerzielles Grid eher mit Second Life vergleichbar als mit OpenSim. Beim Deformer-Code, inkl. den neuesten Verbesserungen, machen sie aber scheinbar eine Ausnahme.

Ein paar Links: